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Tipps vom Karriere-Coach

Regel 1: Nicht im Trennungsschmerz versinken!

Sonntagabend, 19.21 Uhr, Hauptbahnhof, Gleis acht: Langsam schließen sich die Türen des Zuges. Ein kurzes Winken, dann ist sie da, die innere Leere, die einen zu verschlingen droht. Das Wochenende ist vorbei – und einer bleibt allein auf dem Bahngleis oder in der leeren Wohnung zurück, die eben noch die gemeinsame war. Jetzt hilft nur eins: Ablenkung. Wer allein bleibt, versinkt im Trennungsschmerz, kann nicht richtig abschalten und startet gestresst in die neue Woche. Also lieber mit der besten Freundin "Tatort" gucken oder mit ein paar Kumpels noch auf ein Bier in die Kneipe gehen. Das erleichtert den Übergang von der gemeinsamen Welt in die der Fernbeziehung.

Regel 2: Nicht zu viel erwarten!

Natürlich soll die gemeinsame Zeit perfekt sein: tiefgehende Gespräche und Zärtlichkeit, übersprudelnd vor guter Laune und Liebe. Unser Freuen auf den Anderen ist ein bisschen wie die kindliche Vorfreude aufs Christkind, weshalb der Fernbeziehungsforscher Peter Wendl (siehe oben) auch vom "Weihnachtseffekt" spricht. Das Problem: Wir erwarten viel zu viel – und können dann nur enttäuscht werden. Klar darf man sich vor-freuen – dabei sollte man aber auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Wenn man sich bewusst macht, dass jeder eine Woche mit vielen Eindrücken und auch harter Arbeit hinter sich hat, wenn man bedenkt, dass kleinere Streitereien normal sind – dann werden unsere Erwartungen nicht so leicht enttäuscht.

Regel 3: Nicht die wenige gemeinsame Zeit mit Arbeit zustopfen!

Manchmal lässt sich Wochenendarbeit nicht vermeiden: Wenn wichtige Prüfungen anstehen oder ein Projekt fertig werden muss. Wenn diese Arbeiten ab und an in die gemeinsame Zeit fallen, ist das normal und schlicht nicht zu ändern. Zur Regel aber sollte es nicht werden. Sonst nämlich fühlt sich der Partner schnell zurückgedrängt und hat das Gefühl, nicht wichtig zu sein. Fest vereinbarte gemeinsame Zeit sollte deshalb nicht leichtfertig und auf keinen Fall regelmäßig abgesagt oder mit Arbeit zugestopft werden. Anders sieht es aus, wenn Wochenendarbeit schlicht zum Job oder zum ausgehandelten Arbeitszeitmodell gehört (siehe dazu auch das Interview mit Alumnus Martin Emrich). In diesen Fällen sollte die Arbeit zu einer vorab festgelegten Zeit stattfinden – damit beide Partner sich darauf einstellen und danach die gemeinsame Wir-Zeit genießen können.

Regel 4: Nicht zu viel vornehmen!

Jede gemeinsame Minuten will genutzt sein: mit langen Spaziergängen, einem netten Kinoabend, Museen, einem lustigen Abend mit Freunden... Abwechslung ist gut für die Beziehung - wer sich allerdings zu viel vornimmt, schadet ihr eher. Denn nach einer anstrengenden Woche mit vielen Meetings hat man vielleicht gar keine Lust auf Trubel mit Freunden, nach ausdauerndem Lernen in der Bibliothek will man vielleicht gerade raus und andere Menschen treffen. Statt dann darauf zu hören, was einem selbst gut tut, macht man doch das, was vorab vereinbart wurde. Was bleibt, ist ein ungutes Gefühl und schlechte Laune, die der Partner zu spüren bekommt. Die gemeinsame Zeit deshalb keinesfalls komplett durchplanen, sondern genug Raum für Spontanes lassen.

Regel 5: Nicht nur am Wochenende sehen!

Die Wochenendliebe ist der Klassiker aller Fernbeziehungen. Aber zwei Tage Zweisamkeit reichen auf Dauer nicht aus, um den Beziehungsakku aufzuladen. Natürlich gibt es noch den gemeinsamen Urlaub – besser aber ist es, wenn sich ein Fernbeziehungspaar etwa alle zwei Monate kleine Zeitinseln gönnt und ein verlängertes Wochenende zusammen verbringt – daheim. Dann stellt sich fast von allein ein gutes Alltagsgefühl ein. Sehr gut eignen sich dafür natürlich Brückentage.

Regel 6: Nicht schweigen!

Das große Problem aller Fernbeziehungen: Das Paar hat keinen gemeinsamen Alltag. Den muss es sich erarbeiten. Und das heißt: reden. Damit der andere Teil meines Alltags wird, muss ich ihm erzählen, welche kleinen Freuden oder auch Probleme ich heute erlebt habe, mit welchen Menschen ich meinen Tag verbracht habe und welche Gedanken mich beschäftigen. Wenn ich mir vorstellen kann, wie mein Partner seine Zeit verbringt, entsteht Nähe, mein Partner wird fast automatisch ein Teil meines Alltagslebens – obwohl uns vielleicht einige hundert Kilometer trennen. Wichtig sind deshalb regelmäßige Telefonate, bei denen über alles gesprochen wird, was mich bewegt; auch über Banales, Kleines, auf den ersten Blick Unwichtiges.

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