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Trüffelsuppe und Case Studies

finance meets Bertelsmann, Frankfurt (Quelle: sxc.hu/attilo_82)

finance meets Bertelsmann, Frankfurt (Quelle: sxc.hu/attilo_82)

Am 11. und 12. November hat die Bertelsmann AG 17 Kandidaten zur Veranstaltung "Finance meets Bertelsmann" nach Gütersloh eingeladen. Bei dieser Veranstaltung will das Medienunternehmen potenzielle zukünftige Mitarbeiter kennenlernen. Kurz nach unserer Ankunft treffen wir uns am Abend im Hof des Restaurants "Deele". Die Anspannung in der Runde ist aber doch zu spüren. Denn viele Bewerber wissen, dass auch diese erste Begegnung schon zum Auswahlverfahren gehören könnte. Die Nervosität soll sich durch Glühwein ein wenig lockern - dafür haben Judith Charles und ihr Employer-Branding-Team von Bertelsmann gesorgt.
 

Bücher mit Profil

 Aber genug gestanden, geplaudert und getrunken: Man bittet uns ins Restaurants "Deele". Dort liegen auf einem kleinen runden Stehtisch Broschüren aus mit dem Titel "Profile Book", an denen wir uns bedienen sollen. Die 18-seitige Broschüre enthält die kompletten Lebensläufe aller Kandidaten mit Foto, Angaben zu Abitur, Studium, Berufserfahrung und "Sonstiges". Informationelle Selbstbestimmung war gestern. Ein Teilnehmer scherzt, für die nächste Bewerbung könne er einfach die entsprechende Seite der Broschüre kopieren. Zweck der "Profile Books" soll der Austausch zwischen den Unternehmensvertretern sein, um sich dann über Xing kontaktieren zu können.
 

Erfolgsreden lauschen

 Doch zunächst erzählt uns Thomas Pichler von seinem Lebensweg. Der Lebenslauf des 37-jährigen Wahlmüncheners weckt Hoffnung, dass auch wir eines Tages eine so geradlinige Karriere machen könnten.
 
 Pichler trägt heute nach 14 Jahren Konzernzugehörigkeit die kaufmännische Verantwortung für die 40 Verlage von Random House in Deutschland. Nach drei Jahren im Controlling bei Bertelsmann schlägt sich der damals 26-Jährige "ganz frech", wie er selbst sagt, für eine Stelle bei Random House in New York vor. Wieder zurück in Deutschland empfiehlt er sich für die Leitung Technologie-Management. Ein Jahr später steigt er weiter in die Leitung Finanzen von Random House auf. Anfangs waren die Aufgaben "verdammt hart", gesteht Pichler. "Aber bei Bertelsmann wird darauf geachtet, dass die Schuhe eher zu groß sind als zu klein", erklärt der Manager die Unternehmenskultur von Bertelsmann.
 

Delikatessen und Karrieregespräche

 Eineinhalb Stunden später versammeln wir uns an Stehtischen in kleinen Gruppen, zu denen sich Unternehmensvertreter von Bertelsmann gesellen. Kellner bringen kleine Happen aus der westfälischen Küche: Carpaccio, Scampi, Trüffelsuppe, Pasta. Am späten Abend geht es ins Bett, schließlich sollen wir um 8 Uhr morgens bereits in der Firmenzentrale antreten.
 

Case Studies mit Strategiespielen

 Am nächsten Morgen werden wir in Taxen vor dem Hotel abgeholt und in die Firmenzentrale gebracht. Die Unternehmensvertreter haben sich einige Case Studies ausgedacht. Hierzu müssen wir in unterschiedlichen Gruppen einige Finanzkennzahlen berechnen, eine Marktstudie sowie ein Konzept erstellen. Die Case Studies sollen einen Einblick in typische Unternehmensaufgaben geben: organisches Wachsen durch Gründung einer neuen Zeitschrift oder etwa anorganisches Wachsen durch Zukauf eines Fernsehsenders stehen auf dem Programm. So sollen wir auch zeigen, wie wir arbeiten.
 

Gruppenarbeit unter Beobachtung

 Jeder Gruppe wird für Nachfragen ein Unternehmensvertreter an die Seite gestellt. Doch es ist klar: Er beobachtet auch unser Verhalten in der Gruppe. Entsprechend harmonisch, diplomatisch, (künstlich) strukturiert und arbeitsgeteilt verläuft die Zusammenarbeit. Als wir die verschiedenen Folien der PowerPoint-Präsentation in eine Datei vereinigen sollen, kommt für kurze Zeit etwas Betriebsamkeit auf, aber wir werden rechtzeitig fertig. Nun steht die Wahl eines Gruppensprechers an. Ein kritischer Punkt. Der Spagat zwischen Profilierung und Diplomatie wird geprobt. Niemand soll übergangen werden, manche möchten sich aber doch profilieren. Am Ende finden wir einen Gruppensprecher.
 

Wachstum war gestern

 Die drei Gruppensprecher präsentieren ihre Ergebnisse einem fiktiven Vorstand der Bertelsmann AG. Nach längeren Diskussionen über Risiken, Plausibilität von Zahlen und Konzept nimmt der Vorstand letztlich keines der Projekte an, die für Wachstum und Erhöhung des Unternehmenswerts der Bertelsmann AG stehen. Das kommt nicht überraschend. Denn vom Leitmotiv "Wachstum" hat sich der Konzern längst verabschiedet. In Folge der aktuellen Wirtschaftskrise hat Bertelsmann seinen strategischen Fokus aktuell auf die Sicherung der Liquidität gesetzt.
 

Rätselhafte Kreuze

 Einige Unternehmensvertreter machen während der Präsentationen Notizen in das "Profile Buch", einer versieht die meisten der dort abgedruckten Lebensläufe mit einem Kreuz. Was dieses bedeutet, bleibt ein Geheimnis. Die Veranstaltung endet mit einem kurzen Feedback unserer Betreuer zu den Einzel- und Teamleistungen: Zu wenig Arbeitsteilung und eine zu große Lässigkeit werden uns attestiert, die letztlich für Zeitdruck gesorgt hätten. Für die Rückfahrt erhalten wir kleine Aufmerksamkeiten, die die Rückreise angenehmer gestalten sollen: ein Buch aus dem hauseigenen Verlag sowie einen Trinkbecher.
 

Kontakt halten

 Schon am nächsten Morgen meldet sich Frau Ebbes-Barr und bekundet in einer E-Mail Interesse, weiterhin "in Kontakt zu bleiben". Das soll heißen, dass die Bewerber sich auf Stellenausschreibungen nochmals bewerben können, aber auch Bertelsmann sich meldet, sofern Stellen frei werden, die auf das Profil der Kandidaten passen.
 

Imagepolitur

 Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die "Bertelsmänner und –frauen" sich nach Möglichkeiten bemüht haben, ein positives Bild der Bertelsmann AG zu vermitteln. Die engagierten Mitarbeiter gestalteten mit großem Zeitaufwand und Einfühlungsvermögen den Teilnehmern den Aufenthalt an ihrem Firmensitz in Gütersloh so angenehm wie möglich.

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