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Grün, grün, grün sind alle meine Apps

[Quelle: unsplash.com, Autor: Daniel Hjalmarsson]

Quelle: unsplash.com, Daniel Hjalmarsson

Lebensmittelverschwendung, Umweltverschmutzung, Klimaveränderung – lange Wörter, kurzer Sinn: Wir müssen nachhaltig(er) leben. Doch was bedeutet das eigentlich im Alltag und wie können wir das umsetzen? Wir haben uns Nachhilfe in Nachhaltigkeit gesucht und sechs Apps getestet, die uns zu einem "grüneren" Menschen machen – oder es zumindest versuchen.

Zu gut für die Tonne: Beste Reste 

Magdalena hat die App "Beste Reste" getestet (iPhone und Android)

18 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jährlich im Müll. Ein Drittel der gesamten Produktion. Solche Zahlen machen mich traurig. Allerdings muss ich zugeben, dass auch ich ab und an Dinge wegwerfe, weil sie zu lange auf ihren Einsatz warten mussten. Denn: Ich bin eine Rezeptpedantin. Wenn ich koche, halte ich mich strikt an die Angaben, idealerweise aufs Gramm genau. Nicht umsonst habe nicht ICH diese Rezepte aufgeschrieben, sondern jemand, der sich hoffentlich besser in diesem Metier auskennt.

Eine Folge meines Rezeptpedantentums ist, dass ich oft nur ein Hundertstel einer Packung verwende. Der Rest wartet anschließend in den Untiefen unseres Küchen- oder Kühlschranks auf sein Schicksal. Buttermilch etwa: 150 ml davon kommen in die Roggenfladen. Und der Rest? Ins hinterste Eck des Kühlschranks. Tagelang denke ich dann: "Ich müsste eigentlich irgendwas mit dieser Buttermilch machen. Und die Birnen im Obstkorb werden auch immer matschiger!"

Hier setzt die App "Beste Reste" vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft an: In einem übersichtlichen Dropdown-Menü kann ich bis zu drei Zutaten aussuchen und mir dafür in Unterkategorien (z.B. "Beilage", "Hauptgericht", "Partygericht", "Suppe") Rezepte anzeigen lassen. Klingt einfach – doch als ich in der alphabetisch sortierten Zutatenliste nach Buttermilch suche, werde ich leider schon mal nicht fündig. Gut, dann halt zumindest die Birnen. Die Vorschläge dafür: Birnenkaltschale, Ingwerbirnen, Joghurtbirnen, ein Smoothie und ein Sorbet. Hmmmmm, nichts dabei, was ich gerne machen würde. Und ernsthaft: Joghurtbirnen? Darauf wäre selbst ich alleine gekommen. Andererseits kommt mir so die Idee: Wieso nicht einfach die überreifen Matschbirnen pürieren und dann mit der Buttermilch vermischen? Zumindest hat mich die App also inspiriert, einfach IRGENDWAS mit den Resten zu machen. Außerdem bietet die Anwendung neben der Rezeptsuche – mit bisher leider nur gut 600 Rezepten – auch eine Planungsfunktion samt Einkaufsliste und eine Wissensrubrik, in der man zum Beispiel Tipps zur Lagerung bestimmter Lebensmittel bekommt. Und zehn "Goldene Regeln" zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen.

Insgesamt ist die App nett gestaltet und übersichtlich. Auch die Idee dahinter ist gut. Nur die Zahl der Rezepte ist noch ausbaufähig. Ich werde die App vorerst installiert lassen und immer wieder schauen, ob ich nicht für die ein oder andere übrige Zutat ein Rezept finde.

