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Wie bekomme ich, was ich verdiene?

Du kennst das für deine Branche und dein Fach übliche Einstiegsgehalt. Richtig vorbereitet und gut gekleidet sitzt du dem Personaler gegenüber und nennst brav die Summe, die deine Recherchen ergeben haben. Überrascht stellst du fest, dass dein Gegenüber offenbar andere Zahlen kennt, denn seine Vorstellungen liegen gut zehn Prozent unter den deinen.

Beim Einstiegsgehalt mehr fordern als du willst

Du hast nicht bedacht, dass ein Personaler dich wahrscheinlich herunterhandeln wird, auch wenn du eine eigentlich realistische Summe nennst. Schließlich will er dich ja möglichst günstig einkaufen. Gib also immer einen Betrag an, der über dem "normalen" Lohn liegt, aber immer noch realistisch ist. Wenn du grundsätzlich ungefähr zehn Prozent draufschlägst, bist du zumindest in den meisten Industrie-Unternehmen auf der sicheren Seite. Entscheide außerdem für dich selbst, welches Gehalt du auf keinen Fall unterschreiten willst. Das ist die Summe, auf die du dich im schlechtesten Fall herunterhandeln lässt.

Behalte beim Pokern aber im Hinterkopf, dass sich in manchen Branchen, so zum Beispiel in der Unternehmensberatung, quasi "Standard"-Einstiegsgehälter etabliert haben, die nur schwer verhandelbar sind. Das gilt vor allem in großen Unternehmen. Dort soll die Frage des Personalers nach dem Gehalt eher prüfen, ob du deinen Martkwert richtig einschätzen kannst als deine tatsächlichen Forderungen zu erfahren. Eine weitere Ausnahme sind Tarifverträge: Wenn das Unternehmen nach Tarif zahlt, hast du sehr wenig bis keinen Verhandlungsspielraum.

Gehaltsangaben in Stellenausschreibungen - in Österreich sind sie Pflicht

In Deutschland wirst du von Unternehmen häufig aufgefordert, in der Bewerbung deine Gehaltsvorstellung anzugeben. In Österreich ist es umgekehrt. Dort sind Arbeitgeber seit dem Jahr 2012 verpflichtet, in Stellenausschreibungen das Mindestgehalt anzugeben. Es richtet sich nach kollektivvertraglichen Vereinbarungen oder gesetzlichen Regelungen und schließt personenbezogene Zulagen ein. Anteilige Sonderzahlungen sind in dem Mindestgehalt nicht berücksichtigt.

Fixgehalt ist nicht alles

Auch wenn sich ein befriedigendes Gehalt als Verhandlungsergebnis abzeichnet, solltest du nicht gleich das Pokern aufhören. Denn mit dem Fixgehalt muss nicht gleich Schluss sein. Frage nach, ob Boni bereits in der Gehaltsvorstellung deines Arbeitgebers enthalten sind. Unabhängig von der Antwort kannst du auch hier dein Gegenüber noch nach oben korrigieren. Boni sind zwar freiwillige Leistungen des Arbeitgebers. Aber wenn du ohnehin vorhast, Leistung zu zeigen, darfst du die variablen Bestandteile ruhig in deine Finanzplanung mit einbauen.

Neben Fixgehalt und Boni gibt es aber noch viele andere geldwerte Zuckerstücke, die sogenannten Nebenleistungen. Diese können sein:

  • Firmenwagen
  • Geschäftshandy
  • Firmenlaptop
  • Beiträge zur Altersvorsorge
  • Versicherungen
  • Mitarbeiteraktien

Eine Reihe "weicher" Faktoren solltest du außerdem im Auge behalten: Welche Weiterbildungmöglichkeiten bietet die Firma? Wieviel Urlaub steht dir im Jahr zu? Wie sind die üblichen Wochenarbeitszeiten? Viele dieser Faktoren können ein geringeres Gehalt aufwiegen.

Nachverhandeln beim Einstiegsgehalt nicht vergessen

Dein Einstiegsgehalt sollte natürlich ein Einstiegsgehalt bleiben. Du musst nicht gleich deinen Arbeitgeber wechseln, um später mehr zu verdienen. Wenn du im ersten Jahr gute Leistungen erbracht hast und es zudem verstehst, dies deinen Chef wissen zu lassen, kannst du guten Gewissens nach einer Gehaltserhöhung fragen. Trotzdem tust du gut daran, vor dem Jobeinstieg eine befriedigende Vergütung herauszuhandeln. Denn übermäßige Gehaltssprünge werden sich schwer durchsetzen lassen, wenn du erst einmal "zu niedrig" eingestiegen bist.

Nützliche Links zum Thema Gehalt

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