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Streicheln gegen Stress

[Quelle: unsplash.com, Autor: Aditya Ali]

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Wer Tiere streichelt, baut Anspannung ab, sagen Studien. Die Uni Amsterdam macht sich das jetzt mit einem "Puppy Room" zunutze. Dort durften Studierende kürzlich mit Hundewelpen schmusen.

Straffe Studienpläne dank Bologna-Reform, gepaart mit unsicheren Jobaussichten: Der Erfolgsdruck auf viele Studierende wächst. Besonders in der Examenszeit leiden viele an Versagensängsten, was den Stresspegel besonders steigen lässt. Die Universität Amsterdam macht sich deshalb seit kurzem zunutze, was wissenschaftlich schon länger belegt ist: Dass das Streicheln von Tieren gegen Stress hilft.

In der Bibliothek der Hochschule wurde deshalb in der vergangenen Woche ein Raum eingerichtet, in dem Studierende 15 Minuten lang mit einem Hundewelpen kuscheln durften, wie die NL Times berichtete.

Im sogenannten "Puppy Room" durften die Studierenden mit zehn Welpen spielen – natürlich nicht alle gleichzeitig, jeder bekam einen bestimmten Zeitraum zugewiesen. Die 160 Termine waren innerhalb einer knappen Stunde online ausgebucht. Die Universität plant schon eine Wiederholung der Aktion für den nächsten Examenszeitraum.

Blutdrucksenker Bulldogge

Kein Wunder, dass der Andrang groß war. Denn Hundebabys sind nicht nur niedlich. Die Anwesenheit von Haustieren kann besonders in Stresssituationen den Blutdruck senken. Das fanden Forscher der Buffalo University New York schon im Jahr 2001 heraus.

In einer sechs Monate dauernden Untersuchung erhielten 24 Börsenmakler blutdrucksenkende Medikamente, 24 weitere wurden zu Hunde- oder Katzenbesitzern. Das Ergebnis: Unter Stress stieg der Blutdruck der Haustierhalter nicht einmal halb so stark an wie der Blutdruck ihrer Kollegen, die medikamentös behandelt wurden.

Eine weitere Studie aus den Vereinigten Staaten aus dieser Zeit untersuchte wiederum den Einfluss von Tieren auf die Arbeitsatmosphäre in Unternehmen. Abschließend kamen die Wissenschaftler der Eastern Kentucky University zu der Erkenntnis, dass Tiere im Büro das Betriebsklima nachhaltig verbessern. Mitarbeiter, in deren Unternehmen Tiere erlaubt waren, kamen besser gelaunt und wesentlich motivierter zur Arbeit.

Auch zum Wohl der Tiere?

Der Deutsche Tierschutzbund beispielsweise propagiert deshalb schon seit Jahren die Aktion "Kollege Hund". Tiere heben also wissenschaftlich erwiesen das Wohlgefühl des Menschen. Doch wie sieht es um das Wohl der Tiere aus? Der Tierschutzbund betont mit Blick auf Tiere im Büro immer wieder, dass eine artgerechte Haltung unabdingbar ist.

So brauchen vor allem Hunde jederzeit einen Ort, an den sie sich zurückziehen und erholen können. Arbeitsplätze, an denen es ständig laut und hektisch zugehe, seien zudem ungeeignet für den Einsatz eines Büro-Hundes. Und natürlich ist die tägliche Gassi-Runde obligatorisch – was aber wiederum dem oft recht bewegungsunlustigen Bürobewohner ja auch nur zugute kommen kann.

Lange Anfahrtswege wiederum darf es nicht geben, denn das sei für Tiere zu viel. Vor allem Zugfahrten mit den vielen Gerüchen, Massen an fremden Menschen und oft engen Platzverhältnissen sind purer Stress vor allem für Hunde. Auch der "Puppy Room" der Amsterdamer Uni rief Tierschützer auf den Plan. Sie machten sich Sorgen, dass die Aktion den Welpen schaden könnte.

Auf diese Gefahr hingewiesen versicherte die Universität jedoch, dass das Wohl der Tiere an erster Stelle stand und ein Betreuer die ganze Zeit darauf achtete, dass es den Tieren gut ging. Von zu Tode geknuddelten Hundebabys wurde nach der Aktion indes auch nichts bekannt.

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