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Wenn die Angst kommt

Angst Einsamkeit [Quelle: unsplash.com, Verne Ho]

Quelle: unsplash.com, Verne Ho

Klar, vor Prüfungen bist du nervös. Das gehört dazu. Die erhöhte Adrenalinausschüttung sorgt nämlich dafür, dass du dich besonders gut konzentrierst. Doch wenn du schon Tage vorher vor Nervosität kaum noch essen kannst, dann solltest du dir Gedanken machen. Leidest du unter Prüfungsangst? Dann bist du nicht allein: Gerade leistungsstarke Studenten sind häufig davon betroffen.

Die Prüfungsvorbereitung von Tobias (Name von der Redaktion geändert) hat System: Er arbeitet seine Unterlagen gründlich durch, lernt noch in der Nacht vor der Klausur, fährt morgens zur Uni – und geht vor Prüfungsbeginn wieder nach Hause. Einen Grund findet er immer: Er hat Angst, durchzufallen oder fürchtet sich vor einer schlechten Note. Manchmal sind auch einfach zu viele gute Studenten da, wenn er in der Uni ankommt. Gegen die hat er eh keine Chance. Zwölf Mal ist der Wirtschaftsingenieur-Student im vierten Semester wegen seiner Prüfungsangst bereits vor Klausurbeginn wieder nach Hause gegangen. Doch woher kommt die Panik vor Klausuren und mündlichen Prüfungen, unter der so viele Studenten leiden?

Angst vor sozialer Ausgrenzung

Prüfungsangst ist eine Sonderform der sogenannten sozialen Bewertungsangst. Man versteht darunter die Furcht vor der Einschätzung persönlicher Leistungsfähigkeit. Die Ursachen sind vielfältig: Erzählungen anderer Studenten über einen besonders strengen Dozenten oder zu hohe Ansprüche, die viele leistungsstarke Studierende an sich selber haben - auch das trägt oft dazu bei, dass jemand Angst vor Prüfungen entwickelt. Manche Studenten haben Freunde, die permanent bessere Leistungen bringen. Andere fühlen sich von ihren Eltern unter Druck gesetzt und fürchten, bei schlechten Noten oder einer nicht bestandenen Prüfung ihre Anerkennung zu verlieren.

Die jüngste Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks mit mehr als 55.000 ausgewerteten Fragebögen aus dem Jahr 2016 zeigt, dass Tobias' Prüfungsangst kein Einzelfall ist: 61 Prozent der Studierenden haben Beratungsbedarf zu finanzierungsbezogenen, studienbezogenen oder persönlichen Themen. 12 Prozent geben dabei an, dass sie unter Prüfungsangst leiden. Frauen sind davon mit 15 Prozent etwas häufiger betroffen als Männer (10 Prozent). Die Dunkelziffer der Phobiker ist nach Einschätzung des Deutschen Studentenwerks allerdings wesentlich höher.

Wofür sich Studenten beim Deutschen Studentenwerk Beratung holen

Auch Tobias will seine Sorgen lieber für sich behalten, statt professionelle Unterstützung zu suchen. "Ich hoffe einfach, dass meine Angst irgendwann von alleine verschwindet, und dass ich mir dann nicht mehr so viele Gedanken über Prüfungen machen muss." Obwohl Hilfe gar nicht weit wäre.

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