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Wischen für den Master-Titel

Talbet, Ultrabook, Swipen, Wischen, Arbeiten [Quelle: unsplash.com, Autor: Brooke Cagle]

Quelle: unsplash.com, Brooke Cagle

Digitale Bildungsangebote werden immer beliebter, Online-Kurse zum festen Teil des Studiums. Kommt bald der MBA-Abschluss per Smartphone?

Laurie Pickard war 33, als sie sich entschied, auf ihren Master in Geografie noch einen weiteren akademischen Abschluss draufzusatteln: einen Master of Business Administration. Der MBA gilt als Karriereturbo für Führungskräfte, an einer renommierten Business School schlägt die Ausbildung mit rund 100.000 US-Dollar zu Buche – durchaus eine Hürde, wenn man wie Pickard noch Schulden aus dem Erststudium abzahlt und gerade als Entwicklungshelferin in Ruanda arbeitet. "Ich wollte keinen weiteren Kredit aufnehmen und ich wollte nicht aufhören zu arbeiten", schreibt die Amerikanerin in ihrem Blog, in dem sie ihren ungewöhnlichen Weg zum MBA aufgeschrieben hat: Die heute 36-Jährige hat sich ihren Abschluss selbst zusammengebaut – im Netz.

Viele Top-Universitäten bieten sogenannte Massive Open Online Courses (MOOCs) an. Das sind kostenlose Online-Kurse für jedermann. Pickard klickte sich durch und meldete sich für zahlreiche Gratisvorlesungen an, die auch in klassischen MBA-Programmen vorkommen, von der University of Pennsylvania über die University of Virginia bis zur Université de Genève. Mithilfe der digitalen Angebote kostete das Studium sie weniger als 1.000 Dollar, gleichzeitig war sie jederzeit völlig flexibel bei der Wahl ihres Lernortes.

Ihre Erfahrungen dokumentierte die Frau aus St. Louis in ihrem Blog NoPayMBA – und machte ein Geschäftsmodell daraus. Per E-Book verkauft sie ihre Tipps an andere Lernwillige weiter. 2017 gab sie ihren Job bei der Entwicklungsbehörde USAID auf und arbeitet seither hauptberuflich als Studienberaterin. "Ich habe eine Leidenschaft entwickelt, anderen dabei zu helfen, mit digitalen Werkzeugen ihre professionellen Potenziale auszuschöpfen", sagt sie. Der Fall illustriert, wie grundlegend digitale Lerninhalte das Bildungswesen verändern. Online-Angebote ermöglichen einen viel breiteren Zugang zu Wissensinhalten – und zwar weltweit. Und sie eröffnen Chancen für neue Anbieter.

Wissensvermittlung ist nicht mehr nur großen Einrichtungen vorbehalten, im Gegenteil: Die Platzhirsche hinken beim Strukturwandel sogar hinterher. Ein Entkommen aber gibt es nicht: Selbst regionale Hochschulen haben inzwischen digitale Inhalte in ihr Curriculum geschrieben. Der Markt für E-Learning wächst rasant: 2016 wurden einer Schätzung des Marktforschungsunternehmens Ambient Insight zufolge weltweit knapp 47 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Sprachlern-Apps wie Babbel oder Duolingo haben inzwischen eine so breite Nutzerschaft, dass man nach Lern-DVDs fast suchen muss. Über Videoportale und sogar Facebook kann man live an universitären Vorlesungen teilnehmen, einzige Voraussetzung ist ein Smartphone mit Internetverbindung. Lernplattformen wie Udemy oder Udacity bieten über ihre Apps zahlreiche Videokurse an, haben aber für Nutzer auch die Möglichkeit geschaffen, sich untereinander zu vernetzen und gemeinsam zu lernen. Selbstverständlich kann man die Kurse ebenfalls herunterladen und unterwegs studieren, egal ob im Zug oder im Flugzeug.

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