Ein Freigeist, der nicht aufgibt

e-fellow des Monats Finn auf Schiff

Über klassische Grenzen hinauszudenken ist Finns Ding. Das merkt man an seiner Vorliebe für interdisziplinäre Fächer und Forschung - und daran, dass er lieber in Deutschland freiwillig Zivildienst macht, anstatt nach seinem Abschluss an einer englischen Uni zu studieren.

Seine letzten beiden Schuljahre verbrachte Finn an einer englischen Schule. Der Unterschied zu Deutschland: Man habe dort weniger Fächer, gehe dabei aber mehr in die Tiefe, und die Lehrer verdeutlichten stärker die Verknüpfung zu anderen Fächern.

Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten

Nach seinem Schulabschluss in England ging Finn zurück nach Deutschland, um freiwillig Zivildienst zu machen. Freunde haben diese Entscheidung belächelt, hatte er doch mehrere Angebote von namhaften englischen Unis. Für Finn war es jedoch wichtiger, "auch eine andere Perspektive zu bekommen". Bei seiner Arbeit half er dabei, psychisch Kranke wieder ins Arbeitsleben zu integrieren. Rückblickend war das für ihn eine sehr persönliche Erfahrung und eine gute Ergänzung zum späteren rational geprägten VWL-Studium.

Sein Weg zum Stipendium

Finn ermutigt dazu, nicht aufzugeben. Seine ersten Bewerbungen bei e-fellows.net scheiterten an seinen Noten. Zu seiner Promotion bewarb er sich erneut, und jetzt ist er ein wertvolles Mitglied der Community. Im diesjährigen e-fellows.net-Expertenforum "Dein Weg zum Stipendium" war Finn als Stipendiaten-Experte für das Evangelische Studienwerk e.V. Villigst nicht zu stoppen. Als Grund für sein Engagement gibt er an, dass er sich eben die Zeit dafür genommen habe, weil er Begabtenförderung wichtig findet. "Die Leute wissen einfach zu wenig darüber. Das Gefühl, etwas Gutes und Richtiges zu tun, entsteht erst einmal dadurch, das Schlechte zu vermeiden. Wenn man dann auch noch jemandem helfen kann, ist das gut."

Als Inspiration für Stipendiensucher mag auch Finns sonstiges Engagement für Villigst dienen. Er entscheidet bei der Vorauswahl in Oldenburg mit. "Hier wird keiner nur aufgrund der Akte abgelehnt". Die Erfahrung, "auf der anderen Seite eines Vorstellungsgesprächs zu sitzen", gibt ihm außerdem mehr Selbstvertrauen für seine eigenen Bewerbungen. Denn er habe dadurch gelernt, dass es keine einzig richtige Antwort gebe.

Der Währungskrieg als Promotionsthema

Anschließend an sein VWL-Studium promoviert er seit 2009 über den Zusammenhang zwischen Wechselkursen und der wirtschaftlichen Entwicklung. Er untersucht, wieso Länder mithilfe von Exporten wachsen, wie etwa China und Deutschland es tun. Und ob eine Manipulation der Währung kurzfristig mehr Wachstum für ein Land bringt, aber langfristig zu Finanzmarktkrisen führen kann. Ab Januar hat Finn eine Stelle beim Zentrum für Transnationale Studien (ZenTra) der Universitäten Oldenburg und Bremen. "Verrückt", wie er sagt, denn er ist gerade im letzten halben Jahr seiner Promotion. Bei seinem neuen Job wird er dann zusammen mit Juristen, BWLern, VWLern und Soziologen die Rolle von Rating-Agenturen untersuchen. "Wie funktionieren sie? Erfüllen sie unsere Erwartungen?"

Den Kopf benutzen

Finn probierte sich auch als Journalist für den "Finanzen Verlag" in München. "In meinem ersten Artikel habe ich kaum eines meiner eigenen Wörter wiedergefunden", sagt er. Freiberuflich hilft er dort immer noch beim Ökonomen-Barometer - einem "Stimmungsbarometer für die Wirtschaft", bei dem sie VWL-Professoren befragen. Seine Zukunft plant er in der Finanzbranche, um dort "zu weniger Übertreibung und mehr ethischem Verhalten beizutragen". Er möchte auf jeden Fall einen Job, bei dem er "mit seinem Kopf arbeiten kann".

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