Hobbys und Engagement im Lebenslauf: Hula tanzen und zweifelhaftes Engagement

Autor*innen
Sabine Würkner
Tanzende Person, deren Kopf durch einen Hundekopf, der eine Brille trägt und dessen Zunge heraushängt, ersetzt wurde.

Hobbys und soziales Engagement sind strittige Punkte im Lebenslauf: Soll man Freizeitaktivitäten überhaupt aufführen? Was fällt unter soziales Engagement? Wird mein ausgefallenes Hobby ein schlechtes Licht auf mich werfen? Hier ein paar Tipps für mehr Klarheit.

Mit meiner Bewerbung möchte ich ein seriöses und kompetentes Bild von mir zeichnen. Das Unternehmen soll meine Fähigkeiten dadurch kennen- und im Idealfall schätzen lernen. So weit, so gut. Aber nicht nur pure Fähigkeiten sind gefragt. Schließlich will ein Unternehmen keinen Roboter einstellen, sondern eine Persönlichkeit. Fundierte Fachkenntnisse sind zweifelsohne wichtig, aber wenn der neue Mitarbeiter nicht ins Team oder den Kundenstamm passt, dann gleichen Top-Noten das nicht aus. Was für ein Mensch steckt also hinter der Bewerbung? Was du in deiner Freizeit tust, gibt Aufschluss – und solltest du damit in den Lebenslauf schreiben.

Christina Conrad, HR-Managerin bei Bertelsmann, meint: "Ich finde es gut, wenn Bewerber nicht nur "Lesen und Schwimmen" in ihrem CV angeben. Vielleicht bekommt man durch ein besonderes Hobby völlig neue Anregungen. Die kommen wieder dem Job zu Gute. Außerdem ist es immer von Vorteil, sich von der Masse abzuheben. Die Bewerbung von der Bauchtänzerin bleibt dann vielleicht besonders hängen."

Hobbys lässt im Lebenslauf nur der weg, der keine hat

Mal ehrlich: Wer würde schon gerne mit Menschen acht Stunden und mehr am Tag zusammenarbeiten, die außer Arbeiten keine Hobbys haben? Klingt es nicht sympathisch, wenn sich jemand seit Jahren in einem Verein als Trainer engagiert oder bei einer wohltätigen Organisation mithilft? Also, schreibt Engagement und Hobbys in euren Lebenslauf – gerne unter einem Punkt, das spart Platz. Vor allem beim Engagement ist es sinnvoll, auch die Tätigkeitsdauer anzugeben und vielleicht ein paar Stichworte zum Ehrenamt zu schreiben.

Was fällt unter soziales Engagement?

Unter dem Lebenslauf-Punkt "Soziales Engagement" tummeln sich die vielfältigsten Einträge. Meine persönlichen Highlights: eine Liste aller Recruiting-Events, die ein Bewerber jemals besuchte, der Eintrag "bis 12/2014: Mutter eines Sohnes" und "Teilnahme an einem Wettbewerb, bei dem man eine Brücke aus Papier basteln sollte". Das wird bestenfalls von einem Personaler belächelt. Ernstzunehmendes Engagement, mit dem ihr beim Unternehmen punkten könnt, ist dauerhaft und mit wirklicher Arbeit und selbstlosem Einsatz verbunden.

Omas über die Straße helfen?

Ihr wart jahrelang Handballtrainer einer Jugendmannschaft? Seid nach dem Zivi den Sanitätern treu geblieben? Sitzt im Vorstand der freiwilligen Feuerwehr? Engagiert euch in einer Studenteninitiative oder der Fachschaft? Oder wart ein paar Monate in einem Entwicklungsland für ein Projekt? Dann rein damit in euren Lebenslauf! Die Omas dieser Welt führt ihr bitte weiterhin über die Straße – aber besser nicht in euren Lebenslauf.

Hilfe, ich habe ein exotisches Hobby!

Bauchtanz, Live-Rollenspiel, Chinchillas züchten. Hobbys – auch exotische – sind im Lebenslauf gerne gesehen. Natürlich hat alles Grenzen. Aber solange ihr in eurer Freizeit keine Robben schlachtet oder samstags mit den Kumpels Schalke-Fans vermöbelt, ist alles willkommen. Gerade außergewöhnliche Hobbys bieten einen guten Einstieg ins Bewerbungsgespräch. Da hakt man als Personaler gerne direkt zu Beginn nach. Das ist für den Bewerber von Vorteil, weil er dadurch zu einem angenehmen Thema viel erzählen kann und so seine Nervosität abbaut.

Alina Ting aus dem Recruiting der Deutschen Bank zum Thema Kickboxen: "Warum sollte es bei einem Personaler einen schlechten Eindruck hinterlassen, wenn ein Bewerber Kickboxen macht? Kampfsport baut Stress ab und fördert Koordination und Konzentration. Das ist als Ausgleich für einen stressigen Job doch super. Und soll ich etwas verraten: So etwas Ähnliches wie Kickboxen mache ich auch. Macht mir sehr viel Spaß – und in meiner Bewerbung würde ich es auch angeben."

Ein letzter Tipp zum Schluss

Die korrekte deutsche Schreibweise ist übrigens "Hobbys" und nicht "Hobbies".

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