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Apps für Nachhaltigkeit im Test

Wertewandel

Lilly hat die App "wertewandel" getestet (iPhone und Android)

Haben Sie eine Payback Card? Fast keine Frage wird mir häufiger gestellt, wenn ich an der Kasse meinen Einkauf bezahlen möchte. Das Prinzip ist klar: Als Käufer wird man dafür belohnt, dass man möglichst viel konsumiert. Das Problem: Nachhaltig ist das nicht. An dieser Stelle knüpft die App "wertewandel" an. Sie belohnt uns dafür, dass wir möglichst viele nachhaltige Produkte konsumieren. Klingt gut, oder? Ob es auch so gut funktioniert, habe ich getestet.

Die App unterscheidet sich grundsätzlich nicht von üblichen Bonusprogrammen. Du bekommst für jeden nachhaltigen Einkauf Punkte, die du entweder in andere Produkte einlösen oder für einen guten Zweck spenden kannst. Dafür musst du einfach nur den Kassenbon mit deiner Kamera einscannen – und die Punkte werden dir in der App gutgeschrieben. So weit, so gut.

Ich muss zugeben, dass ich nicht bei jedem Einkauf darauf achte, ob nachhaltige Produkte in meinem Warenkorb landen. Deshalb war ich zunächst auch unsicher, wo ich überhaupt einkaufen gehen kann, um die App zu testen. Da hat "wertewandel" jedoch vorgesorgt: In der App findet man eine Liste der Läden, in denen man Punkte sammeln kann. Eine übersichtliche Karte zeigt dir zudem genau an, welche Geschäfte in deiner Nähe sind. Und für einen nachhaltigen Einkauf musst du nicht unbedingt zum Bioladen laufen: dm, Müller, tegut..., real, Rossmann – auch dort bekommst du nachhaltige Produkte. Schwieriger gestaltete sich dann aber der Einkauf selbst. Zwar bietet die App dir einen Codescanner, mit welchem du den Strichcode eines Produkts überprüfen kannst. Bis ich aber eine der teilnehmenden Marken gefunden hatte, hatte ich den ganzen dm schon viermal durchkämmt und bereits 20 verschiedene Barcodes vergeblich gescannt. Die Marken, mit denen du punkten kannst, sind in den einzelnen Märkten bisher eher spärlich gesät und deshalb schwer zu finden.

Mit "wertewandel" nachhaltig zu leben erfordert also etwas Geduld und Einsatz – dafür wird man aber auch belohnt. Besonders wenn du zu den begeisterten Payback-Punkte-Sammlern gehörst, kannst du überlegen, ob diese grüne Alternative nicht vielleicht etwas für dich ist.

Meine Bewertung:

[Quelle: flaticon.com, Autor: Darius Dan]

Go Green Challenge

Julia hat die "Go Green Challenge" getestet (Android)

Jeder von uns kann die Welt ein kleines bisschen grüner machen – das ist der Gedanke hinter der App "Go Green Challenge". Jeden Tag stellt sie dem Nutzer eine neue Aufgabe, die in irgendeiner Form zu mehr Nachhaltigkeit beiträgt: Auf dem Heimweg Müll aufsammeln, nur plastikfreie Produkte einkaufen, in der Freizeit keinen Strom verbrauchen … Hat man die Aufgabe erledigt, zieht man auf dem Display einen Kreis und sammelt als Belohnung ein Blatt. Zusätzlich zur Tages- gibt es noch eine Wochenaufgabe, für deren Erledigung man gleich fünf Blätter auf einen Streich kassiert.

Der Aufbau der App ist denkbar simpel: Es gibt nur eine Seite, auf der in Boxen die beiden aktiven Aufgaben angezeigt werden, eine Seite mit einer Verlaufsgrafik zu den gesammelten Blättern, ein Einstellungsmenü und ein Kontaktformular, über das man den App-Entwicklern Ideen für neue Aufgaben mitteilen kann. Alles ist in schlichtem Grün-Weiß gehalten, das zwar nicht meinen Geschmack trifft, aber das Motto der App treffend widerspiegelt.

Habe ich mich nun durch die Benutzung der App umweltbewusster verhalten? Jein. Die Aufgaben, die die App mir gestellt hat, habe ich tatsächlich nur zu einem kleinen Teil erfüllt. Das lag natürlich an meinem inneren Schweinehund, aber auch an der Kurzfristigkeit, mit der die Aufgaben gestellt werden. Eine Woche lang auf Fleisch verzichten? Theoretisch möglich – aber nicht, wenn der Wocheneinkauf bereits erledigt ist und Fleisch und Wurst beinhaltete. Nur Lebensmittel regionaler Herkunft essen? Schwierig, wenn man genau an diesem Tag beim Inder verabredet ist. Für solche Fälle würde ich mir wünschen, dass ich eine Alternativaufgabe wählen könnte. Nicht gefallen haben mir außerdem die aggressiven Werbeeinblendungen – teilweise sogar mit Sound –, die in den seltensten Fällen einen Bezug zum Thema der App hatten. Klar, irgendwie muss man sich finanzieren, aber das geht noch besser!

 Meine Bewertung:

[Quelle: flaticon.com, Autor: Darius Dan]

Too good to go

Natalie hat die App "Too good to go" getestet (iPhone und Android)

Das dänische Startup TGTG bietet eine App, mit der du überschüssige Lebensmittel in Restaurants, Cafés, Supermärkten und Bäckereien vor der Mülltonne rettest – nicht umsonst, aber zu günstigen Konditionen, die etwa die Hälfte unter den normalen Ladenpreisen liegen.

So funktioniert TGTG: Der Download im App Store ist gratis. Nachdem du dich registriert hast, zeigt dir die Hauptansicht alle teilnehmenden Betriebe in deiner Umgebung an und listet sie je nach Nähe zu deinem Standort auf. Hier siehst du auch, wie viele Portionen es gibt, wann du die Waren abholen sollst und was dich der Weg zu deiner nächsten Mahlzeit kostet. Alternativ hast du die Möglichkeit, nach bestimmten Läden zu suchen. Ein Klick auf den Anbieter verrät dir dann, was dich konkret erwartet – zum Beispiel, ob du dir deinen Einkauf selbst zusammenstellen kannst. Bezahlt wird per Kreditkarte oder PayPal.

Beim Test entschied ich mich für eine kleine Bäckerei, die kurz vor Ladenschluss verschiedene süße und herzhafte Leckereien übrighatte. Verteilt wurde nach dem Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst – in meinem Fall kein Problem, da es genug zur freien Auswahl gab, auch wenn ich nicht als Erste auf der Matte stand. Für knapp vier Euro ging ich mit einem Dinkelbrot, einem Brötchen, zwei Croissants und einer Brioche nach Hause – und der Vorfreude auf ein üppiges Frühstück, das ich definitiv wiederholen werde. Mein Fazit: Grüner Daumen hoch!       

Meine Bewertung: 

[Quelle: flaticon.com, Autor: Darius Dan]

Icons made by Darius Dan, Flaticon, licensed by CC 3.0 BY

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