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Berufspfade für Weltverbesserer

Wenn du dich bei der Berufswahl nur von deinem Bauchgefühl leiten lässt, ist es wahrscheinlich, dass du in deiner Lebenszeit sehr wenig für andere bewirken wirst. Stützt du dich hingegen auf wissenschaftliche Erkenntnisse und gehst strategisch und rational vor, kannst du im Lauf deiner Berufslaufbahn das Leben hunderter Menschen oder tausender Tiere retten.

Das ist kein Hokuspokus, sondern eine rechnerische Tatsache. Du musst dazu auch kein Genie sein oder eine bahnbrechende Entdeckung machen, sondern lediglich deine Zeit und deine Mittel möglichst effektiv einsetzen.

"80,000 Hours" empfiehlt vier breitgefächerte Berufswege, die maximale Wirkung versprechen: Direktarbeit, professionelles Spenden ("Earning to Give"), Kommunikation und Forschung.

Direkte Arbeit ist sinnvoll, wenn du bei einer besonders effektiven Organisation arbeiten kannst, die Schwierigkeiten hat, ihre Stellen mit kompetentem Personal zu besetzen. Als Arzt wäre es beispielsweise vielversprechend, in einem ärmeren Land zu arbeiten, da deine Arbeit dort schwer zu ersetzen ist. Ein zusätzlicher Arzt in einem notleidenden Land kann statistisch erheblich mehr zusätzliche Lebensjahre retten als ein zusätzlicher Arzt in einem Industrieland. Dennoch kann ein Arzt, der in einem Industrieland arbeitet, seinen Kollegen aus dem Entwicklungsland noch übertreffen – er braucht dazu allerdings einen Trick. Wie das gehen soll?

Mit Mathematik: Hochschulabsolventen in Deutschland gehören mit einem durchschnittlichen Jahreseinstiegsgehalt von 43.000 € zu den reichsten zwei Prozent der Weltbevölkerung. Wenn du also einen hochbezahlten Beruf (wie den eines Arztes in Deutschland) wählst und von deinem Einkommen einen großen Teil spendest, um damit etwa zusätzliche Stellen bei hochwirksamen Non-Profit-Organisationen zu schaffen, bewirkst du meist deutlich mehr, als direkt für diese Organisationen zu arbeiten.

Wichtig ist dabei, an nachweislich effektive Organisationen zu spenden, damit dein Geld möglichst viel bewirkt. Für diesen Zweck kann man sich an den Empfehlungen des Hilfswerk-Evaluators GiveWell orientieren. GiveWell hat auch errechnet, dass du dank gezielter Spenden schon mit wenigen Tausend Euro ein Menschenleben retten wirst, das ohne dein Geld mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verlorengeht.

Wer versucht, möglichst viel zu verdienen, um viel zu spenden, betreibt professionelles Spenden oder "Earning to Give".

Als Kommunikator arbeitest du dagegen in Berufen wie dem Journalismus, im Aufbau sozialer Bewegungen oder daran, die Politik zu beeinflussen. Kannst du andere Personen davon überzeugen, durch ihre Berufswahl oder Spenden effektiv Gutes zu tun, potenziert sich deine eigene Wirkung.

Ebenfalls vielversprechend ist die Forschung. Viele der Menschen, die in der Geschichte der Menschheit am meisten Leid verhinderten, waren Forscher, die wichtige Durchbrüche erzielten oder ermöglichten. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Erfolg gering ist, kann die Arbeit in der Forschung – sofern man sich auf die Lösung der dringendsten Probleme konzentriert – enorme Wirkungen haben. Beispiele sind die Forschung in der Entwicklungsökonomie, an der Verringerung globaler Pandemierisiken oder der Züchtung von In-vitro-Fleisch.

Lokalgruppentreffen Effektiver Altruistinnen und Altruisten in Berlin (2017).

Fazit

Wir leben in einem der wohlhabendsten Länder der Welt und sind Teil der reichsten Generation, die jemals gelebt hat. Die meisten von uns haben von einer sehr guten Bildung, medizinischen Versorgung und sozialen Absicherung profitiert – und das nur, weil wir glücklicherweise zur richtigen Zeit am richtigen Ort geboren wurden.

Andere hatten weniger Glück: Viele Millionen Menschen auf der Welt leben weiterhin in extremer Armut. 60 Milliarden Landtiere werden jedes Jahr für den menschlichen Konsum geschlachtet. Zukünftige Generationen werden mit den Folgen von Klimawandel und Hochrisiko-Technologien wie Künstlicher Intelligenz zu kämpfen haben.

Unsere Privilegien erlauben es, etwas an dieser Situation zu verändern und das Leben vieler Menschen erheblich zu verbessern. Die Entscheidung liegt bei dir.

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