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Den Auslandsaufenthalt organisieren

Ist die Entscheidung für ein Auslandsstudium oder -praktikum erst einmal gefällt, stellt sich die Frage, wo es hingehen soll. Aber wo anfangen? Milan und Katharina haben es ganz unterschiedlich gemacht. "Die wichtigste Quelle war für mich das Internet", sagt Katharina. "Da gibt es Foren, wo man sich vorab Erlebnisberichte durchlesen und auf erste Ideen kommen kann." So hat Katharina Kontakte zu Studierenden und Absolventen aufgebaut, mit denen sie sich über das Leben in verschiedenen Ländern austauschen konnte. Milan dagegen hat sich direkt an seiner Heimatuni schlau gemacht: "Da mich Mexiko sehr interessierte, habe ich meine mexikanischen Kommilitonen ausgefragt. Darüber hinaus waren die Professoren sowie unser International Office eine gute Anlaufstelle für Fragen und Probleme bei der Organisation."

Eine frühzeitige Planung des Auslandsaufenthaltes ist das A und O

Erste Anhaltspunkte für die Auswahl des Ortes sind meist die eigenen Studienschwerpunkte und Fremdsprachenkenntnisse. Egal, was du machst und wo es hingehen soll – das A und O ist die frühzeitige Planung. "Gerade für Länder außerhalb Europas benötigt man nicht selten ein Visum. Dafür sollte man schon mindestens drei bis vier Monate einplanen, denn die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam", erinnert sich Milan.
 
Es ist also durchaus sinnvoll, bereits im ersten oder zweiten Hochschulsemester mit der Planung der Organisation zu beginnen – obwohl die meisten Austauschprogramme frühestens ab dem dritten Semester greifen. So kann man schon die dringendsten Fragen klären: Kommt für mich ein Austauschprogramm in Frage oder gehe ich als so genannter "Free-mover"? Werden meine Leistungen im Ausland an meiner Heimathochschule anerkannt? Wie finanziere ich den Aufenthalt? Wie sieht es mit meiner Krankenversicherung aus? Und woher bekomme ich eine Unterkunft?

Free-mover: Viele Wege führen ans Ziel

Die Wege ins Ausland sind vielfältig und verworren. Zum einen kannst du dich bei deiner Wunschuni auf eigene Faust bewerben – dann trägst du aber das volle Risiko hinsichtlich Planung und Finanzierung. Bist du knapp bei Kasse und möchtest dennoch nicht auf deine Wahlfreiheit verzichten, bewirbst du dich am besten um ein Stipendium beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) oder bei einer der vielen Stiftungen und Mittlerorganisationen. So bietet zum Beispiel die Fulbright Kommission ihren Stipendiaten neben finanzieller Hilfe auch einen festen Studienplatz an einer beliebigen amerikanischen Universität an. Doch auch als erfolgreicher Bewerber kommst du hier nicht um die Selbstorganisation des Auslandsaufenthalts herum, denn gerade Stiftungen erwarten neben sehr guten Studienleistungen auch eine gehörige Portion Eigeninitiative.

Einfach unkompliziert: Austauschprogramme

Sehr beliebt sind die Austauschprogramme deutscher Unis mit ausländischen Partnerhochschulen. Ansprechpartner ist meist das Internationale Büro oder das Akademische Auslandsamt, das dir bei der Auswahl eines Studienortes hilft und Tipps gibt zur Finanzierung und Herangehensweise. "Ich bin sehr froh, dass ich mich für ein Austauschprogramm entschieden habe", meint Katharina. "Man ist von Anfang an viel besser integriert und bekommt die entsprechende Starthilfe. Auch die Anerkennung der belegten Kurse ist abgesichert."
 
Weil es um einiges unkomplizierter ist als eine individuelle Bewerbung an einer ausländischen Universität, ist das Erasmus-Austauschprogramm der Europäischen Union einer der beliebtesten Wege. Denn als Erasmus-Student profitierst du mehrfach: An der ausländischen Uni entfallen die Studiengebühren und Zulassungsbarrieren, dafür werden Einführungswochen und Sprachkurse angeboten. So genannte Erasmus-Koordinatoren helfen, den bürokratischen Aufwand zu bewältigen. Außerdem wird eine finanzielle Beihilfe von monatlich zwischen 50 und 300 Euro (je nach Kontingent) gezahlt. Die Zahlung nationaler Stipendien kann weitgehend beibehalten werden. Seit seinem Start vor 23 Jahren haben rund 2 Millionen europäische Studierende durch ein Erasmus-Studium internationale Erfahrungen gemacht.

Lernen für das Leben und den Beruf

Das Pendant zu Erasmus war auf der Seite der beruflichen Bildung bis 2006 das Leonardo Da Vinci-Programm. Mittlerweile sind beide Teil der EU-Lifelong-Learning-Initiative. Leonardo unterstützt Absolventen bei der Finanzierung eines Unternehmenspraktikums im europäischen Ausland – aktive Hilfe und Beratung bietet das Programm jedoch nicht. Willst du außerhalb Europas Berufserfahrung sammeln, so sind Studentenorganisationen wie AIESEC (BWL/Geistes- und Sozialwissenschaften) oder IAESTE (Naturwissenschaften/Technik) eine gute Adresse, denn deren Beratung ist – im Gegensatz zu den meist gebührenpflichtigen Praktikumsvermittlungen im Internet – für Studenten zunächst kostenfrei. Wer aber wirklich auf den Vermittlungsservice von AIESEC zurückgreift, muss für die Verwaltung, ein Vorbereitungs- und ein Nachbereitungsseminar insgesamt 350 Euro bezahlen. Wer weder Studium noch Praktikum im Ausland absolvieren möchte, dem seien schließlich die Sommersprachkurse des DAAD empfohlen.

Das nötige Kleingeld für den Auslandsaufenthalt

Ein wichtiger, nicht zu unterschätzender Aspekt bei der Vorbereitung eines längeren Auslandsaufenthalts ist die Finanzierung. Studiengebühren, ein höherer Krankenversicherungssatz oder eine private Zusatzabsicherung, höhere Lebenshaltungskosten und die Reisekosten – ein Glück, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, die Ausgaben gering zu halten. Zusätzlich zu den Beihilfen eines Austauschprogramms lohnt es sich in jedem Fall, Auslands-BAföG zu beantragen. Das greift oft auch dann, wenn du im Inland kein BAföG beziehst.
 
Den Antrag stellt man am besten sechs Monate vorher bei den für das Zielland zuständigen BAföG-Ämtern. Aber Achtung: Diese Regelung bezieht sich nur auf Auslandsstudien (ab einer Dauer von sechs Monaten) und -praktika (ab drei Monaten) in Europa. Alternativen dazu sind Stipendien oder Bildungskredite. Nicht selten bieten auch die Heimatunis Studienbeihilfen, meist als einmaligen Zuschuss für Mehraufwendungen im Ausland.

Suchst du noch oder wohnst du schon?

So richtig heimisch fühlen kann man sich im Ausland erst mit einem festen Dach über dem Kopf. Aber auch über Austauschprogramme wie Erasmus hast du normalerweise keinen Anspruch auf einen Wohnheimplatz. Darum solltest du dich schon bei der Bewerbung an der ausländischen Hochschule um ein Zimmer kümmern. Die meisten Universitäten fragen in ihren Unterlagen bereits nach, ob du eine Unterkunft benötigst, und vermitteln gegebenenfalls WG-Zimmer. Wer lieber auf eigene Faust nach privaten Wohnungen suchen möchte, der wird an den Schwarzen Brettern der Gastuni oder im Internet, zum Beispiel bei Housing Anywhere, fündig.
 
Zugegeben: Aller Anfang ist schwer. Deshalb schieben viele Auslandsaspiranten die Planung zu lange auf. Je früher du dich aber im organisatorischen Dschungel zurechtzufinden versuchst, desto entspannter kannst du anschließend in die Ferne aufbrechen.

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