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Gibt es neben der idealen Aktivität für bestimmte Ziele auch die ideale Tageszeit, um Sport zu machen?

Auf jeden Fall – zumindest, wenn das Ziel Gewichtsverlust lautet. Ein Workout am Abend regt nämlich den Stoffwechsel noch einmal für Stunden an und hilft so beim Abnehmen. "Schlank im Schlaf"- oder "Schlank über Nacht"-Programme, von denen man oft liest, funktionieren dank diesem Nachbrenneffekt tatsächlich – sofern man nach dem Workout nichts oder zumindest keine Kohlenhydrate mehr isst.

Wer sich hingegen gerne unter freiem Himmel fit hält, profitiert unter Umständen mehr von Frühsport. Denn morgens ist die Luft noch reiner, die Ozonwerte sind im Sommer niedriger. Auch die Darmtätigkeit und der Kreislauf werden durch ein Workout am Morgen in Schwung gebracht: Man fühlt sich tagsüber wohler und vitaler.

Grundsätzlich ist der ideale Zeitpunkt für Sport aber vom individuellen Biorhythmus abhängig. Wer morgens nicht einmal frühstücken kann, sollte Frühsport vorsichtig angehen: Unterzucker droht. Niemand hält ein Sportprogramm lange durch, wenn er damit gegen seine Natur anarbeitet. Es muss also letztlich jeder selbst entscheiden, wann der beste Zeitpunkt für Sport ist.

Was halten Sie davon, in der Mittagspause Sport zu machen?

Finde ich gut! Sport in der Mittagspause bringt einen auf andere Gedanken und entspannt deshalb oft besser als das Mittagessen in der Kantine. Selbst die Hirnforschung sagt, dass sich die Synapsen bei sportlicher Betätigung erholen und unser Geist wieder aufnahmebereit wird.

Also stimmt es, dass ich mich nach dem Sport besser konzentrieren kann?

Ja, und das hat mit der verbesserten Sauerstoffversorgung im Körper zu tun. Wer zum Beispiel ins Büro joggt oder radelt, beschleunigt Atmung und Herzschlag: Muskeln und Organe – und damit auch das Gehirn – werden besser mit Sauerstoff versorgt. Deshalb kann man im Anschluss konzentrierter arbeiten. Diesen Effekt kann man sich übrigens auch in kleinerem Umfang durch Treppensteigen oder einen kurzen Spaziergang zunutze machen.

Was, wenn ich mich trotzdem partout nicht aufraffen kann?

Vielen Menschen hilft es, ihre Sporteinheiten so zu planen wie andere Termine und Aufgaben auch: Indem sie sie schriftlich in ihrem Kalender oder auf Post-its festhalten. Auch Ziele motivieren: Möchte ich beispielsweise in einem halben Jahr fünf Kilo abnehmen? Oder endlich fit werden und zwei Kilometer laufen, ohne gleich umzukippen? Wer auf etwas hinarbeitet, hat Erfolgserlebnisse – und die motivieren ungemein.

Welche Sportarten empfehlen Sie Menschen mit wenig Zeit, die abnehmen wollen?

Hier gilt immer noch die Faustregel, mehr Energie zu verbrauchen als aufzunehmen. Gerade, wenn man wenig Zeit hat, ist Gewichtsverlust ohne die richtige Ernährung fast unmöglich – je mehr Extrakalorien es zu verbrennen gilt, desto mehr Zeit braucht man. Ohne großen Aufwand kann man eine gesunde, reduzierte Ernährung unterstützen, indem man seinen Alltag so aktiv wie möglich gestaltet. Treppensteigen wäre der Klassiker, eine Station früher aus der U-Bahn auszusteigen und den Rest zu Fuß zu laufen eine andere Option. Über den Tag verteilt tragen körperliche Aktivitäten wie diese dazu bei, dass der Energieverbrauch die Energieaufnahme übersteigt.

Außerdem empfehlen sich Sportarten, die in kurzer Zeit viele Kalorien verbrauchen, beispielsweise Kraftausdauer-Training oder Jumping Fitness. Wenn das Abnehmen trotzdem nicht klappt, liegt das oft daran, dass wir unseren Grundumsatz falsch einschätzen. Denn die Menge an Kalorien, die ein Mensch durch Vitalfunktionen wie Atmen und Herzschlag verbrennt, variiert je nach Alter, Geschlecht, Muskelmasse und anderen, individuellen Faktoren. Wer also mit möglichst geringem Zeitaufwand abnehmen will, sollte zu Beginn einen Experten hinzuziehen, der den persönlichen Grundumsatz korrekt bestimmt. Und dann ist tatsächlich das gute alte Kalorienzählen angesagt!

Laufschuhe an und los – so einfach ist Ausdauertraining. Komplizierter wird es bei Krafttraining: Alleine die Tatsache, dass ich erst ins Studio gehen muss, kann auf Dauer zum Hindernis werden.

Deswegen empfehle ich Berufstätigen und Studenten in stressigeren Phasen, gar nicht erst irgendwo hinzufahren, sondern Eigengewichtübungen zu machen. Damit erreicht man gerade als Anfänger ebenso gute Effekte wie an professionellen Geräten – und die Chance, bei der Stange zu bleiben, ist höher. Ein weiterer Vorteil von Eigengewichtübungen ist die verbesserte Körperwahrnehmung: Dieses Workout trainiert nämlich den ganzen Körper in seiner Funktion und nicht isolierte Muskelgruppen, wie es an Geräten der Fall ist.

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