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Zwei Doktoranden berichten

Warum hast du dich für dieses Promotionsprogramm beworben?

Meinen Bachelor habe ich im dualen System studiert. Dadurch hatte ich schon einige Berufserfahrung gesammelt – gleichzeitig habe ich aber gemerkt, dass ich gerne stärker wissenschaftlich arbeiten möchte. Ich bin durch die Medien auf die Exzellenzinitiative der Bundesregierung aufmerksam geworden und habe mich im Internet einfach mal durchgeklickt, welche Graduiertenschulen es gibt. Dabei bin ich auch auf die Graduate School of Computer Science in Saarbrücken gestoßen. Ich fand das Programm so überzeugend, dass ich mich direkt beworben habe.

Was musstest du dafür tun?

Ich musste verschiedene Unterlagen einreichen: ein vorläufiges Bachelor-Zeugnis, Lebenslauf, ein Statement of Purpose, Empfehlungsschreiben von Professoren, TOELF- und GRE-Test-Ergebnisse. Ein Auswahlgespräch gab es nicht.

Wie läuft das Programm ab?

Das hängt immer davon ab, mit welchem Abschluss man an die Graduiertenschule kommt. In meinem Fall war es so, dass ich in den ersten eineinhalb Jahren verschiedene Kurse auf Master-Niveau belegt habe, um ein Thema und einen Betreuer für meine Doktorarbeit zu finden. In dieser Orientierungsphase habe ich in zwei Projekten mitgearbeitet und bin dann beim zweiten "hängengeblieben". Nachdem wir mein Thema festgelegt hatten, musste ich noch das "Qualifying Exam" machen; dann konnte ich mit der Arbeit loslegen.

Hast du durch die Promotion mit Bachelor irgendwelche Nachteile?

Nein – gar nicht. Ich bin hier auch keine Ausnahme; sehr viele meiner Kommilitonen haben nur einen Bachelor-Abschluss. Dass ich in der Graduate School bin, ist sicherlich ein großer Vorteil für mich: Das Programm ist ein Aushängeschild der Uni, die Professoren sind an uns interessiert und nehmen uns gerne in ihre Projekte auf. Was auch sehr positiv ist: Ich könnte jederzeit aussteigen und den Master machen – das habe ich aber nicht vor!

Wie bist du in Neuseeland gelandet?

Während meines Bachelor-Studiums musste ich ein "Practical Training"-Semester machen, eine Art kombiniertes Auslands- und Praxissemester, über das man dann auch seine Bachelor-Arbeit schreibt. Ich habe diese Zeit in Großbritannien verbracht und dort in einem Spin-off der Leicester University gearbeitet. Mein Betreuer, der Head of Research and Development dieser Firma, kam aus Neuseeland und hat kurz nach meiner Rückkehr nach Österreich eine Professorenstelle in Neuseeland angetreten. Wir sind über E-Mail in Kontakt geblieben und als ich ihm von meinen Plänen für ein Master-Studium erzählt habe, hat er mich kurzerhand gefragt, ob ich nicht stattdessen nach Neuseeland kommen und hier meinen Ph.D. machen möchte. Und das habe ich dann gemacht.

Wie läuft die Promotion in Neuseeland ab?

Ich bin als Studentin an der Uni eingeschrieben und finanziere mich über ein Stipendium. Die meiste Zeit arbeite ich an meinem Projekt, ich muss aber auch Bachelor-Studenten betreuen. Außerdem nehme ich pro Woche an zwei bis drei Seminaren teil und bin in einigen Journal Clubs, wo wir gemeinsam Paper lesen und besprechen. Für meine Promotion sind drei Jahre vorgesehen; wahrscheinlich werden es ein paar Monate mehr werden.

Ist die Promotion mit Bachelor in Neuseeland üblich?

Um hier einen Ph.D. machen zu können, muss man Laborerfahrung vorweisen, mindestens sechs Monate in einem Projekt mitgearbeitet und eine Forschungsarbeit geschrieben haben. Neuseeländische Studenten erfüllen diese Voraussetzungen nach dem Bachelor noch nicht, weil der sehr theoretisch ist; deshalb müssen sie noch ein einjähriges Aufbaustudium machen, indem sie sehr viel praktisch forschen. Die meisten anderen ausländischen Studenten, die ich kenne, haben einen Master – aber es gibt hier auch einige Deutsche, die so wie ich nur mit Bachelor promovieren.

Befürchtest du Nachteile durch die Promotion mit Bachelor oder überwiegen die Vorteile?

Ich glaube, dass es sich die Waage hält. Bevor ich nach Neuseeland gegangen bin, habe ich mit einigen Professoren gesprochen. Alle haben mir versichert, dass sich nach dem Ph.D niemand mehr dafür interessiert, ob man einen Master hat oder nicht. Als zusätzliches Plus habe ich dann auch noch die Auslandserfahrung. In meiner täglichen Arbeit merke ich aber manchmal schon, dass mir Grundlagen fehlen. Gerade geht es zum Beispiel um Statistik – das muss ich mir dann selbst beibringen oder ich bitte die anderen Ph.D.-Studenten um Hilfe.

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