Meine Bewertung: 

[Quelle: flaticon.com, Autor: Darius Dan]

Ecosia - die grüne Suchmaschine

Rebecca hat die Suchmaschine "Ecosia" getestet (iPhone und Android)

Was ist Ecosia? Kurz gesagt: eine grüne Alternative zu Google. Ecosia ist eine Suchmaschine, deren Betreiber (nach Abzug der Kosten für Mitarbeiter, Büro und so weiter) hundert Prozent des überschüssigen Gewinns in Baumpflanzprojekte in aller Welt investieren. Ecosia ist ein Social Business, eine Mischung aus gemeinnütziger Organisation und gewinnorientiertem Unternehmen. Der Gewinn ergibt sich aus Werbeeinnahmen, also aus Ads, die dem User in der Suchmaschine (wie auch bei Google) angezeigt werden. Hinter den Anzeigen und auch den Suchergebnissen steht die bekannte Suchmaschine Bing von Microsoft.

Was sofort angenehm auffällt: Ecosia kommt mit einem Werbeblocker, einer Einstellung für Acceptable Ads und einer Whitelist, Safe Browsing und Do Not Track. Auch eine Option, um Passwörter zu speichern, ausgiebige Website-Settings und überhaupt detaillierte, aber übersichtliche Einstellungsmöglichkeiten bringt Ecosia mit. Das alles macht zusammen mit dem sauberen Design einen sehr professionellen und vertrauenswürdigen Eindruck.

Die Suche selbst funktioniert angenehm schnell: Die Suchseite ist übersichtlich und am Ende der ersten Suchseite gibt es Vorschläge zu ähnlichen Suchbegriffen. Ecosia zeigt dir außerdem an, wie viele Suchanfragen du schon gestartet und ab wann du deinen ersten Baum gepflanzt hast. Das ist schon ein Ansporn, die Suchmaschine zu benutzen. Die Vorstellung, dass ich dabei helfe, die Erde wieder aufzuforsten, während ich mich über Schnabeltiere informiere? Find ich gut. Auf seiner Startseite bietet Ecosia übrigens die "Ecosia News", die über die mittlerweile 40 Millionen (!) gepflanzten Bäume informieren.

Mein Fazit: Eine schnelle Suchmaschine, die versucht, meine Privatsphäre zu schützen, mir einen Werbeblocker bietet und es mir dabei noch leichtmacht, Gutes zu tun? Auf Anhieb fallen mir keine negativen Aspekte ein, außer, dass mir eine Maps-Funktion fehlt, wie Google sie mir bietet. Für die normale Websuche werde ich Ecosia aber weiterbenutzen – und mich freuen, dass mein Baumzähler ansteigt.

Meine Bewertung: 

[Quelle: flaticon.com, Autor: Darius Dan]

NABU Siegel-Check

Theo hat die App "Siegel-Check" von NABU getestet (iPhone und Android)

Es gibt mittlerweile sehr viele Öko-Siegel auf unseren Nahrungsmitteln. Während einige EU-geschützt sind und damit nicht wahllos auf Produkte gedruckt werden dürfen, gibt es andere, die Unternehmen ihren Produkten nach selbstauferlegten Kriterien verleihen. Der NABU-Siegel-Check will helfen, tatsächlich nachhaltige Produkte vor dem Kauf zu erkennen. Wie das funktioniert? Du machst ein Foto und die App erklärt dir, wofür das jeweilige Siegel exakt steht. Auch eine Bewertung bekommst du mitgeliefert.

Die App ist unkompliziert aufgebaut: Wird sie aktiviert, hat man drei Auswahlmöglichkeiten: Foto, Siegel und Info. Drückt man auf die erste Funktion, wird die Handy-Kamera aktiviert und man kann das betreffende Siegel fotografieren. Die App zeigt dir daraufhin eine Bewertung des jeweiligen Siegels im Ampel-System (grüner Daumen = gut, gelber Daumen = mittelmäßig, roter Daumen = nachhaltigkeitstechnisch nicht empfehlenswert) inklusive einer ausführlicheren Erklärung mit Hintergründen zum jeweiligen Siegel. Das funktioniert sehr gut und unkompliziert – alle Siegel, die ich fotografiert habe, wurden problemlos gefunden.

