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Führungskräfte arbeiten mehr als eineinhalb Jahre umsonst

Büro, Gebäude, Fenster, Arbeit [Quelle: unsplash.com, Autor: Dylan Nolte]

Quelle: unsplash.com, Dylan Nolte

Die Deutschen arbeiten oft länger als sie müssten. Bei Fachkräften und Angestellten in Führungspositionen gibt es laut einer Umfrage allerdings deutliche Unterschiede.

Eine dringende Aufgabe oder ein Projekt, das kurz vor der Abgabefrist steht: Gründe, abends länger am Arbeitsplatz zu bleiben, gibt es viele. Das hat Folgen: Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland macht Überstunden. So arbeiten 54 Prozent der Arbeitnehmer auch nach Dienstschluss weiter. Durchschnittlich bleiben sie in der Woche drei Stunden länger als sie eigentlich müssten.

Das zeigt der "Arbeitszeitmonitor", eine empirische Analyse der Hamburger Unternehmensberatung Compensation Partner. Das Unternehmen wertete im laufenden Jahr mehr als 215.000 Daten von Arbeitnehmern aus; unter den Befragten waren 39,2 Prozent Frauen und 60,8 Prozent Männer. Etwa 93 Prozent der Befragten arbeiten als Fachkräfte, rund 7 Prozent als Führungskräfte. Die Erhebung ist zwar nicht repräsentativ, durch die hohe Zahl der Antworten aber durchaus interessant.

Zwischen Fach- und Führungskräften gibt es nämlich erhebliche Unterschiede: Während nach dem Arbeitszeitmonitor knapp mehr als die Hälfte aller befragten Fachkräfte länger arbeiten, sind es unter leitenden Angestellten 83 Prozent. Sie kommen im Durchschnitt je Woche auf rund acht Überstunden, Fachkräfte dagegen auf etwa drei.

Mehr als die Hälfte der Fach- und Führungskräfte bekommt diese Überstunden nicht bezahlt. Fachkräfte würden so während ihres gesamten Berufslebens rund 9.655 Überstunden ansammeln, Führungskräfte kommen sogar auf 15.390 Stunden. Das sind umgerechnet ein Jahr und neun Monate. Weil 74 Prozent der Führungskräfte unbezahlt Überstunden leisten, würden sie mehr als eineinhalb Jahre umsonst arbeiten.

Laut Arbeitszeitmonitor leisten Männer grundsätzlich mehr Überstunden als Frauen. Das gilt für Fach- wie auch für Führungskräfte. Frauen erhalten aber prozentual gesehen auch seltener einen Überstundenausgleich. Insgesamt machen vor allem Arbeitnehmer in Unternehmensberatungen die meisten Überstunden.

Regionale Unterschiede in Sachen Überstunden gibt es kaum – bloß in Hamburg, Bremen und Berlin ist die Zahl der Überstunden, die Beschäftigte schieben, geringfügig höher als anderswo. Dennoch: Die Zahl der Überstunden sinkt im Vergleich zu den Vorjahren kontinuierlich – jedenfalls, wenn man es mit früheren Analysen des Beratungsunternehmens vergleicht. Vor zehn Jahren leisteten Beschäftigte noch mehr als sechs Überstunden, 2019 sind es durchschnittlich drei.

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