Partner von:

Angst fressen e-fellows auf

Halloween Zombie Monster Milchshake 1280x720 unsplash.com, Jean Philippe Delberghe

Quelle: unsplash.com, Jean Philippe Delberghe

Auch in diesem Jahr ziehen wieder Werwölfe, Vampire und Hexen durch die Straßen und verwandeln die Nachbarschaft in ein Horrorkabinett. Du bist noch nicht in Stimmung für Angst und Gänsehaut? Keine Sorge, wir versetzen dich in den richtigen Albtraum-Modus.

Von drauß' vom Walde …

Ich wohnte früher auf dem Land. Zu meinen Freunden musste ich oft lange Strecken durch den Wald fahren, von einem Dorf zum anderen. Eines Nachts aber blockierte ein großer Ast die Straße. Genervt hielt ich an: Ich wollte doch eigentlich nur schnell nach Hause. Ich zerrte den Ast vom Asphalt, stieg wieder ein und fuhr weiter.

Kaum war ich wieder unterwegs, sah ich im Rückspiegel ein großes, dunkles Auto, das sich mir unheimlich schnell näherte, es fuhr mir auf. Ich trat so fest aufs Gas wie ich nur konnte. Seine Scheinwerfer blendeten mich, der Fahrer hupte, blinkte mich an – und ich bekam es mit der Angst zu tun. Ich versuchte, ihn abzuschütteln, und raste durch die Kurven aus dem Wald heraus. Der Wagen folgte mir weiter. An meinem Haus angekommen sprang ich aus dem Auto. Der andere Wagen parkte mit einer Vollbremsung mitten auf der Straße direkt hinter mir. Ich rannte zum Haus, öffnete schnell die Tür und schlug sie ebenso schnell wieder hinter mir zu. Mein Herz raste. Was wollte der Fahrer von mir? Was sollte ich nur tun?

"Machen Sie auf!", rief es von draußen. Der Fahrer war mir bis hierher gefolgt und hämmerte nun an die Tür. Aufgeweckt durch den Lärm kamen meine Eltern dazu. Während meine Mutter die Polizei rief, öffnete mein Vater die Tür und stellte den Mann zur Rede.

Er war hier, um mich zu warnen: Denn als ich im Wald ausgestiegen war, um den Ast von der Straße zu zerren, war ein Fremder zu meinem Auto gerannt und hatte sich auf dem Rücksitz versteckt. Die Verfolgungsjagd muss ihn davon abgehalten haben, mir etwas anzutun. Aber als ich ausstieg, rannte auch er weg und verschwand im Dunkeln. Meine Tasche, die auf dem Rücksitz lag, nahm er dabei gleich mit.

FIFA des Schreckens

Wenn ich an FIFA-Abende mit meinem besten Kumpel denke, dann kommen mir normalerweise die unerbittlichen Duelle am Bildschirm in den Sinn, endlose Schimpftiraden über den jeweils anderen und von Chips-Händen fettverschmierte Controller. Was sich aber an jenem Abend ereignete, war nicht nur aufregend, sondern furchteinflößend.

Wie immer hörten wir zu unseren Duellen epische Filmmusik auf Anschlag, um den Spielen zumindest eine gewisse Würde zu verleihen. Es ging auf Mitternacht zu, als mein Kumpel mich darauf aufmerksam machte, dass er draußen auf der Terrasse etwas gehört habe. Ich schenkte dem Ganzen zunächst keinerlei Beachtung und bearbeitete stattdessen wild den rechten Analogstick, um mit einem glücklichen Dribbling seine Abwehrreihen zu überwinden. Als ich aber kurze Zeit später auch ein leises Klopfen zu hören glaubte, pausierte ich das Spiel und zog die Jalousien hoch. Ein bleiches Mädchen stand direkt vor meinem Fenster – die Hände an die Scheibe gepresst. Mein Kumpel und ich begannen schrill zu kreischen: Es war das Mädchen aus "The Ring".

… das auf den zweiten Blick eine gewisse Ähnlichkeit mit der kleinen Tochter der Nachbarsfamilie hatte – und uns tatsächlich darum bat, etwas leiser zu sein. Puh. Warum sie nicht klingelte, sondern stattdessen ums Haus herumschlich, konnte nie abschließend geklärt werden. Denn sie war genauso schnell wieder weg, wie sie gekommen war.

Spuk im Siechhof

Die erste gemeinsame Wohnung mit meinem Freund hatte einen ganz besonderen "Charme": Wir lebten in einem ehemaligen Krankenhaus am Rande der Stadt, dem Siechhof. Im Mittelalter hatte man die Leprakranken hierher gebracht, um sie von den Mönchen versorgen zu lassen. Diese Mauern hatten bereits viel Schmerz gesehen. Mein Freund und ich waren uns sicher, dass es hier spuken müsste. Und wir wurden nicht enttäuscht.

