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Geld macht doch glücklich – im Job

Geldregen Reich Gehalt [Quelle: Pixabay.com, Autor: Alexas_Fotos]

Quelle: Pixabay.com, Alexas_Fotos

Das Sprichwort widerspricht, doch eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis: Wer mehr Geld kriegt, ist zufriedener im Job – und zwar schon, bevor die Lohnerhöhung da ist.

Gehaltserhöhungen machen Arbeitnehmer zufriedener im Job, schon bevor die Erhöhung da ist und auch noch einige Jahre danach. Das ist das Ergebnis einer Studie, die kürzlich im Fachmagazin "Journal of Economic Behaviour and Organization" erschienen ist.

Die Ergebnisse überraschen: Bekommt ein Angestellter im kommenden Jahr eine Gehaltserhöhung, ist er schon in diesem Jahr zufriedener im Job. Und wenn der Angestellte die Lohnerhöhung erhalten hat, bleibt die Jobzufriedenheit auch in den kommenden vier Jahren hoch – auch wenn sich der Effekt jedes Jahr weiter abschwächt. Lohnerhöhungen sorgen also auch längerfristig für eine höhere Zufriedenheit der Angestellten.

Häufig herrscht in Unternehmen und Branchen Konkurrenz zwischen Angestellten, die ihren Lohn mit dem ihrer Kollegen vergleichen. Laut der Studie hat diese Lohnkonkurrenz Einfluss auf die Jobzufriedenheit – aber nur, wenn das Einkommen sinkt. Ist man nur selbst von Lohnkürzungen betroffen, vergleichbare Arbeitnehmer aber nicht, macht das unzufrieden. Darf man sich über eine Lohnerhöhung freuen, hat es kaum einen Einfluss auf die Jobzufriedenheit, ob die anderen auch profitieren.

Möglicherweise nicht nur Lohnerhöhungen wichtig

Für die Studie nutzen die Autoren von der Universität Basel, Patric Diriwächter und Elena Shvartsman, Daten vom Sozioökonomischen Panel. Das ist repräsentativ für Deutschland und umfasst Angaben zum eigenen Befinden von 6132 Leuten im Zeitraum von 1990 bis 2013.

Die Studienautoren erläutern drei Gründe, warum Angestellte schon vor der Gehaltserhöhung zufriedener sein könnten: Wenn Angestellte zufrieden im Job sind, sind sie motivierter und erhalten deshalb eine Lohnerhöhung. Das wiederum trägt zur Zufriedenheit bei. Läuft alles gut, kann das in einen sich selbst verstärkenden Effekt münden, einen positiven Teufelskreis.

Möglich ist aber auch, dass eine Fortbildung die Angestellten erst zufriedener macht – beispielsweise indem die Aufgaben abwechslungsreicher werden oder die Verantwortung steigt – und später zu einer Gehaltserhöhung führt. Die Forscher sprechen von einer Mini-Beförderung, die aber nicht in den Daten auftaucht, weil im Sozioökonomischen Panel nur formelle Beförderungen und Job-Wechsel erfasst werden. Und Beförderungen und Job-Wechsel haben die Forscher überprüft. Daran liegt es nicht. Im Gegenteil: Bei Beförderungen und Job-Wechseln gibt es nur einen kurzfristigen Effekt: Erst ist der neue Job aufregend. Dann gewöhnt man sich relativ schnell an das neue Umfeld.

Ein dritter möglicher Effekt wäre die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft. So könnte es sein, dass es Unterschiede in der Jobzufriedenheit von Gewerkschaftsmitgliedern und Nicht-Gewerkschaftsmitgliedern gibt, die sich auch auf die Lohnerhöhungen auswirken. Auch das ließ sich den Autoren zufolge mit den vorhandenen Daten nicht überprüfen.

Schlussfolgerungen für Arbeitgeber

Arbeitgeber können aus der Studie einige Schlussfolgerungen ziehen. Weil sich der Effekt von Lohnerhöhungen immer weiter abschwächt, könnte es sinnvoll sein, häufiger kleinere Lohnerhöhungen vorzunehmen. Allerdings sollten sich Angestellte darauf nicht einstellen können, sonst würde der Effekt verpuffen.

Häufig kürzen Unternehmen im Krisenfall die Gehälter von allen Angestellten. Auch wenn das in solchen Situationen vermutlich nicht das entscheidende Ziel von Unternehmen ist: Für die Jobzufriedenheit der Angestellten ist das der richtige Weg.

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