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Wo kann ich helfen?

Aufgaben in der Beratung [© Coloures-pic - Fotolia.com]

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Sie machen auch noch was anderes, als Leute rauszuwerfen. Berater arbeiten überall dort, wo Unternehmen Hilfe brauchen. Sechs Jobs, denen eins gemein ist: Lange Arbeitszeiten

Strategieberatung

Was ist das? – Strategieberater entwickeln langfristige Unternehmensziele: Wie können neue Märkte erschlossen werden? Woher kann zusätzliches Kapital kommen? Wie lässt sich künftig sparen? Sollte man in Forschung investieren? Die Kunden sind internationale Konzerne und Banken, mittelständische Betriebe und auch Start-ups.

Wo arbeitet man? – Nicht nur die großen Beratungsunternehmen wie McKinsey, die Boston Consulting Group und Roland Berger bieten Strategieentwicklung an, sondern auch kleinere Beratungen und Spin-Offs, also Ableger der großen Beraterfirmen, wie etwa Undconsorten. Bei kleinen Firmen begleiten die Berater ihre Klienten meist über die Phase der Konzeption hinaus und stellen sicher, dass die Umsetzung erfolgreich läuft.

Wer wird gesucht? – Nicht nur Wirtschaftswissenschaftler! Ingenieure, Informatiker und Mathematiker sind ebenso gefragt wie Mediziner, Chemiker und Psychologen. Wichtig sind ein sicheres Auftreten, Stressresistenz und analytisches Geschick, um vor den Klienten, die meist in der Führungsetage arbeiten, bestehen zu können.

Wie sind die Bedingungen? – Absolventen starten meist mit einem höheren Einkommen als in anderen Beratungsbereichen, müssen dafür aber auch exzellente Abschlüsse vorweisen. Einsteiger verdienen nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) im Schnitt 55.000 Euro im Jahr. Alle ein bis drei Jahre steht ein Hierarchiesprung an. In Kauf nehmen muss man dafür 60- bis 90-Wochen-Stunden und jede Woche vier bis fünf Übernachtungen in einem Hotel.

Prozessberatung

Was ist das? – Mehr als 40 Prozent des Umsatzes macht die Beraterbranche im Bereich Organisation und Prozesse. Während Strategieberater neue Geschäftsmodelle lancieren, konzentrieren sich Prozessberater darauf, die bestehenden Abläufe effektiver und kostengünstiger zu gestalten. Sie analysieren, woran es liegt, wenn ein Produktionsprozess zu oft unterbrochen wird. Sie sprechen sich mit Zulieferern ab oder erwirken schnellere Abstimmungen auf allen Ebenen. Bei Fusionen schicken Organisationsberater Change-Management-Spezialisten ins Feld, die mit psychologischem Geschick Widerstände gegen Veränderungen überwinden sollen.

Wo arbeitet man? – Zum Beispiel bei den führenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften wie Deloitte, KPMG, Ernst & Young oder PricewaterhouseCoopers. Kleinere Beratungen bieten zum Teil bessere Arbeitsbedingungen, und man verantwortet schnell eigene Projekte, was einem dabei helfen kann, sich auf einen Bereich zu spezialisieren.

Wer wird gesucht? – Wirtschaftswissenschaftler, Wirtschaftspsychologen und Ingenieure, die sich im Studium bereits auf Organisations- und Prozessthemen spezialisiert haben oder Praktika in dem Bereich gemacht haben.

Wie sind die Bedingungen? – Prozessberater verbringen nicht viel Zeit in ihrem Wohnort. Um nachweisen zu können, wie sich eine Maßnahme konkret auf die Betriebskosten und auf den Gewinn auswirkt, sind lange Präsenzzeiten beim Kundenunternehmen für Machbarkeitsstudien, Kalkulationen und Implementierung nötig. Das Einstiegsgehalt liegt laut BDU bei etwa 45.000 Euro.

IT-Beratung

Was ist das? – Wenn zwei Firmen nach einer Übernahme zusammengeführt werden müssen und sich in Zukunft ein gemeinsames Netzwerk teilen sollen: Dann, zum Beispiel, werden IT-Berater gebraucht. Ebenso, wenn Firmen ihre Daten besser schützen wollen, aber nicht wissen, wie das geht. IT-Berater helfen Unternehmen die Technik zu finden oder zu installieren, die sie brauchen, um besser zu sein als die Konkurrenz.

Wo arbeitet man? – IT-Berater arbeiten in großen Strategieberatungen oder in spezialisierten Technikberatungen wie IBM, Accenture oder Capgemini. Ihre Dienste sind im Start-up ebenso gefragt wie im Weltkonzern. Wer sich selbstständig machen will, hat ebenfalls gute Chancen – vorausgesetzt, er informiert sich regelmäßig über neue Entwicklungen.

