Partner von:

Beim Ehrenamt für den Job trainieren

Wie wichtig ist soziales Engagement im Lebenslauf bei einer Bewerbung bei Bosch?

Uns geht es darum, dass unsere Bewerber durch außeruniversitäres Engagement zeigen, dass sie über den Tellerrand hinausschauen können. Deswegen achten wir auf Tätigkeiten neben dem Studium. Das kann schon aus dem Lebenslauf und den Unterlagen hervorgehen, die die Bewerber bei uns einreichen. Konkret sprechen wir darüber dann im persönlichen Interview.

Wiegt ein Ehrenamt vielleicht die eine oder andere durchschnittlichere Note auf?

Wir sehen das bei einem Bewerber nicht nur schwarz oder weiß. Die Summe muss stimmen. Wir schauen uns denjenigen mit dem perfekten Lebenslauf samt Spitzen-Praktika, Auslandserfahrung und Top-Noten genauso an wie den, bei dem ein Praktikum ein bisschen kurz war, eine Note besser sein könnte, der sich aber außerhalb der Uni ins Zeug gelegt hat. Am Ende des Interviews zählt der Gesamteindruck, und der kann beim Bewerber mit Engagement und zu kurzem Praktikum sehr gut sein.

Was "zählt" als außeruniversitäres Engagement?

Eigentlich alles, was nicht unmittelbar mit dem eigenen Studium zu tun hat. Das kann Vereinsarbeit, ein Engagement bei einer Studenteninitiative, Karitatives oder Jugendarbeit sein. Wichtig ist uns, dass die Leute dabei etwas mitnehmen. Sie schauen bei ihren Ehrenämtern über den Tellerrand hinaus und lernen andere Perspektiven kennen. Wichtig ist nicht die Masse, sondern die Überzeugung, die dahinter steckt. Die finden wir im Interview schnell raus. Flunkern würde da sofort auffliegen. Mir persönlich ist aber noch nicht untergekommen, dass das jemand versucht hätte.

Warum ist soziales Engagement wichtig?

Bosch ist ein sehr soziales Unternehmen. Neben der Zukunfts- und Ertragsorientierung spielen Werte wie Chancengleichheit, Fairness und kulturelle Vielfalt bei uns eine große Rolle. Schon für unseren Firmengründer Robert Bosch war unternehmerische Arbeit nie Selbstzweck. Vielmehr wollte er eine "sinnvolle gesellschaftliche Wirklichkeit" mit gestalten. Unsere Mitarbeiter sollten sich in diesem Grundsatz wiederfinden. Engagierte Bewerber bringen Belastbarkeit mit, sie können mit Verantwortung umgehen und organisieren, und sie zeigen Eigeninitiative. Das sprechen wir natürlich anderen nicht ab, aber sie haben vielleicht weniger Erfahrung darin.

Wie wichtig ist soziales Engagement im Lebenslauf eines Bewerbers bei McKinsey?

Wir versuchen stets, uns ein möglichst umfassendes Bild des Bewerbers zu machen. Außeruniversitäres Engagement ist neben hervorragenden akademischen Leistungen und sehr guten analytischen und kommunikativen Fähigkeiten ein wichtiger Mosaikstein, der zum Gesamtbild beiträgt. Das heißt allerdings auch, dass der eine Faktor nicht den anderen aufwiegen kann.

Auf welche Art von Engagement legen Sie Wert?

Wir suchen echte Persönlichkeiten, die sich auch neben ihrer akademischen Ausbildung einbringen. Dies kann zum Beispiel im sozialen, politischen oder sportlichen Bereich sein. Wir schätzen jegliches Engagement und verstehen es als Ausdruck dessen, dass der Bewerber etwas bewegen und verändern möchte. Die Frage nach der Glaubwürdigkeit des Engagements stellt sich dabei zunächst nicht. Es ist immer wieder beeindruckend, zu welchem Einsatz auch junge Menschen bereit sind, wenn sie sich mit einer Sache identifizieren oder für eine Idee begeistern.

Was verspricht sich McKinsey vom Ehrenamt der Mitarbeiter?

Der Wunsch, zum Bestehen der Gesellschaft beizutragen, ist ein fester Bestandteil der Firmenkultur von McKinsey & Company. In der Firmengeschichte haben wir zu jeder Zeit mit Non-Profit-Organisationen, Stiftungen und öffentlichen Stellen zusammengearbeitet, in erster Linie auf Pro-Bono-Basis. Damit folgt McKinsey der amerikanischen Tradition von "community work" und "local citizenship". Als Unternehmensberatung möchten wir Veränderungen bewirken, die nachhaltig zum Unternehmenserfolg unseres Klienten beitragen. Wir glauben, dass Menschen, die sich bereits in ihrem Privatleben engagieren, auch im Beruflichen an Veränderungen interessiert sind.

Hat ein ehrenamtlich engagierter Mitarbeiter Fähigkeiten, die andere so nicht haben?

Soziale Kompetenz ist eine Grundvoraussetzung für die Arbeit bei McKinsey, da Berater ständig im Team und eng mit dem Klienten zusammenarbeiten. Das verlangt Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, Flexibilität und Einfühlungsvermögen. Menschen, die sich sozial oder gesellschaftlich engagieren, gehen oft mit einem Blick auf den Menschen an Fragestellungen heran. In der Beratung ist es eine sehr hilfreiche Eigenschaft, dass man sich fragt, weshalb Menschen sich auf eine bestimmte Art verhalten. Die Frage nach der Motivation hilft – gerade wenn es um die Interaktion mit Menschen geht und darum, wie man die Beteiligten dazu bewegt, eine schwierige oder riskante Entscheidung zu fällen.

Unterstützen Sie das Ehrenamt Ihrer Mitarbeiter aktiv?

Viele Kollegen setzen ihr ehrenamtliches Engagement auch nach ihrem Berufseinstieg fort, auch wenn sie dabei bisweilen den zeitlichen Umfang des Engagements an die Anforderungen des Beraterberufs anpassen müssen. McKinsey unterstützt ehrenamtliches Engagement, indem wir unseren Kollegen Freiraum geben, sich in Pro-bono-Initiativen und Projekten zu engagieren. Viele dieser Aktivitäten sind schließlich aus der Initiative Einzelner entstanden, die mit ihrer Begeisterung für eine (gute) Sache andere Kollegen angesteckt haben.

Lust auf Ehrenamt? Hier findest du vielleicht das Richtige

nach oben

Du hast eine zündende Idee für einen Artikel auf e-fellows.net? Schreib für uns als Gastautor. Wir freuen uns auf deine Beiträge!

Verwandte Artikel

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren