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Heimweh nach der Firma

Büro, Meeting, Gespräch, Kollegen, Team [Quelle: unsplash.com, Autor: Campaign Creators]

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Nach etlichen Wochen im Homeoffice planen Unternehmen nun die Rückkehr ihrer Beschäftigten. Doch so wie vor der Pandemie dürfte es nicht mehr werden. Wie sich Konzerne, Manager und Mitarbeiter auf die neue Normalität vorbereiten.

Wenn Frank Karcher seinen Arbeitstag beginnt, muss er neuerdings Schlange stehen. Vor den vier Aufzügen des Frankfurter Messeturms, die ihn in die 16. Etage bringen, warten seit ein paar Tagen immer mehr Kollegen. Zum einen, weil wegen der Hygienevorschriften nur zwei statt der üblichen zehn Personen einen Fahrstuhl benutzen dürfen. Aber auch, weil wieder etliche Mitarbeiter aus dem Homeoffice in eine der 64 Etagen des Bürotowers im Bankenviertel zurückkehren – so wie die Angestellten der globalen IT-Beratung Tata Consultancy Services. Karcher ist dort Personalleiter und hierzulande für 2000 Mitarbeiter des indischen Konzerns verantwortlich.

Arbeitete nach dem Shutdown fast die gesamte TCS-Belegschaft im Homeoffice, werden die Anwesenheitslisten im Büro nun wieder länger. Fast ein Zehntel der Berater ist zurück. "Wir machen keinen Druck, aber wir sind vorbereitet, dass etwa ein Viertel der Belegschaft demnächst wieder hier ist", erzählt Karcher. Was viele der Kollegen motiviert, freiwillig ins Büro zu fahren: "Wir wollen uns wieder persönlich treffen."

So wie die TCS-Berater haben viele Manager und Mitarbeiter Heimweh nach der Firma. Die Hälfte der Beschäftigten möchte zurück ins Büro, um die Kollegen wieder zu sehen, zeigt eine Befragung der Beratung Korn Ferry, die dem Handelsblatt vorab vorliegt. Verständlich: Man möchte wieder persönlich mitbekommen, was im Betrieb los ist. Und wenn es nur die Info ist, dass der Drucker im Sekretariat immer noch streikt.

So schnell wie der Rückzug ins Homeoffice funktionierte, so schnell wie Heimarbeit für Millionen zum Alltag wurde – so kompliziert gestaltet sich nun die Rückkehr. Chefs und Corona-Taskforces tüfteln an Hygieneplänen, messen Abstände zwischen Bürostühlen, teilen Mitarbeiter in Gruppen ein. Dass immer mehr Firmen die Rückkehr forcieren, legt die Corona-Studie der Universität Mannheim nahe. Nur noch knapp fünf Prozent arbeiten gerade dauerhaft zu Hause, zum Höhepunkt der Krise waren es mehr als 30 Prozent.

Rein rechtlich ist es erlaubt, dass Firmen ihre Angestellten zurück ins Büro beordern. Arbeitspsychologe Hannes Zacher hält das auch aus wissenschaftlicher Sicht für richtig. "Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter nicht im Dauerausnahmezustand Homeoffice lassen." Die Forschung zeige, dass Mitarbeiter unzufrieden, unproduktiv und unmotiviert werden, wenn sie gar nicht mehr ins Büro kommen dürften, meint der Experte der Universität Leipzig.

Trotz Rückkehr: So wie vor der Pandemie wird es nicht mehr werden. 89 Prozent der Führungskräfte rechnen damit, dass Homeoffice-Regelungen zunehmen, zeigt das Managerbarometer der Beratung Odgers Berndtson. Was sich etablieren wird: dass ein Teil der Mitarbeiter im Office – und der Rest zu Hause arbeitet. Für ein knappes Fünftel ist das schon jetzt die neue Normalität, zeigt die Langzeiterhebung der Uni Mannheim.

Doch wie organisieren Firmen den neuen Alltag – und worauf müssen sich Manager und Mitarbeiter vorbereiten? Drei Beispiele aus der Praxis.

Bayer: Rückkehr in kleinen Schritten

Spätestens in der Kantine wird den Bayer-Rückkehrern die neue Normalität bewusst: Sein Gegenüber an den Tischen kann man nur durch eine transparente Trennscheibe sehen. "Man muss ein bisschen lauter sprechen, um sich zu verstehen, aber das funktioniert schon", sagt Kai van Laak. Der global Verantwortliche für Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit ist schon eingespielt, arbeitet wieder einige Tage pro Woche in der Zentrale.

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