Wer wird gesucht? – IT-Berater sollten technisches Verständnis und Spaß an IT-Themen haben, logisch. Software- und Programmierkenntnisse sind für diesen Beruf eine Voraussetzung. Und man muss in der Lage sein, komplizierte technische Sachverhalte so zu übersetzen, dass auch Manager und Mitarbeiter verstehen, was man ihnen erklärt – selbst, wenn die nicht gerade Nerds oder ausgeprägte Technikfans sind.

Wie sind die Bedingungen? – Auch IT-Berater sind viel auf Reisen, auf dem Weg von einem Kunden zum nächsten. Das Einstiegsgehalt liegt laut BDU durchschnittlich bei 38.000 Euro. Selbstständige verdienen oft mehr. Die IT-Beratung hat traditionell den Ruf, besonders viele Männer zu beschäftigen. Mittlerweile werden aber immer mehr Förderprogramme für Frauen aufgesetzt.

Personal- und Inhouse-Beratung

Personalberatung

Was ist das? – Personalberater helfen bei der Suche nach neuen Mitarbeitern. Im Unterschied zu Headhuntern, die auf das Abwerben spezialisiert sind, bieten Beratungen auch Tipps zu Vergütungs-, Pensions- und Anreizsystemen an. Zusammen mit der Unternehmensleitung definieren sie, was Bewerber für eine offene Stelle mitbringen sollen. Und sie entscheiden mit darüber, welche Mitarbeiter besonders gefördert werden, um in der Firma aufzusteigen.

Wo arbeitet man? – Vom Ein-Mann-Betrieb bis zu Internationalen Dienstleistern wie Mercer und Kienbaum ist in der Personalberatung alles dabei. In einer kleinen Beratung hat man mehr Verantwortung, in großen Beratungen steht man in Kontakt mit Klienten und kann sich ein großes Netzwerk aufbauen: Die Kunden der Personalberatungen kommen aus vielen Bereichen, zum Beispiel aus Banken, Krankenhäusern oder Verlagen.

Wer wird gesucht? – Meist arbeiten Juristen, Psychologen und Sozialwissenschaftler in der Personalberatung. Unabhängig von der Fachrichtung werden Absolventen mit Fingerspitzengefühl, empathischem Geschick und einer sehr guten Menschenkenntnis gesucht.

Wie sind die Bedingungen? – Einige Firmen bauen ihre Human-Resources-Abteilungen ab, Fachkräfte werden rar. Das ist die Ausgangssituation am Markt. Dabei hängt der Erfolg eines Unternehmens von der Qualität seiner Mitarbeiter ab. Wer Firmen als Personalberater zur Seite steht, hilft auch der eigenen Karriere und kann sich auf Aufstiegschancen freuen. Das Einstiegsgehalt liegt nach Angaben des BDU durchschnittlich bei 42.000 Euro.

Inhouse-Beratung

Was ist das? – Inhouse-Berater haben ähnliche Aufgaben wie die anderen Beratertypen, arbeiten aber ausschließlich für eine Firma. Zwei Drittel der Dax-30-Unternehmen haben eine eigene Consulting-Abteilung, statt ausschließlich die Dienstleistungen externer Beratungsfirmen zu nutzen. Das hilft, Geld zu sparen – und bei Problemen hat man gleich Hilfe im Haus. Die Inhouse-Berater verbessern zum Beispiel interne Abläufe. Sie beraten die Chefetage, wenn es darum geht, Stellen zu streichen, oder sind für den Aufbau eines Büros im Ausland zuständig.

Wo arbeitet man? – Die meisten internen Beratungen finden sich in internationalen Banken und Konzernen wie der Commerzbank, bei Volkswagen, Siemens oder Bayer. Insgesamt gibt es in Deutschland nach Angaben des BDU etwa 150 Inhouse-Beratungen mit 2.500 Consultants – Tendenz steigend.

Wer wird gesucht? – Je nach Branche können spezielle Fachkenntnisse neben einem Grundverständnis von Wirtschaft helfen. Wichtig ist, dass Bewerber die Inhouse-Beratung nur als Teil ihrer Karriere planen – und nach drei, vier Jahren bereit sind, eine Führungsrolle in einer anderen Abteilung zu übernehmen.

Wie sind die Bedingungen? – Die Inhouse-Beratung ist für Bewerber interessant, die nicht so viel reisen wollen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man die Umsetzung der empfohlenen Konzepte begleiten kann – und nicht sofort wieder in einem anderen Unternehmen eingesetzt wird. Finanziell haben interne Berater keinen Nachteil: Laut BDU liegt das Einstiegsgehalt je nach Abschluss und Berufserfahrung zwischen 38.000 und 55.000 Euro.

© ZEIT Online (Zur Original-Version des Artikels)

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