Albtraum auf Spanisch

Als wir von einem kurzen Urlaub zurückkamen, erwartete uns bereits unser Nachbar in der Einfahrt. Der tatterige alte Mann kam auf uns zu und erzählte, er hätte seit Tagen seltsame Geräusche aus unserer Wohnung vernommen. Wir ahnten Schlimmes und rannten schnell zur Wohnung. Als wir an der Tür standen, hörten wir den Lärm auch. Ich wurde unruhig, mein Freund schloss hektisch die Tür zur Wohnung auf und wir platzten hinein. Da war die Lärmquelle: der Fernseher, der in ohrenbetäubender Lautstärke die ganze Nachbarschaft beschallte. Natürlich hatten wir ihn bei unserer Abreise nicht so zurückgelassen. Wir wissen bis heute nicht, ob es eine Fehlfunktion war – oder ob der geplagte Geist eines Leprakranken nicht einfach nur etwas Unterhaltung suchte.

Albtraum auf Spanisch

Im Studium machte ich einen Sprachkurs in Andalusien, um mein Spanisch zu verbessern. Die Schule war leider ein Fehlgriff: In meiner ersten Woche war meine einzige Mitschülerin eine verwirrte Oma. In der zweiten Woche kamen ein 40-jähriger Brite im Sabbatical und zwei Amerikanerinnen dazu, die sich selbst genug waren. Ich fühlte mich unwohl. Noch dazu war es Ende Februar und ungewöhnlich kalt, sodass wir eigentlich immer froren. Das schlug zusätzlich aufs Gemüt. Auch im Haus meiner Gastfamilie war es bitterkalt. Einzige Wärmequellen waren die vier Decken, die ich in meinem Bett hortete.

Nach dem Sprachkurs verkroch mich einmal mehr in mein Zimmer und nickte müde ein. Krchhhs … krrrrschsssss … Ein Kratzen an meiner Tür riss mich aus meinen Träumen. Krrrrchhh … Schon wieder! Die Kälte in den Knochen, die Einsamkeit im Herzen und noch im Halbschlaf war mir dennoch sofort klar: Einbrecher! Panik! Was tun? Unter der Decke verstecken, still verhalten und hoffen, dass sie nicht in mein Zimmer kommen? Laut rufen und signalisieren: "Hier ist jemand. Verschwindet!" Aber wie sagt man das auf Spanisch? Krchhhss … Herzklopfen. War da ein Wimmern? Die Einbrecher waren wieder weg? Hatten sie meine Gastmutter mit einem Messer schwer verletzt? Scheiße. "Denk, Kind, denk!" Was, wenn sie doch noch in der Wohnung waren und ich das nächste Opfer würde?

Das eigentliche Opfer aber war acht Jahre alt, zottelig und langweilte sich gerade zu Tode. Xavier, der Hund der Familie, hatte an meiner Tür nach Unterhaltung verlangt. Wir wurden gute Freunde. 

Der Geist im Schloss

Gerne denke ich an meine Unizeit in Augsburg zurück. Nicht zuletzt, weil ich damals mit meinem Freund in einer gemütlichen Altbauwohnung mitten in der Altstadt wohnte. Nur eine Erinnerung hinterlässt bei mir bis heute ein mulmiges Gefühl.

Als ich eines schönen Morgens in die Stadt aufbrechen wollte, stand ich vor verschlossener Tür. Von innen. Nun soll es vernünftige Menschen geben, die ihre Wohnung nachts von innen verschließen – wir gehören nicht dazu. Auch wurden wir beide noch nie beim Schlafwandeln erwischt. Etwas irritiert fragte ich also meinen Freund, ob er ausnahmsweise vielleicht doch … ? "Nein, ich habe noch nie die Tür von innen zugeschlossen." Ich probierte noch einmal, aufzumachen. Wieder kein Erfolg. Also schnappte ich den Schlüssel – und siehe da, es war zweimal abgeschlossen.

Jetzt war auch mein Freund ziemlich verwirrt. Nachdem wir uns gegenseitig mehrfach versichert hatten, dass niemand "aus Versehen" doch abgeschlossen hatte, beschlossen wir, bei der Polizei anzurufen – mit der Vermutung, dass man uns eventuell an einen Psychiater verweist. Wir wollten aber zumindest sichergehen, dass dort nicht in letzter Zeit eine Reihe dubioser Wohnungseinbrüche mit einem etwas zu gründlichen Einbrecher gemeldet worden waren. Erwartungsgemäß fragte der nette Herr am Telefon nur, ob wir uns sicher seien, dass wir selbst nicht abgeschlossen hatten. Und mehr konnte man dann auch nicht für uns tun, denn abgesehen von der verschlossenen Tür war in unserer Wohnung alles wie immer. Hoffen wir zumindest …

nach oben

In der e-fellows.net community diskutierst du mit anderen Stipendiaten und Alumni über Studium, Karriere und das Leben.

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren