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Wie wirst du Elite-Student?

"Die Voraussetzungen für die Elitestudiengänge sind so unterschiedlich wie die Fächer", sagt Ulrike Natzer vom Elitenetzwerk Bayern. "Bewerber müssen einen hervorragenden Bachelor oder anderen Abschluss haben und mit ihrer Persönlichkeit überzeugen." Das ist aber auch schon die einzige Gemeinsamkeit.

Bewerbung: Jeder nach seinem Gusto

Ähnliches gilt für das Bewerbungsverfahren. Alle Studiengänge haben ein mehrstufiges Auswahlverfahren mit Online-Bewerbung und persönlichem Gespräch. Darin können die künftigen Elitestudenten auf Fallstudien, Gruppendiskussionen und Einzelinterviews treffen. Oder sie müssen wissenschaftliche Aufsätze zusammenfassen und präsentieren, wie e-fellow Thomas im Bewerbungsverfahren für den Studiengang TopMath. Carmen Wieslhuber und Patrick Nepper, Koordinatoren zweier Elitestudiengänge, erklären, wie man die Bewerbung meistert.

Herr Nepper, welche Voraussetzungen müssen Studenten für "Technology Management" erfüllen?

Sie müssen an einer bayerischen Uni eingeschrieben sein, weil das Studium am CDTM parallel zum normalen Studium läuft. Bewerber müssen das Vordiplom oder mindestens 60 Prozent der Credits in einem Bachelor-Studiengang haben. Und sie müssen zehn Wochen praktische Erfahrungen vorweisen - als Unternehmer, Praktikant oder Werkstudent. Die meisten unserer Studenten studieren Informatik, BWL oder Elektrotechnik. Wir sind aber auch für Studenten anderer Fächer offen, wenn sie entsprechende Nebenfächer studieren oder praktische Erfahrungen, zum Beispiel als Unternehmensgründer, gesammelt haben. Feste Notengrenzen haben wir nicht, weil die Studiengänge der Bewerber zum Teil deutliche Unterschiede in der Notengebung aufweisen. Außerdem berücksichtigen wir auch außeruniversitäre Aktivitäten. Unser Ziel ist, Studenten mit überdurchschnittlichen Leistungen auszuwählen, idealerweise aus den besten zehn Prozent.

Welche Voraussetzungen gibt es neben diesen harten Fakten?

Wir suchen Studenten, die offen, neugierig und motiviert sind. Sie sollen eine aktive Rolle spielen, von anderen lernen und im Team zusammenarbeiten können. Und sie sollten sehr gut Englisch können, weil der Unterricht am CDTM auf Englisch stattfindet.

Wie läuft das Bewerbungsverfahren ab?

Zuerst haben wir eine Online-Bewerbung mit Motivations-schreiben und Lebenslauf. Aus diesen Bewerbungen wählen wir die Studenten für die nächsten beiden Stufen aus, das persönliche Gespräch und das Case Interview. Im persönlichen Interview wollen wir den Bewerber besser kennenlernen und herausfinden, ob das CDTM zu seinen persönlichen Zielen passt.

Und was passiert beim Case Interview?

Das Case Interview ist keine klassische Fallstudie wie bei Beratungen. Wir konfrontieren BWL-Studenten mit technischen Fragen und umgekehrt. Hier geht es nicht um Fachwissen, das die Bewerber da ja noch gar nicht haben können. Uns ist wichtig, wie sie an Themen herangehen, die sie nicht kennen. Dabei sieht man, wie sie Fragen stellen und welche Problemlösungsstrategien sie anwenden.

Worauf sollten Bewerber besonders achten?

Sie sollten ihre Motivation sehr deutlich herausstellen. Es gibt ja auch noch andere Sachen als das Elitemodul, die man neben dem Studium machen kann. Der Elitestudiengang am CDTM soll nicht einfach nur ein weiterer schöner Punkt im Lebenslauf sein. Sie sollen sich gut überlegen, welchen Beitrag sie selbst zum Studium leisten können. Viele Bewerber übersehen, dass es nicht nur auf die akademischen Leistungen ankommt. Dann lassen sie Dinge weg, die sie neben dem Studium gemacht haben, weil sie sie für unwichtig halten. Uns ist Engagement aber mindestens genauso wichtig wie die Noten. Das ist ein Indiz, wie aktiv und offen die Bewerber sind. Wenn sich jemand als Schüler in der Pfarrjugend engagiert oder später als Student ein Unternehmen gegründet hat, zeigt das, dass er etwas bewegen und Verantwortung übernehmen will.

Welche Tipps haben Sie für das persönliche Gespräch?

Zuerst: Einen Dresscode gibt es nicht. Ob jemand im Anzug oder in der Jeans zum Gespräch kommt, ist völlig egal. Uns geht es um die Inhalte. Und ich kann empfehlen, sich das CDTM sehr genau anzuschauen. Wohl keine andere Einrichtung ist so gut mit Bildern und Videos im Internet dokumentiert. Man kann das CDTM auch vorab bei Veranstaltungen kennenlernen oder einfach in München vorbeischauen und mit Studenten und Professoren sprechen. Wir sind da sehr offen. Dann kann man das Gespräch ganz entspannt angehen.

Merkt man bei der Bewerbung den Unterschied, wenn sich jemand wirklich vor Ort informiert hat?

Auf alle Fälle. Für Außenstehende ist es nämlich schwer zu verstehen, was das CDTM ausmacht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass man Anderes gewohnt ist. Bei uns sind die Studenten aktiv eingebunden. Sie organisieren zum Beispiel die ganze Absolventenfeier und akquirieren Projektpartner. Anders als in anderen Studiengängen dürfen sie Verantwortung übernehmen. Und wir haben kein Frontalprogramm. Die meisten Veranstaltungen sind projektorientiert, zum Beispiel die Beratung eines Start-Up-Unternehmens. Die Studenten lernen aus ihrer Mitarbeit. Und wenn einmal "nur" Wissen vermittelt wird, dann schon auch mal von einem Mitarbeiter von Google über Mensch-Maschine-Interaktion.

Frau Wieslhuber, welche Voraussetzungen müssen Studenten für "Honors-Wirtschaftswissenschaften" mitbringen?

Sie müssen einen wirtschaftswissenschaftlichen Bachelor-Abschluss mit 2,0 oder besser haben, also in BWL, VWL oder Wirtschaftsinformatik. Gutachten von Professoren sind nicht erforderlich. Uns ist es wichtig, dass die Bewerber verschiedene Interessen haben und Engagement zeigen, das über Schule und Uni hinausgeht. Wir nehmen niemanden, der von acht Uhr morgens bis zehn Uhr abends nur am Schreibtisch sitzt.

Wie läuft die Bewerbung ab?

Der erste Teil, die schriftliche Bewerbung, besteht aus einem Lebenslauf, dem Abiturzeugnis, Bachelor-Zeugnis und Zeugnissen von Praktika. Der wichtigste Teil ist das Motivationsschreiben, das ungefähr eine Seite lang sein soll.

Was passiert nach dem ersten Schritt?

Wir laden die besten Bewerber zu einem Auswahlgespräch mit den drei Professoren des Honors-Ausschusses ein. Darin stellen sie zum Beispiel aktuelle fachliche Fragen, Fragen zu interessanten Abschnitten im Lebenslauf und im Motivationsschreiben oder zu einem aktuellen wirtschaftspolitischen Thema. Das Gespräch dauert 15 bis 20 Minuten.

Wie muss man sich das Gespräch vorstellen?

Die Atmosphäre ist freundlich, aber die Professoren setzen die Bewerber schon ein bisschen unter Stress. Die Fragen sind aber eigentlich nie so, dass man gar nichts damit anfangen kann. Mit vielen Fragen kann man rechnen, zum Beispiel, warum man gerade an die Uni Regensburg will.

Wie aufwändig ist die Bewerbung?

Eigentlich ist die Bewerbung überhaupt nicht aufwändig. Die Dokumente wie Abi-Zeugnis oder Praktikumsbestätigungen muss man ja nur einscannen und losschicken. Und für das Motivationsschreiben braucht man dann ein oder zwei Tage.

Worauf sollten Bewerber besonders achten?

Das Motivationsschreiben ist sehr wichtig. Rechtschreibfehler und unterschiedliche Schriftarten machen keinen guten Eindruck. Es sollte ordentlich und fehlerfrei sein. Das Gespräch sollte wie ein Bewerbungsgespräch bei einer Firma ernstgenommen werden. Ansonsten würde ich den Bewerbern raten, möglichst natürlich zu sein und sich nicht von der Auswahlsituation stressen zu lassen. Die Herausforderung daran ist eher, dass man noch nie drei Professoren auf einmal gegenüber gesessen ist. Gut zu wissen ist auch, dass ein Professor der Auswahlkommission Amerikaner ist. Da kommt es schon vor, dass man schnell auf Englisch wechseln muss.

Ist die Konkurrenz bei der Bewerbung groß?

Wir können so viele Studenten aufnehmen, wie wir wollen, weil wir kein festes Kontingent an Plätzen haben. Wir hatten schon Jahrgänge mit zwei, aber auch welche mit 20 Leuten. Wir sind sehr sorgfältig bei der Auswahl. Für das Modul neben dem Bachelor bewerben sich hauptsächlich Regensburger Studenten. Wer den Master-Studiengang absolvieren will, hat größere Konkurrenz. Zwei Drittel der Bewerber kommen nicht von der Uni Regensburg.

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