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Was bringt die Beratungserfahrung?

Beim Studentenjob wollte Gunther Kracke es nicht belassen und stieg nach dem Ende seines Studiums als "richtiger" Berater bei einer mittelständischen Unternehmensberatung ein. War seine Erfahrung dabei ein Vorteil? "Mir wäre meine Arbeit als studentischer Unternehmensberater fast zum Verhängnis geworden", erzählt der 32-Jährige heute. "Das Image studentischer Berater ist zwiegespalten. Auch meine Vorgesetzten waren nach dem Bewerbungsgespräch geteilter Meinung, haben ihre Ansicht über studentische Beratungen jedoch revidiert."

Studentischer Unternehmensberater zu sein, ist nicht immer ein Plus bei der Bewerbung.

Gunther Kracke

Beratungserfahrung aus Studienzeiten

Doch Kracke überzeugte die Personalchefs. Seit mittlerweile zweieinhalb Jahren ist er in seinem Job. Abgesehen von den Vorurteilen von ein paar Personalchefs hat sich seine Beratungserfahrung aus Studienzeiten als sehr nützlich erwiesen: "Man hat bereits Erfahrung im Umgang mit Kunden gesammelt und eine ungefähre Vorstellung davon, wie Projekte ablaufen. Das habe ich gerade am Anfang als großen Vorteil empfunden."

Außeruniversitäres Engagement unter Beweis gestellt

Auch bei Oliver Wyman ist der Studentenjob keine Einstellungsgarantie. "Die Tätigkeit in einer studentischen Unternehmensberatung zeigt das Interesse an diesem Beruf und beweist außeruniversitäres Engagement", erklärt Sven Wandres, Projektleiter bei der Managementberatung in München. "Ein studentischer Unternehmensberater hat jedoch nicht automatisch einen Vorteil gegenüber Bewerbern, die sich stark in anderen außeruniversitären Bereichen engagieren."

Die Fähigkeiten, die der Berater dank seiner Erfahrung bereits erworben hat, werden von den großen Beratungen dennoch geschätzt: "Solche Kompetenzen können den Einstieg in die Welt der Topmanagement-Beratung erleichtern, da sie die Lernkurve von Mitarbeitern verkürzen", so Wandres. Und auch im Assessment-Center haben es die studentischen Berater leichter, weiß Andrea Wittmann, Recruiting Managerin bei Siemens Management Consulting in München: "Die Studenten können Umfang und Aufwand eines Projekts realistischer einschätzen und haben Vorteile bei den Fallstudien. Dabei müssen sie Beispiele aus der Praxis analysieren und Lösungsstrategien entwickeln."

Studentische vs "richtige" Beratung

Als Konkurrenz betrachten die großen Beratungshäuser ihre studentischen Kollegen nicht: "Durch jahrelange internationale Projektarbeit und intern entwickeltes Know-how haben wir eine hohe Fach- und Methodenkompetenz in zahlreichen Branchen entwickelt", beschreibt Oliver Wyman-Berater Wandres einen der Unterschiede.

Der durch das Studium begrenzte Zeitrahmen machen sehr große oder gar internationale Projekte für studentische Beratungen meist unmöglich. Doch Wandres sieht auch die Stärken der studentischen Berater: "Sie sind in der Lage, spezifische Aufgaben wie Internet- oder Marktforschungs- projekte kostengünstiger durchzuführen. Als Topmanagement-Beratung, mit der von unseren Kunden zu Recht erwarteten inhaltlichen und methodischen Expertise, können wir solche Projekte nicht bedienen."

Dachverbände

  • www.bdsu.de, der Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmensberater
  • www.jcnetwork.de, Junior Consultant Network; der kleinere der beiden deutschen Dachverbände
  • www.jadenet.org, European Confederation of Junior Enterprises
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