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Bis Jahresende noch schnell Steuern sparen und kräftig profitieren

Steuererklärung machen [© Gina Sanders - Fotolia.com]

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Die Zeit läuft: Wer seine Ausgaben bis Jahresende taktisch plant, kann teils mehrere Tausend Euro an Steuern sparen. Die besten Tipps im Überblick.

Wer fleißig Quittungen von Schreibwaren, Fortbildungen oder Bewerbungskosten sammelt, ist oft enttäuscht. Bei Arbeitnehmern werden 1.000 Euro Werbungskosten als Pauschbetrag berücksichtigt. Erst jeder weitere Euro wirkt sich aus. Bis Jahresende lohnt daher etwas Taktik. Ist absehbar, dass Arbeitnehmer nicht über 1.000 Euro kommen, sollten sie größere Ausgaben im Folgejahr bündeln, damit die eine Steuerersparnis bringen. Auch berufliche Fahrtkosten zählen. Pendler, die mit dem eigenen Auto fahren, dürfen pro Arbeitstag und Kilometer der einfachen Strecke 0,30 Euro ansetzen. Liegen Arbeitnehmer absehbar über der 1.000-Euro-Grenze, könnten sie Anschaffungen vorziehen. Beruflich gekaufte Gegenstände von bis zu 487,90 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) sind sofort absetzbar. Bis zu 48 Prozent davon (inklusive Soli und Kirchensteuer) trägt dann der Fiskus. Teure Geräte, etwa Computer, müssen über mehrere Jahre abgeschrieben werden.

Sind Steuerzahlern bereits hohe Ausgaben für ihre Gesundheit entstanden, könnten sie weitere Behandlungen oder Anschaffungen vor Jahresende bezahlen. Solche Krankheitskosten können als außergewöhnliche Belastungen zählen. Doch Vorsicht, ein zumutbarer Eigenan- teil wird abgezogen. Dessen Höhe hängt etwa von Einkünften und Kinderzahl ab. Ein Single mit 40.000 Euro Einkünften muss bis zu sechs Prozent davon (2.400 Euro) alleine tragen. Steuerzahler mit mehr als 51.130 Euro Einkünften und einem oder zwei Kindern müssen vier Prozent selbst aufbringen. Außerdem zählen nur notwendige, angemessene Ausgaben, die zwangsläufig entstehen. Als Nachweis hilft ein vorab ausgestelltes ärztliches Attest. In umstrittenen Fällen, etwa bei Bandscheibenmatratzen, ist ein amtsärztliches Attest nötig. 

Handwerkerrechnungen splitten

Während Werbungskosten und außergewöhnliche Belastungen nur das zu versteuernde Einkommen senken, drücken Kosten für Handwerker oder Haushaltshilfen direkt die zu zahlende Steuer. Dafür müssen Arbeiten allerdings im eigenen Haushalt erbracht werden. 20 Prozent der Kosten werden von der Steuerschuld abgezogen. Von Handwerkerrechnungen (nur Arbeitskosten) zählen pro Haushalt aber maximal 6.000 Euro pro Jahr, bei Haushaltshilfen auf 450-Euro-Basis maximal 2.550 Euro und bei sonstigen Haushaltshilfen höchstens 20.000 Euro im Jahr zu je 20 Prozent. Haben Steuerzahler die Höchstbeträge ausgeschöpft, sollten sie Ausgaben auf 2016 schieben. Eventuell können Handwerker Rechnungen splitten. Achtung: Barzahlungen zählen nicht (Ausnahme: Minijob im Privathaushalt).

PKV im Voraus bezahlen

Ein Spezialtipp, nämlich die Vorauszahlung von Beiträgen zur Krankenversicherung, kann sich besonders lohnen. Die WirtschaftsWoche hatte erstmals 2011 darüber berichtet (Ausgabe 33/2011) und vielen Lesern seitdem Tausende Euro an Steuern erspart. Hintergrund: Die Ausgaben für Kranken- und Pflegeversicherung sind als Sonderausgaben absetzbar – in voller Höhe, wobei von PKV-Beiträgen nur der auf eine Basisabsicherung entfallende Anteil berücksichtigt wird (ohne Beiträge für Komfortleistungen). Allein damit überschreiten viele den Steuerhöchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen von 1900 Euro im Jahr (Selbstständige: 2.800 Euro). Alle übrigen ansetzbaren Vorsorgeaufwendungen, etwa Versicherungsbeiträge, fallen dann unter den Tisch. Zahlen privat Krankenversicherte ihre Beiträge für bis zu zweieinhalb Jahre im Voraus, werden diese steuerlich dieses Jahr berücksichtigt. In den Folgejahren bleibt dann Spielraum, um andere Versicherungsbeiträge abzusetzen. Die Vorauszahlung ist besonders attraktiv, wenn dieses Jahr viel versteuert werden muss. Denn das zu versteuernde Einkommen sinkt so deutlich. Damit erspart die Vorauszahlung den sonst fälligen Grenzsteuersatz (mit Soli und Kirchensteuer bis zu 48 Prozent). Der Versicherer DKV bestätigt auf Anfrage, dass Vorauszahlungen problemlos möglich seien. Sie müssten allerdings bis 21. Dezember verbucht werden.

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