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Darauf kannst du echt verzichten

Kaktus, Minimalismus, Verzicht (Quelle: unsplash.com)

Quelle: unsplash.com

"Die durch Beschränkung verloren haben, sind selten" sagt Konfuzius. Am 26. Februar ist Aschermittwoch – und damit beginnt die Fastenzeit. Ein guter Zeitpunkt also, Konfuzius beim Wort zu nehmen. Deine Vorsätze aus den letzten Jahren fangen an, dich zu langweilen? Wir haben für dich zehn Ideen für die nächsten sechs Wochen zusammengestellt.

U-Bahnfasten

Du bewunderst deinen Kollegen/Kommilitonen, der sich bei Wind und Wetter aufs Fahrrad schwingt, statt wie du in der überfüllten U-Bahn zu leiden? Die Fastenzeit bietet dir die beste Gelegenheit, es ihm gleichzutun. Du musst dir dafür noch nicht einmal ein eigenes Fahrrad kaufen: In vielen Großstädten gibt es öffentliche Mietradsysteme. Ist dein Weg zu lang zum Fahrradfahren, kannst du trotzdem mit einfachen Mitteln für mehr Bewegung sorgen. Zum Beispiel, indem du ab sofort zwei U-Bahn-Stationen früher aussteigst und den restlichen Weg zu Fuß zurücklegst.

Konsumfasten

Der Science-Fiction-Film "Sie leben!" aus dem Jahr 1988 erzählt uns die traurige Wahrheit über die Gegenwart. Im Film findet der Protagonist eine seltsame Sonnenbrille, durch die er die versteckten Botschaften hinter Werbe-Plakaten und Zeitschriften-Artikeln erkennt: Statt bunter Bilder und fröhlicher Fakten sind dort nur noch riesige Befehle zu sehen. In großen Lettern steht an jeder Wand und auf jeder Seite: "Gehorche", "Konsumiere", "Schlaf weiter":

Bist du auch bereit, die rosarote Brille des glücklichen Konsumenten eine Zeit lang abzulegen? Und gegen die düstere Sonnenbrille der Konsumverweigerung zu tauschen? Falls ja, machst du einen guten Schnitt: Wer weniger kauft, produziert weniger Müll, kann Geld zurücklegen und ist nicht so sehr von materiellen Gütern, extrinsischen Zielen und Erwerbsarbeit abhängig.

Zuckerfasten

Geht es nach der WHO, solltest du nur fünf Prozent deines täglichen Kalorienbedarfs mit Zucker decken. Tatsächlich nehmen wir Deutschen pro Tag das Vierfache zu uns. Die Folge: Karies, Adipositas, Diabetes. Die nächsten 40 Tage sagst du deinem Zuckerkonsum den Kampf an – und zwar nicht nur, indem du den Zucker im Kaffee weglässt. Der Süßmacher steckt auch in vielen Lebensmitteln, in denen wir ihn nicht vermuten, zum Beispiel in Brot, Müsli oder Schinken. Wirf daher vor dem Kauf einen Blick auf die Zutatenliste und gib möglichst unverarbeiteten Produkten den Vorzug. Auf natürliche Süße musst du in deinem Experiment übrigens nicht verzichten. Sie steckt zum Beispiel in reifen Bananen, Datteln oder Trockenfrüchten.

Erreichbarkeitsfasten

Hier ein Anruf, da eine WhatsApp-Nachricht und gleich noch eine Skype-Telefonat. Es gehört heute schon fast zum guten Ton, immer und überall erreichbar zu sein. Greif in den nächsten sechs Wochen einfach mal nicht sofort zum Smartphone, wenn der Nachrichtenton eine neue wichtige Unwichtigkeit meldet. Wenn es wirklich wichtig ist, dann ist es das auch noch in fünf Minuten.

Plastikfasten

2050 könnte es Forschern zufolge mehr Plastik als Fische in den Meeren geben. Viele Firmen verzichten deswegen schon heute auf den Umweltkiller: Zeit, dass du sie dafür belohnst und kunststoffverpackte Produkte 40 Tage lang boykottierst – sofern eine praktikable Alternative im Regal zu finden ist. Du brauchst dafür noch nicht einmal einen verpackungsfreien Supermarkt aufzuspüren: Auch im herkömmlichen Einzelhandel kommst du mit Mehrwegtaschen und –tüten, Glas- und Pappverpackungen schon sehr weit. Was trotz aller Bemühungen an Plastikmüll anfällt (Stichwort Zahnpasta …), wird recycelt (wie alle andere Verpackungen natürlich auch).

