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Das ist neu bei der Steuererklärung

Steuererklärung, Arbeitnehmer, Smartphone, Rechner [Quelle: unsplash.com, Autor: Kelly Sikkema]

Quelle: unsplash.com, Kelly Sikkema

Im Steuerrecht gab es zuletzt wenig Änderungen. Einige Neuerungen sollten Sie bei Ihrer Steuererklärung für 2018 aber beachten.

Die gute Nachricht zuerst: Wer eine Einkommensteuererklärung abgibt, erhält vom Fiskus meist eine Rückzahlung. Zuletzt lag diese im Durchschnitt bei 974 Euro. Viele Ausgaben, die im Laufe des Jahres anfallen, können die Steuerlast senken – man muss das Finanzamt nur darüber informieren. Auch in diesem Jahr gibt es dabei Neuerungen, die Steuerzahler kennen sollten. Eine Übersicht.

Abgabefristen

Stichtag für Steuerzahler, die ihre Erklärung ohne Hilfe eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins erledigen, ist jetzt nicht mehr der 31. Mai, sondern der 31. Juli. Zugleich gelten strengere Regeln bei einer verspäteten Abgabe.

Arbeitsmittel

Wer Ausgaben rund um den Job oder die Ausbildung hatte, kann diese in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend machen. Dazu zählen beispielsweise Fahrtkosten für den Weg zur Arbeit, Ausgaben für eine Fortbildung, Fachbücher oder Büromaterial. Eine Neuerung gab es 2018 bei sogenannten geringwertigen Wirtschaftsgütern. Laut Gesetz sind das "selbstständig nutzbare, bewegliche und abnutzbare Gegenstände" – zum Beispiel ein Schreibtisch, Computer, Drucker, Telefon oder Datenträger. Die Kosten können nun bis zu einem Nettobetrag von 800 Euro – 952 Euro brutto – in einem Jahr komplett steuerlich abgesetzt werden und müssen nicht über mehrere Jahre verteilt abgeschrieben werden. "Die 800-Euro-Schwelle gilt dabei für jedes selbstständig nutzbare Wirtschaftsgut separat, kann also mehrfach in Anspruch genommen werden", sagt Steuerexpertin Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler (BdSt). Zuvor lag die Nettogrenze bei 410 Euro. Speziell beim Computer gilt zudem: Steuerzahler können in der Regel eine zu 50 Prozent beruflich veranlasste Nutzung geltend machen. "Ist die berufliche Nutzung glaubhaft, ist meist kein besonderer Nachweis nötig", sagt Klocke. Für die Frage, ob der Computer über mehrere Jahre abgeschrieben werden muss, ist allerdings der volle Kaufpreis entscheidend. Für die Berechnung bedeutet das: Wer 2018 zum Bespiel einen Computer für 800 Euro netto gekauft hat, kann 400 Euro sofort vollständig absetzen. War das Gerät teurer, muss es über drei Jahre abgeschrieben werden. Die Berechnung erfolgt dabei monatsweise: Einen Computer, der 900 Euro gekostet hat und zur Hälfte beruflich genutzt wird, müssen Steuerzahler also in 36 Monatsraten zu je 12,50 Euro abschreiben. Wer das Gerät erst im Dezember angeschafft hat, kann für 2018 nur einmal 12,50 Euro geltend machen.

Kapitalanlagen

Im Zuge von Änderungen bei der Investmentbesteuerung, die Anfang 2018 in Kraft getreten sind, gibt es ab sofort neue Formulare für die Angabe von Kapitalerträgen. "Anleger, die Wertpapiere oder Investmentfonds von einer depotführenden Stelle mit Sitz im Ausland verwahren lassen, müssen dazu die neue Anlage KAP-INV ausfüllen", erklärt Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Bundesverbands Lohnsteuerhilfevereine (BVL). In die ebenfalls neue Anlage KAP-BET müssen Erträge aus Beteiligungen eingetragen werden. Dazu zählen etwa Gesellschafts- und Genossenschaftsanteile. Bislang waren solche Angaben Teil der Anlage KAP.

Neu in der Anlage KAP ist nun wiederum die Zeile 8a. Dort werden Veräußerungsgewinne aus Altanlagen eingetragen. Hintergrund: Erträge, aus der Veräußerung von Fondsanteilen oder Aktien, die vor dem 1. Januar 2009 in Deutschland erworben wurden, mussten bis Ende 2017 nicht versteuert werden. Nun gilt: Wer seine alten Fondsanteile oder Aktien ab 2018 veräußert, muss auf die Wertzuwächse, die seit dem 1. Januar 2018 erzielt wurden, Abgeltungsteuer zahlen. Anlegern steht dabei ein Freibetrag in Höhe von 100.000 Euro zur Verfügung. "Bei der Bank ist die Höhe des verbleibenden Freibetrags nicht hinterlegt, daher behält sie die Steuern zunächst ein, und Anleger können sie über die Steuererklärung zurückfordern", sagt Rauhöft.

