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Wie komme ich an die Kohle?

Arm Tattoo Geld [Quelle: Pexels.com, Autor: Karolina Grabowska]

Quelle: Pexels.com, Karolina Grabowska

Corona-Hilfe, Stipendium oder Nebenjob: So kannst du dein Studium finanzieren

STIPENDIUM

In Deutschland gibt es 13 Begabtenförderungswerke wie die Friedrich-Ebert-Stiftung oder die Heinrich-Böll-Stiftung, die Stipendien an Studierende mit herausragenden Leistungen vergeben, auch für den Master. Pro Monat zahlen sie bis zu 1.044 Euro sowie einen Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung. Weitere Stipendiengeber findest du über die Datenbank stipendienlotse.de.

Außerdem gibt es spezielle Stipendien, zum Beispiel für alleinerziehende Mütter von der Stiftung Mutter und Kind. Manche Stipendien findest du auch nur auf der Website der Uni unter dem Stichwort "Studienfinanzierung" oder über deren Beratungsstellen.

Wenn es mit dem Vollstipendium nicht klappt, kann es sich lohnen, nach kleineren Stipendien für Reisekosten, Bücher oder Praktika zu suchen. Die werden teilweise von den Universitäten selbst angeboten, etwa von der Uni Hamburg. "Vielen ist nicht klar, dass es nicht nur auf die Noten ankommt", sagt Karen Tepel, Sozialberaterin beim Studentenwerk Hannover. "Wer sich neben der Uni engagiert, etwa in einem Nachbarschaftsverein, braucht keinen Einserdurchschnitt für ein Stipendium."

Auch Unternehmen wie Google oder die Deutsche Telekom bieten Stipendien an. Zur Förderung gehören oft Praxisphasen sowie ein Mentor. Bewerben sollte man sich möglichst vor Beginn des Studiums oder spätestens im ersten Semester, denn viele Stipendiengeber fördern nur, wenn man noch mindestens drei Semester Regelstudienzeit vor sich hat.

KREDIT

Anders als beim Stipendium oder Bafög muss ein Kredit in voller Höhe und mit Zinsen zurückgezahlt werden. "Da raten wir immer zur Vorsicht", sagt Karen Tepel vom Studentenwerk Hannover. "Trotzdem kann es sinnvoller sein, einen Kredit abzuschließen, als in eine unkontrollierte Überschuldung zu geraten, weil man seinen Konto-Dispo überzieht."

Zuerst sollte man einen Termin mit der Sozialberatung der Uni oder des Studierendenwerks ausmachen. Gemeinsam kann geprüft werden, wo man noch Gelder beantragen kann, etwa Wohngeld, sodass die Kreditsumme möglichst niedrig ist.

Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) vergleicht jährlich verschiedene Studienkredite nach Kriterien wie Kosten, Risikobegrenzung und Flexibilität. Den Bericht gibt es kostenlos online. Laut CHE wird der Studienkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) am häufigsten genutzt. Er fördert maximal sechs Semester mit 100 bis 650 Euro monatlich. Der Normalzinssatz liegt derzeit mit mehr als vier Prozent recht hoch. Allerdings fallen wegen der Pandemie für das Jahr 2021 keine Zinsen an.

Der Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes richtet sich an Studierende kurz vor dem Abschluss, der Zinssatz liegt dort derzeit bei unter einem Prozent. Wenn man also nur noch vier Monate Geld braucht, um in Ruhe die Masterarbeit zu schreiben, kann ein solcher Kredit sinnvoll sein.

CORONA-ÜBERBRÜCKUNGSHILFE

Die "Überbrückungshilfe für Studierende in pandemiebedingten Notlagen" ist für diejenigen gedacht, die wegen der Pandemie weniger als 500 Euro auf dem Konto haben. Entweder weil sie ihren Nebenjob verloren haben oder weil sie kein Bafög bekommen und die Eltern nicht einspringen können. Auf der Website überbrückungshilfe-studierende.de kann man die Hilfe beantragen.

Dafür braucht man einige Nachweise, etwa die Kontoauszüge aller Konten vom Vormonat bis zu dem Tag, an dem der Antrag gestellt wird. Wie viel Geld man bekommt, hängt davon ab, was man noch auf dem Konto hat. Es gibt mindestens 100 Euro und maximal 500 Euro pro Monat.

Wichtig: Die Hilfe richtet sich nicht an Studierende, die schon vorher pleite waren. "Man muss nachweisen, dass man durch die Pandemie einen Einkommensverlust hatte. Zum Beispiel mit einer Kündigung oder abgelehnten Bewerbungen", sagt Tepel.

Die Überbrückungshilfe muss jeden Monat neu beantragt werden, nachträglich gezahlt wird sie nicht. Dafür muss man nichts zurückzahlen.

NEBENJOB

Drinks mixen in der Bar, Kuchen verkaufen im Café oder auf der Messe aushelfen: Viele Nebenjobs fallen gerade weg. Laut dem Indeed Hiring Lab brach die Zahl der Studierendenjobs im September, also noch vor dem zweiten Lockdown, im Vergleich zum Vorjahr um fast die Hälfte ein. Dagegen stieg die Zahl der Angebote in Bereichen wie Bildung und Erziehung, bei Fahrdiensten oder in der Logistik. "Die meisten Jobs gibt's im Warenversand", sagt Karen Tepel vom Studentenwerk Hannover. Zwar werde hier oft nur der Mindestlohn gezahlt, die Branche sei im Moment aber recht krisensicher. Tepel rät, sich auch bei Zeitarbeitsfirmen für Studierende zu bewerben, etwa über studitemps.de.

Außerdem suchen Supermärkte und Drogerien zusätzliche Aushilfen, weil Mitarbeitende ausfallen. Arztpraxen suchen Leute, die während der Pandemie Telefondienste übernehmen, Anwaltskanzleien Aushilfen für die Sachbearbeitung. Manche Unternehmen bieten auch Nebenjobs an, die man von zu Hause aus erledigen kann, etwa Kundenakquise.

© ZEIT ONLINE (Zur Original-Version des Artikels)

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