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Wie wir das Beste aus unserer Zeit rausholen

Zeit Münzen Pflanzen [Quelle: pixabay.com, Autor: nattanan23]

Quelle: pixabay.com, nattanan23

Wer auf seinen Energiehaushalt achtet, leistet mehr. Das ist gar nicht so schwierig. Ein Coach, ein Autor und eine Karriereberaterin geben Tipps – und entlarven die größten Energieräuber.

Ob Elon Musk, Angela Merkel oder die Queen: für sie alle dauert eine Woche genau so lange, wie für den Rest der Menschheit - 168 Stunden. Umso erstaunlicher ist es, wie unterschiedlich diese Zeit genutzt wird. Während die einen ein Land regieren oder das Autofahren revolutionieren, kämpft man sich anderswo gerade so durch die 40-Stunden-Woche. Natürlich hängt das mit vielen Faktoren zusammen.

Fakt ist aber, dass manche Menschen mit ihrer Zeit deutlich mehr anfangen als andere. Dieses Phänomen hat auch der amerikanische Blogger und Autor Michael Hyatt beobachtet und dem Kind einen Namen gegeben: das Zeit-Energie-Paradoxon. Denn trotz identischer verfügbarer Stundenzahl unterscheiden sich die Energielevel von Mensch zu Mensch - und bei jedem einzelnen zudem von Tag zu Tag.

Hyatt plädiert deshalb dafür, statt dem Zeitmanagement die Energie in den Fokus zu rücken. Damit ist er nicht allein. So weiß auch Mathias Fischedick, Karrierecoach und Autor des Buches "Mehr schaffen, ohne geschafft zu sein": Unser Energielevel hat großen Einfluss auf unsere Leistungsfähigkeit. "Unsere Zeit ist auf 24 Stunden am Tag limitiert. Unser Energielevel können wir dagegen steigern", sagt er.

"Unser größter Denkfehler ist die Annahme, wir seien Maschinen, denen es total egal ist, ob sie nachts um vier eine Bewegung machen oder nachmittags um drei." Menschen haben je nach Tagesform und Uhrzeit eine unterschiedliche Leistungsfähigkeit. Auch äußere Einflüsse bestimmen unser Energielevel. "Die drei größten Energieräuber sind: zu viele Reize, der Wunsch, es anderen recht zu machen, und das Festhalten an Altem", sagt Fischedick.

Viele Menschen haben vor allem durch Social Media das Gefühl, überall mitspielen und immer erreichbar sein zu müssen. Das Gehirn ist darauf programmiert, alle Reize wahr- und ernst zu nehmen - selbst wenn sie nicht wichtig sind. "Beim Arbeiten würde ich das Handy ausmachen oder stumm schalten. Und wenn ich konzentriert etwas erledigen muss, würde ich mein Mail-Postfach schließen, damit ich gar nicht erst mitbekomme, ob eine Mail kommt", rät er.

Gleichzeitig lohnt es sich, die Digitalisierung zum eigenen Vorteil zu nutzen. "In der digitalen Welt, in der sich so viel ständig verändert, vergeudet man seine Energie, wenn man darum kämpft, alles so wie immer zu machen", sagt Fischedick. Ab und an zu prüfen, ob sich Dinge leichter und effizient erledigen lassen, ist nicht nur gut für die Produktivität, sondern auch für den Energiehaushalt.

Auch diejenigen, die ihre Ideen für sich behalten und sich ständig anderen unterordnen, verschwenden Energie. Fischedick rät zu mehr Mut und einer gesunden Portion Egoismus: "Wenn ich eine Idee habe, von der ich überzeugt bin, und diese umsetze, habe ich viel mehr Energie, als wenn ich mich in stillem Gehorsam nach anderen richte."

Der Wille zur Veränderung

Für Christiane Barho, Karriereberaterin in Frankfurt, ist das Thema Energie essenziell im Zeit- und Selbstmanagement. Ihrer Meinung nach ist der Energiehaushalt ein Mosaikteil, das nur in Kombination mit gutem Zeit- und Selbstmanagement funktionieren kann. "Nur wenn ich verstanden habe, was bei mir der Grund oder Auslöser für einen Mangel an Energie ist, kann ich auch etwas verändern!, sagt sie. Entscheidend für einen robusten Energiehaushalt seien gesunder Schlaf und eine ausgewogene Ernährung sowie ein klar strukturierter Alltag.

Gewohnheitstiere haben bei Barho schlechte Karten: "Wer behauptet, er könne seine Gewohnheiten nicht verändern, der will in Wahrheit nicht." Ob jemand selbständig oder angestellt sei, spiele dabei keine Rolle. Jeder Mensch könne beurteilen, ob eine Aufgabe ihn mehr Energie kostet als Nutzen bringt, und sich dementsprechend abgrenzen. "Davon wird das Umfeld im ersten Moment nicht begeistert sein - das muss man dann aber aushalten", sagt Barho.

Abgrenzung, gesunde Ernährung, Bewegung und ausreichend Schlaf sind auch laut Mathias Fischedick wichtige Energiespender. Eine große Rolle spielen außerdem Pausen. "Kein Topathlet kann auf Dauer eine gute Performance bringen, wenn er seinem Körper nicht regelmäßig Pausen gönnt. Das Gleiche gilt für die Arbeitswelt", sagt er. Mit einer Mittagspause sei es nicht getan. Stattdessen sollten Menschen etwa alle 90 Minuten eine kleine Pause einlegen, um ihre Akkus aufzuladen.

Damit Pausen für Körper und Geist erholsam sind, sollten wir sie abseits vom Bildschirm verbringen. "Kurz spazieren gehen, ein Paket zur Post bringen, Wäsche falten, ein paar Yoga-Übungen machen oder einfach aus dem Fenster schauen - solche Aktivitäten können uns bereits eine kurze Erholung verschaffen", sagt Fischedick.

Sein Tipp: in guten Zeiten für stressige Phasen vorsorgen. "Am besten macht man sich eine Liste mit persönlichen SOS-Energiespendern", rät er. Das kann ein Stück Schokolade sein, ein Gute- Laune-Song, ein Gespräch mit einer vertrauten Person. Läuft es mal nicht so rund, kann ein Blick auf die Liste Abhilfe schaffen. "Zum einen ist das schön, weil man direkt einen positiven Effekt spürt. Zum anderen macht man sich bewusst, dass man selbstwirksam ist und beeinflussen kann, wie man sich fühlt."

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