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Mein erstes Mal

Junge Frau in blauer Kleidung, offene Tür [Quelle: pexels.com, Autor: Los Muertos Crew]

Quelle: pexels.com, Los Muertos Crew

In jeder Ausbildung gibt es ein erstes Mal, das die Karriere prägt. Wie es ist, wenn man endlich das tun darf, was den Beruf ausmacht. Fünf junge Menschen erzählen der F.A.Z. von ihrem Einstieg in das Berufsleben.

"Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie durchaus studiert, mit heißem Bemühn. Da steh’ ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor!" – so klagt Faust in der Tragödie von Goethe. "Und sehe, daß wir nichts wissen können! Das will mir schier das Herz verbrennen." Mit Fausts Monolog in der Nacht beginnt das eigentliche Drama. All das, was er bisher studiert hat, hat ihm anscheinend nichts genützt. Er ist in einer existenziellen Krise.

Ganz so schlimm ist es nicht, wenn man sich dem Ende des Studiums oder der Ausbildung nähert. Aber man fragt sich schon: Wozu nützt mir eigentlich die ganze Theorie, die ich gelernt habe? Was wird passieren, wenn ich zum ersten Mal das tue, was meinen späteren Beruf ausmacht?

So wie der erste Sex einem in Erinnerung bleibt – egal ob wunderschön oder furchtbar –, so prägt uns auch das "erste Mal" im Beruf. Hier erzählen eine Lehrerin, eine Theologin, ein Jurist, eine Hebamme und eine Medizinerin von ihren ersten Malen.

Außerhalb von Zeit und Raum

Sonja Mathes, 28 Jahre alt, Ärztin in der Weiterbildung zur Dermatologin, Klinikum Rechts der Isar in München, über das erste Mal, als sie einen Menschen wiederbelebt hat:

"Ich hatte mich auf eine entspannte Fahrt im ICE von Nürnberg nach Berlin gefreut mit Zeit zum Lernen. Ich war damals, im April 2019, im praktischen Jahr, das ist das letzte Studienjahr. Wir arbeiten dann quasi schon als Ärzte, aber immer unter Aufsicht eines "fertigen" Mediziners. Ich holte mir einen Kaffee und vertiefte mich in mein Lehrbuch – Innere Medizin, Kapitel Laborwerte. 20 Minuten vor Leipzig kam die Durchsage: "Befindet sich medizinisches Personal an Bord? Bitte sofort in das Bordrestaurant kommen." Ich eilte los. Ein Mann lag auf dem Boden, übergewichtig, mit rotem Kopf, er atmete schwer. Gleichzeitig mit mir kam eine Frau von der anderen Seite. Wir tauschten uns rasch aus: Sie sei Kollegin, Kinderärztin. Ich antwortete: praktisches Jahr. Mich hat überrascht, wie ruhig ich war. Ich glaube, das ist das, was den Arztberuf ausmacht: Man muss funktionieren und sich in dem Moment nur auf den Patienten konzentrieren.

Der Mann antwortete nicht, offenbar hatte er das Bewusstsein verloren. Wir konnten keinen Puls fühlen, auch am Hals nicht. Es kamen noch zwei jüngere Frauen, Medizinstudentinnen in einem früheren Semester. Ich war froh, dass wir nun zu viert waren. Der Mann wurde blau im Gesicht, atmete längere Zeit nicht und holte dann schnappend Luft – ein Zeichen für eine lebensbedrohliche Atemstörung. Für uns war klar: Er muss wiederbelebt werden. Innerhalb von Sekunden wurden wir ein eingespieltes Team. Eine beatmete mit dem Beatmungsbeutel aus dem Notfallkoffer der Bahn, die andere drückte, die zwei übrigen ruhten sich aus, dann wurde gewechselt.

Man kann sich nicht vorstellen, wie anstrengend das ist! Wie lange wir reanimiert haben, weiß ich nicht mehr. Ich hatte nur einen Gedanken: Weitermachen! Kurz vor Leipzig hielt der Zug an. Eine Weichenstörung, so die Durchsage. Ich dachte: Das kann doch nicht euer Ernst sein? Wir versuchen, das Leben dieses Mannes zu retten, und es geht nicht weiter? Die Zeit, bis wir weiterfuhren, kam mir ewig lang vor – dabei waren es nur zehn Minuten, wie man uns später erzählte.

Als wir endlich in den Bahnhof einliefen, spürte ich große Erleichterung. Der Mann drohte uns zu entgleiten. Egal wie gut wir drückten, er holte immer öfter nur noch schnappend Luft. Der Zug hielt an, und innerhalb von Sekunden waren der Rettungssanitäter und der Notarzt bei dem Mann. Sie gaben ihm Sauerstoff über eine Maske und legten ein ring­förmiges Gerät an, das quasi von selbst wiederbelebt. Er wurde in eine Trage gelegt – ich hätte nie gedacht, wie geräumig das Bordbistro ist –, und dann war er weg. Ich hatte das Gefühl, schlagartig zurück in der Realität zu sein.

Die Deutsche Bahn hat uns einen Kaffee ausgegeben und gesagt, wir sollten zum Platz zurückgehen. Das hat sich schräg angefühlt. Eine halbe Stunde war ich außerhalb von Zeit und Raum gewesen und hatte versuchte, ein Menschenleben zu retten, und dann geht das Leben einfach so weiter. An meinem Platz schlug ich mein Medizinbuch wieder auf – diesmal aber auf den Seiten mit den Notfällen. Ich denke noch heute an den Mann. Es wäre schön, zu wissen, ob er überlebt hat."

Kamen meine Wort an?

Maike Mittelsteiner, 33 Jahre alt, seit März 2021 im Vikariat in Oldenburg, über ihre erste Predigt vor einer Gemeinde:

"Ich wusste, dass ich Ostern irgendwann drankomme mit meiner ersten Predigt vor einer 'echten' Gemeinde und habe mir bewusst den Karfreitag ausgesucht. Ich finde es einfacher, über das Schwere zu sprechen als über das Fröhliche. Das Thema konnte ich mir nicht ganz frei aussuchen. Es gibt eine Sammlung von Bibeltexten, die im Laufe des Kirchenjahres vorkommen und über die in den Gottesdiensten gepredigt werden soll. Karfreitag war eine Bibelstelle von Jesaja geplant, es geht dort um einen Knecht Gottes. Als ich die Predigt vorbereitete, wusste ich erst einmal gar nicht, wie ich die Bibelstelle interpretieren sollte. Das hat mich gestresst, denn den Freitag darauf sollte ich ja souverän darüber predigen.

Der Knecht wird – obwohl unschuldig – brutal zu Tode geschlagen. Er wehrt sich aber nicht, nimmt alles hin. Ich habe dann überlegt, zu Beginn meiner Predigt zu erzählen, wie ein kleines Mädchen von ihrer Mutter geschlagen wird und dass Gewalttaten zu Hause in der Pandemie zugenommen haben. Ich wollte so zeigen, dass Menschen anderen Menschen Leid zufügen und dass es nicht das ist, was Gott sich vorgestellt hat. Während der Woche vor der Predigt, als ich immer wieder am Text feilte, fragte ich mich: Wie würde meine Gemeinde darauf reagieren? Würden sie mich als Vikarin akzeptieren?

Am Karfreitag früh gab es den üblichen Aufstehen-duschen-meine Tochter versorgen-frühstücken-Stress. Abgesehen davon habe ich lange überlegt, was ich zum Talar anziehe – mein erstes Mal in dem Gewand. Der Gottesdienst fand pandemiebedingt draußen statt, und da es ziemlich kalt war, entschied ich mich für Thermounterwäsche.

Als ich allein am Pult stand und vor mir die Gemeinde im Halbkreis mit gespannten Gesichtern sitzen sah, war ich etwas aufgeregt. Das hat sich aber sofort gelegt, als die Musik anfing. Ich habe meine Predigt vorgelesen und immer wieder in die Gesichter meiner Gemeinde geschaut. Ich weiß nicht, ob meine Worte bei ihnen angekommen sind. Eine Reaktion habe ich nicht gesehen, das wäre mit Masken und Abstand auch schwierig gewesen. Ob mich das durcheinandergebracht hat? Nein, man ist es ja leider gewohnt, kaum eine Reaktion von der Gemeinde zu bekommen. Das möchte ich in meiner Laufbahn unbedingt ändern. Es muss doch auch während eines Gottesdienstes möglich sein, in Kontakt mit der Gemeinde zu treten, miteinander zu reden und sich auszutauschen.

Es gab danach Predigten, in denen ich Gott und die Gemeinde mehr gespürt habe und wo wir uns näherkamen. Zum Beispiel, als ich an einem Sonntag nach Ostern die Wünsche für Gebete in den Fürbitten aufgriff. Aber vielleicht wäre so ein Austausch an einem Karfreitag auch gar nicht möglich. Denn der Schmerz ist unendlich groß, und wir können ihn nur mit der Gewissheit ertragen, dass Gott da ist."

Ein großes Vertrauen war da

Felix Obert, 28 Jahre alt, seit Mai 2021 Richter am Landgericht Karlsruhe, über sein erstes Urteil:

"Als ich erfuhr, dass ich mein erstes richtiges Urteil schreiben darf, habe ich eine große Verantwortung gespürt. Es ging um den Diesel-Abgasskandal. Eine Privatperson wollte ihr Auto zurückgeben und im Gegenzug von dem großen Automobilhersteller das Geld erstattet bekommen. Ich war froh, dass die Anwälte der Parteien einverstanden waren, das Verfahren schriftlich abzuhandeln.

Ein Urteil ist ganz klassisch aufgebaut, das lernen wir im Referendariat intensiv und das wird auch im Staatsexamen geprüft. Unser Schreibprogramm hilft einem, die Schreibhürde zu überwinden. Es gibt eine Formatvorlage, die automatisch die Namen von Kläger und Beklagtem einfügt, die Adresse vom Gericht und unser Wappen. Der Vorwurf des Klägeranwalts, dass der Konzern eine unzulässige Abschalteinrichtung in das Auto des Klägers eingebaut hatte, war aus meiner Sicht unbegründet. Mein Urteil lautete daher: "Die Klage wird abgewiesen. Die Kosten des Verfahrens trägt der Kläger." Ich war sehr erleichtert, als ich den letzten Punkt gesetzt hatte.

Ich habe mir mein Urteil die Tage danach immer wieder durchgelesen, Formulierungen präzisiert, Schreibfehler korrigiert. Und vor allem meine Begründung kritisch hinterfragt: Habe ich mein Urteil genügend erklärt? Aufgeregt war ich erst, als ich das Urteil verkünden sollte. Das war einige Tage später, den Termin darf ich als Richter selbst festlegen. Weder die Anwälte noch Kläger oder Beklagter mussten anwesend sein, denn wir hatten uns ja darauf geeinigt, das Verfahren schriftlich abzuhandeln. Aber da ein Urteil öffentlich verkündet wird, können natürlich alle Beteiligten und auch jeder nichtbeteiligte Bürger kommen.

Ich habe mir in meinem Büro ein weißes Hemd, eine weiße Krawatte und die Robe angezogen. Als ich die Treppe zum Sitzungssaal hochging, fühlte ich mich so, wie wenn man in den Urlaub fährt und denkt, man habe vergessen, Heizung oder Licht auszuschalten. Ich wäre gern zurück ins Büro gegangen und hätte mir mein Urteil noch mal angeschaut. Ich ging mit meinem Laptop in den Saal, setzte mich an das Pult – und wartete. Ich las mir mein Urteil nochmals durch, schaute in den Saal – und wartete. Als nach zehn Minuten noch niemand gekommen war, ging ich wieder.

Ob ich enttäuscht war, dass ich mein Urteil nicht verkünden konnte? Ein bisschen schon, aber ich habe damit gerechnet, weil normalerweise niemand zu den Verkündungsterminen kommt. Ich fühlte mich wie nach dem Staatsexamen: froh, aber innerlich irgendwie leer und erschöpft.

Ich habe inzwischen 30 weitere Urteile geschrieben, die mir sicherlich mehr im Gedächtnis bleiben werden. Denn dort habe ich Entscheidungen getroffen, wo ich stärker mit mir gerungen habe und die für Kläger oder Beklagten schlimmere Folgen hatten. Zum Beispiel, als es auch um die wirtschaftliche Existenz von einem der beteiligten Bauunternehmen ging, oder ein Fall, bei dem die Beteiligten in einen Verkehrsunfall geraten waren und danach dauerhafte gesundheitliche Schäden hatten."

"Ich bin keine Schülerin mehr"

Martha Lappen, 20 Jahre alt, seit Oktober 2021 examinierte Hebamme in der Uniklinik Erlangen, über ihre erste Geburt:

"Ich habe der Frau erst hinterher erzählt, dass es meine erste Geburt war, die ich allein geleitet habe. Es hätte sie womöglich gestresst und die Geburt verzögert. Als ich an dem Tag um halb sieben im Frühdienst anfing, war die Frau gerade eingetroffen. Sie hatte schon Wehen in kürzeren Abständen, und es sah so aus, als könnte das Baby während meines Dienstes kommen. Ich freute mich. Endlich würde hoffentlich das passieren, worauf ich drei Jahre lang hingearbeitet hatte! Unsicher war ich nicht, denn in der Ausbildung machen wir mindestens 30 Geburten und im letzten Jahr quasi allein. Aber es ist immer eine examinierte Hebamme dabei, die die Verantwortung trägt. Jetzt, wo ich selbst examiniert bin, finde ich es ungewohnt, Entscheidungen selbst zu treffen – obwohl ich mir sehr sicher bin, denn ich weiß ja, was zu tun ist.

Ich schlug der Schwangeren vor, in die Wanne zu gehen. Zwar hatte ich noch nie eine Wannengeburt gemacht, aber die Frau erzählte, dass ihr das bei ihrem ersten Kind gutgetan hatte. Ich musste mich immer wieder daran erinnern, dass ich keine Schülerin mehr bin, sondern selbst entscheiden darf. Schmerzmittel vorschlagen? Lieber nicht. Die Frau machte gut mit und schien mir kaum Angst zu haben. Ein wehenförderndes Mittel geben? Wäre nicht schlecht, denn die Wehen kamen nicht so rasch hintereinander, wie sie hätten kommen sollen. Aber weil die Frau tief und entspannt atmete und es voranging, verzichtete ich darauf.

Als der Muttermund ganz offen war und ich das Köpfchen fühlen konnte, stieg meine Freude. Es kommt! Nach 20 Minuten hatte die Frau den Kopf ihres Babys geboren. Zu diesem Zeitpunkt klingeln wir immer nach den Medizinern. Rechtlich muss keiner dabei sein, aber es könnte ja doch mal sein, dass sich eine Schulter des Babys verklemmt. Ich ärgerte mich, weil der Arzt und seine junge Kollegin ziemlich schwungvoll in den Kreißsaal kamen. Ich hatte Angst, das könnte die Frau in ihrer Geburtsarbeit unterbrechen, und die Wehen könnten aufhören.

Mit dem Arzt arbeitete ich super zusammen, der zog sich gleich in eine Ecke zurück. Aber die Ärztin war viel zu nah dran und schaute neugierig – offenbar hatte sie noch keine oder wenige Geburten gesehen. Ich bat sie, zurückzutreten. Ich fand es nicht einfach, mich gegen die "ärztliche Präsenz" zu behaupten. Ich rieb den Unterleib der Frau, wenige Minuten später war ihr Baby in der Wanne, ich fischte es heraus und legte es ihr auf den Bauch. Es fing sofort an zu schreien. Ich war glücklich und erleichtert über diese unkomplizierte Geburt.

