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Hand in Hand mit der Geschäftsführung

Berater Beratung Consulting Schreibtisch Anzug Mann [Quelle: pexels.com, , Autor: Andrea Piacquadio]

Quelle: pexels.com, Andrea Piacquadio

Du hast deinen Abschluss gemacht und möchtest als Berater durchstarten? Hier erfährst du, was sich hinter dem weniger bekannten Teilbereich Operations Consulting verbirgt und für wen sich eine Karriere in diesem Feld eignet.  

Was ist Operations Consulting? 

Als angehender Consultant stehst du vor der schwierigen Entscheidung: In welchem Teilbereich möchtest du deine Karriere beginnen? Management- und Strategieberatung sind zwei der bekanntesten Felder, doch auch weniger populäre Bereiche wie Operations Consulting versprechen spannende Karrieremöglichkeiten.

Operations Consulting wird häufig als Teilgebiet von Management Consulting aufgeführt. Der Bereich ist jedoch so umfangreich, dass es viele Firmen gibt, die ausschließlich in diesem Feld Dienstleistungen anbieten oder sich sogar auf Teilgebiete wie Operations Consulting in der Produktion oder in Krankenhäusern fokussieren.

Wie der Name bereits vermuten lässt, befasst sich Operations Consulting mit "Operations", also dem operativen Geschäft in einem Unternehmen, insbesondere mit der Wertschöpfung und der effizienten Ausführung dieser Prozesse. Im Fokus steht die Entwickelung von operativen und strategischen Vorgehensweisen, die der Lösung von Supply Chain-, Prozess- und Effizienzproblemen in verschiedenen Industrien dienen. Dabei wird viel auf Werkzeuge, Konzepte und Techniken aus dem Supply Chain Management, Lean Manufacturing und Operations Management zurückgegriffen.

Im Vergleich zu Management-und Strategieberatung ist die Dauer von Projekten eines Operations-Beraters häufig kürzer. Der Fokus liegt stärker auf Implementierung. Zum Beispiel könnten dich als Berater folgende Projekte erwarten:

  • Steigerung der Produktionsleistung um 30 Prozent
  • Reduzierung der Stillstandszeiten um 20 Prozent
  • Lösung spezifischer Qualitätsprobleme

Welche Aufgaben übernehmen Operations-Berater? 

Als Operations-Berater entwickelst du spezifische Strategien, die zur Lösung eines zumeist genau definierten Problems in einem Unternehmen beitragen. Die Arbeit ist sehr analytisch. Basierend auf Daten und Fakten hilfst du, die inneren Prozesse des Unternehmens zu verbessern. Hierfür setzt du Key-Performance-Indikatoren, Problemlösungsmethoden, Kundentraining sowie diverse Ansätze aus dem Lean Management oder Lean Manufacturing ein.

Kostensparende Lösungen für einen spezifischen Bereich entwickeln, Profitabilität in einem anderen erhöhen, Produktionsengpässe lösen und Materialbeschaffungsprozesse effizienter gestalten, sind nur ein paar Aufgabenbereiche, die dich als Operations Consultant erwarten.

Jedes Zahnrad in der Unternehmens- oder Organisationsmaschine muss betriebsbereit sein und effizient laufen, wenn die Ziele des Kunden erreicht werden sollen. Als Operations-Berater bringst du dich in jeder Phase der Wertschöpfungskette ein und entwickelst Strategien zur Umgestaltung der Unternehmenskultur bis hin zu technischen Veränderungen.

Im Gegensatz zur Strategieberatung ist es wahrscheinlicher, dass du dir als Operations-Berater in der täglichen Arbeit "die Hände schmutzig machst". So verbringen Operations Consultants in der Industrie einen Großteil der Arbeitszeit beim Kunden vor Ort in der Fabrik. Das Ergebnis eines Projekts ist meistens die implementierte Verbesserung, wie die Reduzierung des Inventars um zehn Prozent oder die Steigerung des Produktionsvolumens um 20 Prozent. Um dies zu erreichen, solltest du sehr eng mit dem Kunden zusammenarbeiten. Daher ist es wahrscheinlich, dass du als Operations-Berater vergleichsweise früh in deiner Karriere ein Kundenteam zur Umsetzung der Projektziele leitest.

Wie unterscheidet sich der Arbeitsalltag von anderen Beratungsfeldern? 

Die Produktionsleistung in einer chemischen Fabrik lässt sich meist nicht von der Ferne aus steigern. Die lokale Präsenz beim Kunden vor Ort ist somit elementar für Operations-Berater. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass du an ungewöhnlichen Orten landest, wie beispielsweise in einer Kupfermine oder in einer Schokoladenfabrik. Der genaue Arbeitsalltag eines Operations-Beraters unterschiedet sich je nach Arbeitgeber. Meistens arbeitest du jedoch montags bis donnerstags beim Kunden und nicht in deinem Büro – ähnlich wie in anderen Beratungsjobs

Ein persönlicher Rückblick 

Die Arbeit als Operations Consultant war für mich eine sehr spannende Zeit mit Höhen und Tiefen. Die Fülle an verschiedenen Industrien, die ich innerhalb kürzester Zeit sehr gut kennenlernen durfte, war einmalig. Bereits nach den ersten zwei Wochen war ich beim Kunden vor Ort und habe ein eigenes Projekt bearbeitet. Nochmal vier Wochen später coachte ich täglich mein eigenes Kundenteam von fünf bis sechs Mitarbeitern und setzte mit diesem ein Projekt um.

Innerhalb des ersten Jahres bekam ich die Möglichkeit, mit den Kunden auf allen Ebenen zusammenzuarbeiten: Von Maschinenführern über Abteilungsleiter bis hin zum CEO. Ich kenne nicht viele Berufe in denen man so früh in der Karriere mit der Geschäftsführung Hand in Hand arbeitet. 

Da Unternehmensberatungen die Fähigkeiten ihrer Berater als Produkt verkaufen, stand während der gesamten Zeit persönliche und berufliche Weiterentwicklung immer an erster Stelle. Sobald mich ein Projekt nicht mehr ausreichend forderte, wurde ich in ein neues Projekt versetzt, bei dem ich an meinen beruflichen Entwicklungszielen weiterarbeiten konnte.

Die Arbeit als Operations-Berater war somit nie einfach, immer an der Grenze der Komfortzone und bot viele Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Eine großartige Situation für alle, die ambitioniert sind und immer wieder über sich selbst hinauswachsen wollen.

Für wen ist Operations Consulting das Richtige? 

Operations Consulting könnte ein interessantes Berufsfeld für dich sein, wenn:

  • du immer wieder Einblick in neue Felder und Unternehmen bekommen möchtest,
  • du gerne eng mit Menschen zusammenarbeitest und Interesse hast, früh Führungsverantwortung zu übernehmen, 
  • du gerne analytisch arbeitest und dich gut in technische Details einarbeiten kannst,
  • es dich fasziniert, wie die Systeme und Prozesse um dich herum funktionieren und verbessert werden können, 
  • du gerne viel reist und dich die Vorstellung reizt, montagmorgens das Flugzeug zu nehmen und mehrere Nächte pro Woche im Hotel zu wohnen.
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