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L'auberge espagnole

Das Wissenschaftsmuseum

Das Wissenschaftsmuseum "Prinz Felipe" in Valencia, erbaubt vom berühmten spanischen Architekten Santiago Calatrava.

In Valencia gibt es zwei Universitäten, die Jura anbieten. Die Universidad de Valencia und, etwas außerhalb in Moncada, die CEU San Pablo. Ich entschied mich für letztere, da ich vor allem meine Sprachkenntnisse verbessern wollte und ich Berichte gelesen hatte, dass sich an der Universidad de Valencia die Deutschen in Massen zusammenfinden.

Prima Ausstattung

Meine Gastuniversität CEU San Pablo ist eine private Einrichtung einer katholischen Stiftung. Die Studiengebühren sind hoch, sie entfallen aber mit einem Erasmus-Stipendium. Dementsprechend gut ist die Universität eingerichtet. Die Bibliothek ist super ausgestattet, und es gibt sogar kleine Arbeitsräume für Gruppen. Das Erasmus-Büro kümmert sich toll um uns. Wir können jedes Fach wählen. Die Kurse finden statt, auch wenn sich nur ein oder zwei Studenten dafür finden.

Allein unter Spaniern

Die Uni bietet nicht alle Studiengänge an. Insofern ist die Uni eher kleiner und übersichtlicher als die staatliche Uni. Abgesehen von den ersten drei Monaten, in der eine Studentin der Law-School in Hamburg hier war, bin ich die einzige Deutsche an der Jura-Fakultät, was meinem Spanisch sehr geholfen hat. Die Uni liegt etwas ausserhalb, ist aber per Metro gut erreichbar.

Referate und auswendig lernen

Die Vorlesungen und Prüfungen sind für mich eher gewöhnungsbedürftig, da sie sehr theoretisch sind und einige Professoren sogar diktieren. Gutachtenstil und Hausarbeiten sind hier Fremdwörter. Statt dessen müssen Referate gehalten und Zeitungsartikel kommentiert werden. Die Prüfungen sind eher kurz, zum Teil nur eine Stunde, und man sollte am besten alles wortwörtlich auswendig lernen. Es gibt auch keine Erleichterungen für Erasmus-Studenten. Insofern fallen die Noten wegen der Sprachschwierigkeiten eher schlecht aus. Man darf aber ein Wörterbuch mitnehmen.

Hablas español?

Die Uni bietet einen dreiwöchigen Intensivkurs vor Beginn des Semesters im Septemer an, und danach auch einen Kurs während des Semesters. Allerdings ist das Niveau relativ niedrig und eignet sich daher mehr für Spanischanfänger. Ich empfehle ansonsten eher eine private Sprachschule. Sehr sinnvoll ist es, die DELE-Prüfung, die offizielle Spanisch-Prüfung, abzulegen. Sie wird im Mai und im November auf drei Stufen angeboten.

Die Sprache und das Leben kennen lernen

Ich kann nicht empfehlen, in einem Studentenwohnheim zu wohnen. Die sind sehr teuer und nicht besonders schön. Besser wohnt man in einer WG, die man über Aushänge, zum Beispiel auf der Blasco Ibañez, finden kann. Ich wohne in Benimaclet, ein nettes Viertel, und zahle den unschlagbaren Preis von 90 Euro pro Monat für mein Zimmer. Am besten ist es, sich eine Wohnung mit Spaniern zu suchen, zum einen wegen der Sprache und zum anderen, um das Leben hier besser kennenzulernen.

Die Party geht spät los

Durch das sonnige Klima in Valencia ist die Freizeitgestaltung einfach. Der Strand lockt. Ich empfehle den Strand in El Saler, die Umgebung Cullera, Gandía, Albufera. Und natürlich das Nachtleben. Die Spanier gehen erst spät weg, ab Mitternacht. Erst in eine Bar, und und dann tanzen sie in einem Pub etwa ab 1.30 Uhr. In Discos sollte man sich erst ab 2.30 begeben, wenn man nicht auf einer leeren Tanzfläche rumhängen will. Ein gutes Viertel zum Weggehen ist das "Carmen" in der Altstadt. Dort gibt es jede Menge Pubs und Bars, die keinen Eintritt kosten.

Nebenbei ein Praktikum

Ich kann nur empfehlen, den Aufenthalt mit einem Praktikum zu verknüpfen. Während des Semesters habe ich an einigen Nachmittagen in einer Anwaltskanzlei hospitiert. Dort konnte ich etwa bei der Gründung einer Tochtergesellschaft einer deutschen Firma in Spanien dabei sein. Und im Anschluss an mein Examen werde ich in Barcelona sechs Wochen im deutschen Generalkonsulat arbeiten. Eine interessante Information dazu ist, dass das Erasmusstipendium für die Zeit des Praktikums verlängert werden kann, wenn nicht mehr als zwei Wochen dazwischen liegen und das Praktikum im selben Land absolviert wird.

Erasmus – eine Erfahrung, die man nicht vergisst

Wenn ihr noch am Schwanken seid, ob ihr ins Ausland geht oder nicht, macht es! Ihr werdet es nicht bereuen, denn das Jahr wird für immer in eurem Gedächtnis bleiben. Ihr werdet viele Menschen des Gastlandes und aus ganz Europa kennen lernen, neue Möglichkeiten für eure Zukunft entdecken und andere Sichtweisen zu eurem Studienfach schätzen lernen. Das ist auf jeden Fall eine Bereicherung. Ich würde es wieder machen und sehe der Rückkehr nach Deutschland mit gemischten Gefühlen entgegen.

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