Bei der zweiten Funktion (Siegel) kommt man zu einer Galerie, in der alle 58 in der App enthaltenen Siegel mit Hintergrundinfos aufgelistet sind. Bei der Info-Funktion kann man sich außerdem über den Umweltverband NABU informieren.

Die App ist gerade für Menschen, die nachhaltig einkaufen wollen, aber sich noch nicht so gut mit der Thematik und den jeweiligen Siegeln auskennen, sehr praktisch. Man macht ein Foto und weiß sofort, ob das Produkt hält, was es verspricht. So kann man bei längerem Gebrauch schnell zu einem Nachhaltigkeitsexperten werden – ohne viel Aufwand.

Meine Bewertung:

[Quelle: flaticon.com, Autor: Darius Dan]

Icons made by Darius Dan, Flaticon, licensed by CC 3.0 BY 

Apps für Nachhaltigkeit im Test

Wertewandel

Lilly hat die App "wertewandel" getestet (iPhone und Android)

Haben Sie eine Payback Card? Fast keine Frage wird mir häufiger gestellt, wenn ich an der Kasse meinen Einkauf bezahlen möchte. Das Prinzip ist klar: Als Käufer wird man dafür belohnt, dass man möglichst viel konsumiert. Das Problem: Nachhaltig ist das nicht. An dieser Stelle knüpft die App "wertewandel" an. Sie belohnt uns dafür, dass wir möglichst viele nachhaltige Produkte konsumieren. Klingt gut, oder? Ob es auch so gut funktioniert, habe ich getestet.

Die App unterscheidet sich grundsätzlich nicht von üblichen Bonusprogrammen. Du bekommst für jeden nachhaltigen Einkauf Punkte, die du entweder in andere Produkte einlösen oder für einen guten Zweck spenden kannst. Dafür musst du einfach nur den Kassenbon mit deiner Kamera einscannen – und die Punkte werden dir in der App gutgeschrieben. So weit, so gut.

Ich muss zugeben, dass ich nicht bei jedem Einkauf darauf achte, ob nachhaltige Produkte in meinem Warenkorb landen. Deshalb war ich zunächst auch unsicher, wo ich überhaupt einkaufen gehen kann, um die App zu testen. Da hat "wertewandel" jedoch vorgesorgt: In der App findet man eine Liste der Läden, in denen man Punkte sammeln kann. Eine übersichtliche Karte zeigt dir zudem genau an, welche Geschäfte in deiner Nähe sind. Und für einen nachhaltigen Einkauf musst du nicht unbedingt zum Bioladen laufen: dm, Müller, tegut..., real, Rossmann – auch dort bekommst du nachhaltige Produkte. Schwieriger gestaltete sich dann aber der Einkauf selbst. Zwar bietet die App dir einen Codescanner, mit welchem du den Strichcode eines Produkts überprüfen kannst. Bis ich aber eine der teilnehmenden Marken gefunden hatte, hatte ich den ganzen dm schon viermal durchkämmt und bereits 20 verschiedene Barcodes vergeblich gescannt. Die Marken, mit denen du punkten kannst, sind in den einzelnen Märkten bisher eher spärlich gesät und deshalb schwer zu finden.

Mit "wertewandel" nachhaltig zu leben erfordert also etwas Geduld und Einsatz – dafür wird man aber auch belohnt. Besonders wenn du zu den begeisterten Payback-Punkte-Sammlern gehörst, kannst du überlegen, ob diese grüne Alternative nicht vielleicht etwas für dich ist.

Meine Bewertung:

[Quelle: flaticon.com, Autor: Darius Dan]

Go Green Challenge

Julia hat die "Go Green Challenge" getestet (Android)

Jeder von uns kann die Welt ein kleines bisschen grüner machen – das ist der Gedanke hinter der App "Go Green Challenge". Jeden Tag stellt sie dem Nutzer eine neue Aufgabe, die in irgendeiner Form zu mehr Nachhaltigkeit beiträgt: Auf dem Heimweg Müll aufsammeln, nur plastikfreie Produkte einkaufen, in der Freizeit keinen Strom verbrauchen … Hat man die Aufgabe erledigt, zieht man auf dem Display einen Kreis und sammelt als Belohnung ein Blatt. Zusätzlich zur Tages- gibt es noch eine Wochenaufgabe, für deren Erledigung man gleich fünf Blätter auf einen Streich kassiert.

