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Konto: Getrennt oder gemeinsam?

Finanzen beim Zusammenleben

Irgendwann kommt bei den meisten Paaren der Wunsch nach einem gemeinsamen Zuhause auf. Egal, ob einer von euch beim anderen einzieht oder ihr zusammen eine neue Wohnung sucht: Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, euch Gedanken über eure Finanzen zu machen. Grundsätzlich haben sich für Paare drei verschiedene Modelle herauskristallisiert. Welches davon zu euch passt, könnt ihr mit einigen gezielten Fragen herausfinden – dazu später mehr.

Modell 1: Ihr führt weiterhin getrennte Konten.

In diesem Modell behält jeder die Kontrolle über seine eigenen Finanzen und kommt selbständig für seinen Unterhalt auf. Gemeinsame Ausgaben, zum Beispiel für Miete, Lebensmittel oder Klopapier, werden gerecht geteilt – entweder, indem einer alles zahlt und der andere ihm monatlich einen entsprechenden Betrag überweist, oder indem manche Kosten vom einen, manche vom anderen beglichen werden. Für kleinere Barausgaben empfiehlt es sich, eine Haushaltskasse einzurichten, in die jeder am Monatsbeginn einen festgelegten Betrag einzahlt. Damit ihr wisst, wie viel ihr in etwa verbraucht, könnt ihr in den ersten Monaten ein Haushaltsbuch führen (gibt es auch als App oder – für Stipendiaten von e-fellows.net – als kostenlose Software von WISO).

Welche Kostenteilung als gerecht empfunden wird, ist von Paar zu Paar verschieden – und abhängig von eurer konkreten Situation. Wenn ihr beide Studenten seid, ist eine Teilung von 50/50 angemessen und birgt das geringste Konfliktpotenzial. Seid ihr bereits berufstätig, kann man die Teilung auch anders gestalten, zum Beispiel in Relation zum Gehalt. Trotzdem sollte es nicht darauf hinauslaufen, dass einer auf Dauer alles und der andere gar nichts zahlt. Denn wenn euch Geld nicht völlig gleichgültig ist, birgt ein solches Ungleichgewicht Zündstoff für viele Streits.

Getrennte Kontenführung würde ich immer empfehlen. Wir schreiben jeder über den Monat auf, was wir ausgegeben haben (also Lebensmittel und so) und einmal im Monat gleichen wir dann die Differenz aus. In der Regel hat einer mal 20 Euro mehr und das andere Mal 20 Euro weniger gezahlt. Einen Gehaltsunterschied gibt es bei uns nicht wirklich, deshalb spielt das keine große Rolle. Aber auch sonst würde ich das wahrscheinlich so handhaben. Das sind ja nur so Ausgaben von 300 Euro für uns beide zusammen; davon kann auch ein "armer" Partner immer die Hälfte stemmen. Bei Sonderinvestitionen, die der eine nicht hälftig mitfinanzieren kann, sollte sie der andere allein finanzieren. Damit steht ihm aber auch das Alleineigentum zu, was vor allem im Fall der Trennung relevant ist. Ein Auto kann demnach einer bezahlen; hindert natürlich nicht daran, dass man es sich dann teilt und auch die laufenden Kosten halbiert.

Anonym U

Modell 2: Ihr eröffnet ein Gemeinschaftskonto zusätzlich zu euren eigenen Konten.

In diesem Modell haltet ihr eure Finanzen zwar weiterhin getrennt, richtet aber zusätzlich ein Konto ein, auf das ihr beide Zugriff hat. Darauf zahlt ihr monatlich einen Fixbetrag ein (egal ob für beide gleich hoch oder wieder anteilig je nach Einkommen), mit dem alle gemeinsamen Kosten und Anschaffungen bezahlt werden. Alles andere (Klamotten, Monatsticket, Fitnessstudio, Make-up, Bücher, …) läuft über die getrennten Konten.

Für die gemeinsamen, regelmäßigen Ausgaben, also Warmmiete, Kita-Gebühren, Strom, Versicherungen, GEZ etc. haben wir ein gemeinsames Konto. Wir zahlen beide paritätisch im Monat darauf 600 Euro ein. Da wir seit Jahren ungefähr 50/50 verdienen, haben wir das so eingerichtet, in Zeiten größerer Asymmetrie war das mal anders. Für die normalen Einkäufe hatten wir mal ein gemeinsames Portemonnaie, wo jeder pro Monat circa 100 Euro reingelegt hat, das haben wir aber abgeschafft. Bei uns zahlt mal sie und mal ich den Einkauf, aber wir rechnen nicht nach, wer was macht. Urlaube zahlen wir auch in der Regel 50:50. Da machen wir es aber praktisch so, dass ich alles vorstrecke und sie mir hinterher die Hälfte überweist.

Anonym L

Die folgenden drei Punkte gilt es bei Gemeinschaftskonten zu beachten:

  • Das gemeinsame Konto muss ein Oder-Konto sein. Nur dann ist der eine ohne Einverständnis des anderen berechtigt, Geld abzuheben oder Überweisungen zu tätigen.
  • Wenn ihr beide Kontoinhaber seid, haftet ihr auch beide. Ein Beispiel: Überzieht dein Partner das Konto und kann den Betrag nicht zurückzahlen, kann sich die Bank dafür auch an dich wenden.
  • Parkt auf dem Konto keine Geldbeträge, die nichts mit euren gemeinsamen Ausgaben zu tun haben und eindeutig dem einem oder dem anderen gehören. Denn theoretisch werden 50 Prozent des übertragenen Geldes als Schenkung an den Partner gewertet, für die auch Schenkungssteuer anfallen kann. Für unverheiratete Paare liegt der Schenkungsfreibetrag bei 20.000 Euro, für verheiratete Paare bei 500.000 Euro (jeweils innerhalb von zehn Jahren).

Modell 3: Ihr löst eure bisherigen Konten auf und richtet ein gemeinsames Konto ein.

In diesem Modell unterhaltet ihr nur noch das Gemeinschaftskonto, auf das alle Einkommensströme einfließen und von dem alle Kosten beglichen werden. Für sein Privatvergnügen erhält jeder Partner ein Taschengeld; was darüber hinaus übrigbleibt, wird gespart.

Dieses Modell empfiehlt sich vor allem für Paare, die schon ein gemeinsames Kind haben. Denn dann wird sehr wahrscheinlich einer der beiden Partner beruflich kürzertreten und entsprechend weniger verdienen.

Gerade wenn einer der beiden für die Familie kürzertritt, finde ich es nur fair, wenn der andere dieses große Opfer finanziell ausgleicht und es nur gemeinsames Geld gibt. […] Wenn man sich in die Lage begibt, dass man für die Familie daheimbleibt oder anderweitig im Job kürzertritt, begibt man sich ja auch zu einem gewissen Grad in ein Abhängigkeitsverhältnis. Man kann das so sehen, dass der daheimbleibende Partner die Hälfte des Geldes des anderen dadurch "verdient" hat, dass der vielverdienende nicht stattdessen daheimbleiben musste. Wenn man Angst hat, dass der andere ein "Gold Digger" ist, sollte man diese Person nicht heiraten und schon dreimal nicht Kinder zusammen in die Welt setzen.

Anonym H
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