Ob es ein Mädchen oder ein Junge war, weiß ich nicht mehr. Für mich ist viel wichtiger, dass das Baby gesund ist. Gestern Nacht habe ich meine 25. eigenständige Geburt eingeleitet. Jede ist ein einzigartiges Ereignis, aber die erste wird mir immer besonders im Gedächtnis bleiben."

Große Dankbarkeit für die Kinder

Norma Kallius, 30 Jahre alt, studiert auf Lehramt (Englisch und Wirtschaft-Arbeit-Technik) im Master an der Uni Potsdam, über ihr erstes Mal vor einer Klasse:

"Dass ich mehr als 10 Stunden brauchte, um 90 Minuten Unterricht vorzubereiten, kann ich mir heute nicht mehr vorstellen. Ich war damals, im April 2019, kurz vor dem Bachelorabschluss. Meine erste Stunde war in Wirtschaft-Arbeit-Technik. Das fand ich gut, denn ich fühlte mich wohler mit dem Gedanken, auf Deutsch zu unterrichten. Wir waren zu viert in der Schulstunden-Gruppe. Über das Semester verteilt, macht jeder eine Schulstunde, die anderen drei und die Seminarleiterin sitzen hinten in der Klasse und geben später Rückmeldung.

Am Abend zuvor war ich aufgeregt. Ich freute mich zwar, hatte aber auch Angst. Ich kannte weder die Schule noch die Schülerinnen und Schüler. Es würden zwölf sein, in der siebten Klasse, also etwa 12/13 Jahre alt. Würden sie mitmachen oder mich bloßstellen? Ich wollte den Wirtschaftskreislauf erklären und hatte eine Power-Point-Präsentation vorbereitet. Würde die Präsentation funktionieren und mein Zeitplan hinkommen? Heute plane ich immer eine Alternative ein oder was ich spontan weglassen kann. Aber damals habe ich daran nicht gedacht.

Als ich morgens zur Schule fuhr, war mir mulmig im Bauch. Ich kam mir vor wie vor einem wichtigen Examen. Die Klassenlehrerin sagte ein paar Worte, während ich versuchte, die Präsentation zum Laufen zu bringen. Zunächst klappte das nicht, ich habe geschwitzt und war hibbelig. Ein panischer Blick auf die Uhr: Viertel nach zehn – mein Zeitplan drohte durcheinanderzugeraten.

Zum Kennenlernen sollten sich alle in einen Stuhlkreis setzen, sich vorstellen und ihrem Namen ein Adjektiv mit gleichem Buchstaben geben. Ich war die nette Norma. Die Jungs und Mädchen schauten skeptisch – weder Stuhlkreis noch Spiel kannten sie. Ich habe das aber einfach gemacht, und auf einmal merkte ich, wie viel Freude die Kinder hatten und wie begeistert sie mitmachten. Das übertrug sich auf mich. Vom Kopf bis zur Zehenspitze fühlte ich: Unterrichten ist das, was ich machen möchte, deshalb quäle ich mich durch die Uni.

Ich habe die Kinder weiter im Kreis sitzen und Gegenstände weiterreichen lassen, um den Wirtschaftskreislauf zu symbolisieren. Danach sollten sie sich ausschütteln und an ihre Plätze zurückkehren. Sie haben sich immer wieder verwundert angeschaut, weil sie meine von Montessori inspirierte Unterrichtstechnik nicht kannten. Aber sie machten brav mit.

Eine andere Person in meiner Situation hätte sich womöglich enorm souverän gefühlt, weil sie die Lehrkräfte-Autorität spürt. Ich war den Kindern aber einfach nur sehr dankbar. Am Ende der Stunde ist mir noch ein Anfängerfehler passiert. Ich vergaß, die Kinder zu bitten, aufzuräumen. So musste ich das Papier wegräumen, die Stühle ordentlich hinstellen und den Raum durchfegen. Das machte mir aber nichts aus. Ich war zwar müde und erschöpft, spürte aber ein großes Glücksgefühl. Meine erste Schulstunde hat mich sehr geprägt. Ich weiß seitdem: Lehrerin zu sein ist ein so erfüllender und befriedigender Beruf, und ich werde unterrichten, solange ich kann."

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