Konventionelle Produkte fasten

Konventionelle-Produkte-Fasten

Konsumfasten findest du doof? Dann ist vielleicht diese Variation etwas für dich: Statt deine Shoppinglaune komplett zu unterdrücken, achtest du beim Einkaufen darauf, dass die gekauften Produkte ethisch möglichst einwandfrei sind. Egal, ob du Essen oder Klamotten kaufst. Im Lebensmittel-Bereich sind die Siegel Fairtrade, Naturland Fair und Hand in Hand laut Stiftung Warentest vertrauenswürdig. Über fair hergestellte Kleidung kannst du dich zum Beispiel bei der Fair Wear Foundation informieren. Sie setzt sich für eine Verbesserung der sozialen Bedingungen in der Textilindustrie und existenzsichernde Löhne ein. Mitglieder sind neben öko-fairen Marken auch konventionelle Hersteller, die die Kriterien der Stiftung erfüllen.

Gleichgültigkeitsfasten

Du siehst das Unrecht in unserer Gesellschaft – aber schaust du auch hin? Im Experiment "40 Tage Gleichgültigkeitsfasten" ist Schluss mit betretenem Wegdrehen. Jemand schnappt der alten Dame im Bus dreist den Platz weg? Weise ihn/sie höflich, aber bestimmt auf den älteren Fahrgast hin. Die Team-Leitung lässt ihren Frust am wehrlosen Praktikanten aus? Tritt für ihn ein. Wenn es dir schwerfällt, ausreichend Mut und Empathie für deine Heldentat aufzubringen, stell dir einfach vor, der Geschädigte sei dein bester Freund, deine Oma etc.

Saft-Kakao-Kaffee-Tee-Smoothie-Bier-Wein-Schnaps-Fasten

Auf Alkohol verzichten ist für Anfänger. Wie wäre es, wenn du in den nächsten Wochen all deine Lieblingsgetränke durch (Leitungs-)Wasser ersetzt? Die Deutschen becherten im Jahr 2015 pro Kopf 162 Liter Bohnenkaffee, 152 Liter Mineralwasser, 119 Liter Erfrischungsgetränke, 106 Liter Bier, 85 Liter Milch, 80 Liter Tee, 33 Liter Säfte, 24 Liter Wein und 5 Liter Spirituosen. Für sechs Wochen kannst du jetzt den minimalistischen Wasseransatz ausprobieren. Das ist im Zweifel gesünder – und auch günstiger.

Fitnessfasten

Zumba, Cross Fit, Stand Up Paddling Yoga – du machst jeden Fitness-Trend mit, um dich in Form zu halten? Nicht in den nächsten 40 Tagen! Egal welches neue Body Workout in dieser Zeit zum Trend wird, diesmal lässt du dich nicht mitreißen. Einmal pro Woche durch den Park joggen kann auch schön sein!

Erwartungenfasten

Ein hinduistisches Sprichwort lautet "Glück = Wirklichkeit – Erwartungen". Wer ein wenig von Mathe versteht, sieht sofort, dass das Glück umso schneller wächst, je geringer die Erwartungen werden. Menschen sind vor allem unglücklich darüber, dass die Realität nicht so aussieht, wie sie sich wünschen (oder vorgestellt haben). Dagegen helfen nur: realistischere Erwartungen. Menschen können nicht permanent intelligent, attraktiv, schlagfertig und humorvoll sein – auch du nicht. Je früher du Frieden mit deinen vielen Mittelmäßigkeiten schließt, desto früher kannst du anfangen, das Leben zu genießen. Eine Fastenwoche ganz ohne (große) Erwartungen wäre doch schon mal ein Anfang, oder?

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Kommentare (2)

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  1. Anonym

    Danke für den Hinweis. Wir haben das Video aktualisiert. Viele Grüße Sebastian Team Content & Community

  2. Anonym

    "Video nicht verfügbar Dieses Video umfasst Inhalte von Tele München Fernseh GmbH + Co. Produktionsgesellschaft VOD. Dieser Partner hat das Video in deinem Land aus urheberrechtlichen Gründen gesperrt." :/

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