Kindergeld

Das Kindergeld wird jedes Jahr leicht erhöht. Für die ersten beiden Kinder zahlte der Staat im Jahr 2018 monatlich je 194 Euro. In der Steuererklärung müssen Eltern angeben, wie hoch ihr Anspruch auf Kindergeld im vergangenen Jahr war. Auch wenn gar kein Kindergeld geflossen ist, rechnet das Finanzamt in der Veranlagung diesen Anspruch auf Kindergeld an. "Das ist ungünstig, denn rückwirkend wird das Kindergeld nur noch für sechs Monate ausgezahlt", sagt Rauhöft. Wer den staatlichen Zuschuss nicht rechtzeitig beantragt, dem entgeht ein Teil der Zahlung. "Das kann beispielsweise bei volljährigen Kindern relevant sein, die nach einer zwischenzeitlichen Berufstätigkeit wieder ihre Ausbildung fortsetzen", so der Steuerexperte. "In dieser Situation wird der Antrag schnell vergessen."

Gute Chancen für Arbeitnehmer [Quelle: Handelsblatt]

Renten

Die Zahl der steuerpflichtigen Rentner steigt. Zuletzt mussten nach Schätzungen des Bundesfinanzministeriums (BMF) rund 4,4 Millionen Rentner Steuern zahlen – wobei ein zusammen veranlagtes Paar als ein Steuerpflichtiger zählt. Ein lediger Rentner, der 2018 in Rente ging, konnte laut BMF im vergangenen Jahr noch eine Jahresbruttorente in Höhe von bis zu 13.817 Euro steuerfrei einstreichen – wobei diese Berechnung nur für Personen gilt, die ausschließlich Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder vergleichbare Altersrenten beziehen und keine anderen, steuerlich relevanten Einkünfte haben. Seit 2005 steigt der steuerpflichtige Rentenanteil. 2018 müssen schon 76 Prozent der Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung, den landwirtschaftlichen Alterskassen, den berufsständischen Versorgungswerken und den kapitalgedeckten Rentenversicherungen (Rürup-Rente) versteuert werden. Wer 2040 in Rente geht, wird 100 Prozent dieser Bezüge versteuern müssen.

Anders als bei Lohn- und Gehaltszahlungen wird die Steuer nicht automatisch von der Rente abgezogen und an den Fiskus überwiesen. "Rentner sollten deshalb jährlich prüfen, ob eine Steuerpflicht besteht", empfiehlt Rauhöft. Änderungen können sich durch allgemeine Rentenerhöhungen oder einen Anstieg der individuellen Einnahmen aus der Vermietung von Immobilien oder aus Kapitalanlagen ergeben.

Grenzwerte

Wie jedes Jahr sind auch 2018 einige Grenzwerte gestiegen, dank denen Steuerzahler höhere Ausgaben bei der Steuererklärung geltend machen können: Der Grundfreibetrag – das steuer-freie Existenzminium – ist 2018 auf 9.000 Euro gestiegen. "Wer bedürftige Angehörige unterstützt, kann Zahlungen bis zu diesem Betrag, zuzüglich Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, als Unterhalt absetzen", sagt Rauhöft vom BVL. Auch die Altersvorsorge wurde erneut attraktiver. Ledige können für 2018 Vorsorgeaufwendungen in Höhe von bis zu 23.712 Euro geltend machen – Ehepaare das Doppelte. Das Finanzamt berücksichtigt davon 86 Prozent.

Für beruflich bedingte Umzüge wurde die Pauschale ebenfalls erhöht: Wer seinen Umzug ab dem 1. März 2018 beendet hat, kann dafür pauschal 787 Euro absetzen (Verheiratete: 1.573 Euro). Für jede weitere Person kommt ein Pauschalbetrag in Höhe von 347 Euro hinzu.

Spenden

Eine Neuerung in den Steuerformularen trifft die Angabe von Spenden. Ab sofort gibt es separate Felder für in- und ausländische Spenden. "Das bietet dem Finanzamt eine bessere Übersicht, denn Spenden können nur dann von der Steuer abgesetzt werden, wenn sie einer gemeinnützigen Organisation zugutekommen", erklärt Klocke vom BdSt. Bei Spenden an Organisationen im Ausland muss das Finanzamt separat prüfen, ob die Bedingungen für eine Steuerbegünstigung erfüllt sind.

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