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"Die Leute wollen zurück ins Büro"

Konferenzraum Tafel Zeigen Frau Tisch Laptops [Quelle: Pexels.com, Autor: Christina Morillo]

Quelle: Pexels.com, Christina Morillo

Der Deutsche-Bank-Personalchef spricht über Arbeit im Homeoffice und verteidigt Boni gegen Kritik der EZB.

Nach einem Jahr Corona wächst die Sehnsucht nach der Rückkehr an den regulären Arbeitsplatz. "Die Leute wollen wieder ins Büro, das zeigen die Ergebnisse unserer internen Umfrage", sagt Deutsche-Bank-Personalchef Michael Ilgner. Die Mitarbeiter genießen nach seinen Worten zwar die Flexibilität, wenn sie von zu Hause arbeiten, haben aber auch ein Bedürfnis, sich zu treffen. "In den vergangenen Jahren haben drei von fünf Mitarbeitern gesagt, sie seien hochmotiviert, am Anfang der Pandemie lag der Wert bei 70 Prozent. Jetzt ist er auf 91 Prozent gestiegen", sagt Ilgner in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

76 Prozent der Bank-Angestellten bezeichnen ihr Wohlbefinden demnach als gut bis sehr gut. "78 Prozent der Mitarbeiter sagen aber auch, dass sie den kreativen Austausch mit Kollegen als Hauptgrund sehen, ins Büro zu gehen", sagt Ilgner. "Deswegen setzen wir für die Zukunft auf ein hybrides Modell: regelmäßiges Arbeiten von zu Hause kombiniert mit Zeit im Büro, abgestimmt auf die Anforderungen der jeweiligen Aufgabe und des Teams." Kreativität entstehe in der Teeküche, nicht in der Telefonkonferenz. "Innovation hängt in hohem Maße davon ab, dass Menschen physisch zusammenkommen – organisiert in Workshops und Ähnlichem, vor allem aber informell auf den Fluren und in den Kaffeeküchen", so Illgner.

Der Deutsche-Bank-Personalchef verteidigt die Zahlung von Boni gegen Kritik von der Europäischen Zentralbank und aus der Öffentlichkeit. "Die variable Vergütung ist ein vertraglich geregelter, flexibler Bestandteil des Gehalts, keine willkürliche Maßnahme." Der Konzern stehe im internationalen Wettbewerb um die Besten, "da spielt eine marktgerechte Vergütung, inklusive der variablen Bestandteile, eine wichtige Rolle." Ilgner räumt ein, dass es "nicht leicht vermittelbar" sei, dass die Bank einerseits eine hohe variable Vergütung zahle und andererseits Tausende Stellen abbaue. "Aber von uns wird auch erwartet, dass wir eine leistungsfähige, effiziente Bank bauen, die auf Geschäftsfeldern mit viel Zukunftspotential unterwegs ist. Das heißt, wir müssen transformieren. Ende 2022 soll diese Phase abgeschlossen sein, damit die Bank nachhaltig profitabel arbeiten kann."

Für sich ist Ilgner optimistisch, dass er in den Konzernvorstand aufsteigen wird. "Ich bin grundsätzlich ein zuversichtlicher Mensch", sagt er auf die Frage, ob er damit rechnet, dass die Finanzaufsicht die Beförderung in den Vorstand absegnet, wie es die Deutsche Bank anstrebt. Ilgner kam vor einem Jahr von der Sporthilfe zur Deutschen Bank, was Zweifel an seiner Eignung weckte. Er hatte keine Bankenerfahrung und führte zuvor 40 Mitarbeiter statt 85 000. Er nehme die Kritik wahr, sagt Ilgner. "Entscheidend ist aber auf dem Platz, wie es im Fußball heißt. Ich lasse mich gerne am Ergebnis messen."

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