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Tagebuch - Auf der Jagd nach den KPIs

Verena Stopp bei McKinsey, letzter Teil

Montag, 18.6.2007
 Die Woche fängt gut an: Ich muss nicht um 5 Uhr aufstehen, um den 7-Uhr-Flieger zu nehmen. Ich verbringe den Tag im Münchner Büro und reise, wie meine Kollegen, erst abends zum Klienten. Heute ist gleichzeitig auch mein letzter Tag in unserem Office in der Prinzregentenstraße, denn am nächsten Wochenende zieht McKinsey in ein neu gebautes Büro in der Sophienstraße. Ich bin ja schon sehr gespannt, wie's wird. Erste Bilder sehen jedenfalls sehr viel versprechend aus – und eine Dachterrasse soll es auch geben!
 Heute und in den nächsten Tagen beschäftige ich mich vorrangig damit, in welcher Form man die KPIs (Key Performance Indicators) kommunizieren und die Kennzahlen innerhalb der Organisation den verschiedenen funktionalen Bereichen zuordnen kann. Mein Kollege Florian und ich führen darüber eine Telefonkonferenz mit Sibylle, der Mitarbeiterin des Klienten. Wir diskutieren mögliche Optionen, die ich im Anschluss dann zu Papier bringe. Ich zeichne die Folien und unsere Grafiker zaubern dann daraus eine Power-Point-Präsentation. Das erfordert am Anfang etwas Übung, man gewöhnt sich aber schnell an diese letztlich sehr komfortable Vorgehensweise. Am Spätnachmittag muss ich dann auch schon los in Richtung Flughafen für den 19-Uhr-Flieger.
 

Dienstag, 19.6.2007
 Die erste E-Mail des Tages kam irgendwann in der Nacht von Andy aus Boston. Er hatte ja damals mit uns länger über die KPIs diskutiert und wollte jetzt einmal nachhören, wie denn nun eigentlich der aktuelle Stand ist und wie wir vorwärts kommen. Dafür stellen wir ihm eine Präsentation zusammen mit einigen Folien, die wir in den letzten Wochen diskutiert und verwendet haben. Dann nehme ich mir das Kommunikationsthema vor. Wie können wir im Intranet über die Kennzahlen berichten? An wen müssen wir uns wenden?
 Dazu rufe ich Stefan, einen Mitarbeiter unseres Klienten an, der für die interne Kommunikation zuständig ist. Da die Firmensprache Englisch ist, macht es das selbstverständliche "you" oftmals leichter, einfach mal zum Telefon zu greifen und ein paar Leute anzurufen, die man bisher nur mal kurz bei einem Workshop gesehen hat. Stefan erklärt mir die notwendigen Schritte und gibt mir ein paar Beispiele, wie das Ganze aussehen könnte. Danach mache ich mich an die Konzeption eines Intranet-Artikels und überlege mir eine "Storyline" (Geschichte). Um 20.30 Uhr bin ich zurück im Hotel - genug Zeit, noch eine Runde joggen zu gehen. Das Hotel liegt nämlich ganz idyllisch an einem kleinen See, und was gibt es da Schöneres, als abends noch mal ein wenig Frischluft und Bewegung zu bekommen.
 

Mittwoch, 20.6.2007
 Manche Tage sind ja schon verrückt. Heute verbringe ich ganze sechs Stunden in irgendwelchen Telefonkonferenzen: erst das morgendliche Teammeeting, dann ein Anruf wegen eines Sonderthemas, ein längeres Meeting des gesamten Integrationsteams und am Nachmittag noch ein paar Folgegespräche. Wirklich unglaublich, denn irgendwann muss man ja auch mal was arbeiten. In den verschiedenen Meetings fallen einige Aufgaben für mich ab, die ich dann versuche, zwischen den ganzen Gesprächen zu erledigen. Auf Grund der ständigen Unterbrechungen ist das nicht so einfach. In erster Linie verfeinere ich heute das regionale Konzept für unsere KPIs. Bei welchen KPIs macht es überhaupt Sinn, sie für einzelne Regionen darzustellen? Wie könnte hier ein realistischer Zeitplan aussehen? Abends gehen Florian und ich dann noch mit Sibylle essen. Unser Verhältnis zum Klienten ist wirklich sehr gut und da macht es Spaß, auch mal außerhalb des Büros etwas zu unternehmen. Bei Pasta und einem Gläschen Rotwein sprechen wir über Wochenendpläne, den nächsten Urlaub und allgemein über alles, was nicht mit unserem Projekt zu tun hat. Es wird viel gelacht und das ist nach gut zwölf Stunden am Schreibtisch ein sehr angenehmer Ausklang des Tages.
 