Der Aufbau der App ist denkbar simpel: Es gibt nur eine Seite, auf der in Boxen die beiden aktiven Aufgaben angezeigt werden, eine Seite mit einer Verlaufsgrafik zu den gesammelten Blättern, ein Einstellungsmenü und ein Kontaktformular, über das man den App-Entwicklern Ideen für neue Aufgaben mitteilen kann. Alles ist in schlichtem Grün-Weiß gehalten, das zwar nicht meinen Geschmack trifft, aber das Motto der App treffend widerspiegelt.

Habe ich mich nun durch die Benutzung der App umweltbewusster verhalten? Jein. Die Aufgaben, die die App mir gestellt hat, habe ich tatsächlich nur zu einem kleinen Teil erfüllt. Das lag natürlich an meinem inneren Schweinehund, aber auch an der Kurzfristigkeit, mit der die Aufgaben gestellt werden. Eine Woche lang auf Fleisch verzichten? Theoretisch möglich – aber nicht, wenn der Wocheneinkauf bereits erledigt ist und Fleisch und Wurst beinhaltete. Nur Lebensmittel regionaler Herkunft essen? Schwierig, wenn man genau an diesem Tag beim Inder verabredet ist. Für solche Fälle würde ich mir wünschen, dass ich eine Alternativaufgabe wählen könnte. Nicht gefallen haben mir außerdem die aggressiven Werbeeinblendungen – teilweise sogar mit Sound –, die in den seltensten Fällen einen Bezug zum Thema der App hatten. Klar, irgendwie muss man sich finanzieren, aber das geht noch besser!

 Meine Bewertung:

[Quelle: flaticon.com, Autor: Darius Dan]

Too good to go

Natalie hat die App "Too good to go" getestet (iPhone und Android)

Das dänische Startup TGTG bietet eine App, mit der du überschüssige Lebensmittel in Restaurants, Cafés, Supermärkten und Bäckereien vor der Mülltonne rettest – nicht umsonst, aber zu günstigen Konditionen, die etwa die Hälfte unter den normalen Ladenpreisen liegen.

So funktioniert TGTG: Der Download im App Store ist gratis. Nachdem du dich registriert hast, zeigt dir die Hauptansicht alle teilnehmenden Betriebe in deiner Umgebung an und listet sie je nach Nähe zu deinem Standort auf. Hier siehst du auch, wie viele Portionen es gibt, wann du die Waren abholen sollst und was dich der Weg zu deiner nächsten Mahlzeit kostet. Alternativ hast du die Möglichkeit, nach bestimmten Läden zu suchen. Ein Klick auf den Anbieter verrät dir dann, was dich konkret erwartet – zum Beispiel, ob du dir deinen Einkauf selbst zusammenstellen kannst. Bezahlt wird per Kreditkarte oder PayPal.

Beim Test entschied ich mich für eine kleine Bäckerei, die kurz vor Ladenschluss verschiedene süße und herzhafte Leckereien übrighatte. Verteilt wurde nach dem Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst – in meinem Fall kein Problem, da es genug zur freien Auswahl gab, auch wenn ich nicht als Erste auf der Matte stand. Für knapp vier Euro ging ich mit einem Dinkelbrot, einem Brötchen, zwei Croissants und einer Brioche nach Hause – und der Vorfreude auf ein üppiges Frühstück, das ich definitiv wiederholen werde. Mein Fazit: Grüner Daumen hoch!       

Meine Bewertung: 

[Quelle: flaticon.com, Autor: Darius Dan]

Icons made by Darius Dan, Flaticon, licensed by CC 3.0 BY

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