Donnerstag, 21. Juni.2007
 Nachdem es gestern doch sehr spät geworden ist, fällt das Aufstehen heute nicht ganz so leicht. Aber es war ein gelungener Abend, insofern nehme ich das gerne in Kauf. Als erstes bereiten Florian und ich ein Dokument für eine Besprechung mit unserem Projektleiter Fabian vor. Das regionale Konzept ist nun nämlich so weit, dass wir es mit ihm diskutieren und sein Feedback einholen können. Es wird ein sehr gutes und produktives Gespräch, vor allem weil Fabian aufgrund seiner Erfahrung immer noch eine paar zusätzliche Aspekte sowie eine andere Perspektive ins Spiel bringt.
 Nachmittags bekomme ich dann den ersten Rücklauf für das anstehende KPI-Reporting. Die Deadline war 12 Uhr, und von etwa 15 erforderlichen Rückmeldungen bekomme ich im Laufe des Tages ganze fünf, mit denen ich schon einmal arbeiten kann. Das ist nicht berauschend, aber schon besser als beim letzten Mal. Um 17.30 Uhr machen wir uns auch schon auf in Richtung Flughafen. Beim Einchecken dann die schlechte Nachricht. Wegen eines starken Gewitters über Frankfurt ist der Flugverkehr ziemlich lahm gelegt und unsere Maschine ist drei Stunden verspätet. Viel Zeit um am Flughafen noch das ein oder andere Schaubild fertig zu machen. Kurz vor Mitternacht bin ich dann endlich in meinem Hotel in Frankfurt. Was für ein langer Trip!
 

Freitag, 22. Juni 2007
 Über meinen letzten Tag in diesem Tagebuch berichte ich heute aus dem Frankfurter Büro. In München kann ich nicht richtig arbeiten, weil unser Büro sich gerade im Umzug in das neue Gebäude befindet. Außerdem wollen Florian und ich noch ein wenig an dem Regionen-Konzept feilen und da bietet es sich an, zusammen von Frankfurt aus zu arbeiten.
 Vormittags habe ich ein webbasiertes Corporate Finance Training. Es gibt für uns Associates eine ganze Reihe von funktionalen Trainings (Marketing, Strategy, Operations), die wir in unserem ersten Jahr durchlaufen müssen. Für die Session heute wählen sich etwa 20 Kollegen aus der ganzen Welt in dieses virtuelle Meeting ein, das nur über Bildschirm und Telefon stattfindet. Ich konnte mir ja nicht wirklich vorstellen, was ich mir von einem virtuellen Training erwarten sollte, aber es lief reibungslos, war sehr informativ und trotz der Distanz auch sehr interaktiv.
 Im Laufe des Nachmittags trudeln nach und nach die noch fehlenden Rückmeldungen für unser KPI-Update ein. Ich musste zwar noch einigen Kollegen auf Klientenseite ein wenig auf die Füße treten und sie an die abgelaufene Frist erinnern. Aber letztlich zählt ja nur das Ergebnis, und das wäre ein Bericht mit durchweg aktualisierten Kennzahlen. Nach den letzten drei Wochen der Vorbereitung und Konzepterstellung sind wir nun also so weit, dass der Reporting-Prozess hier weitgehend reibungslos und automatisiert läuft. Das ist sehr schön zu sehen. Das Regionen-Konzept finalisieren wir heute auch noch und dann stehen auch bei diesem Projekt die Ampeln auf grün, so dass wir in der nächsten Woche mit der Implementierung anfangen können.
 

Fazit
 Damit geht eine gelungene Woche zu Ende, in der sowohl wir als hoffentlich auch der Klient sehr zufrieden ins Wochenende gehen können - ich lediglich etwas später, denn mein Flugzeug nach München hat schon wieder eineinhalb Stunden Verspätung. Und das an einem Freitagabend...

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