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Exit – Raus aus der Beratung

[Quelle: unsplash.com, Autor: Jan Tinneberg]

Quelle: unsplash.com, Jan Tinneberg

Einmal Beratung, immer Beratung? Nicht für Kevin. Nach drei Jahren als Consultant hat der e-fellows.net-Alumnus den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und beginnt in China nun ein neues Karrierekapitel. Doch kommt eine Rückkehr in den Berateralltag für ihn nochmal in Frage?

Wieso hast du dich nach dem Studium für die Beratung entschieden?

Zu Beginn meines Studiums hatte ich nicht geplant, in die Beratung einzusteigen, da ich mich langfristig schon immer als Gründer gesehen habe. Da ich mich nach meinem Bachelorstudium jedoch noch nicht bereit fühlte, mich selbstständig zu machen, war der Berufseinstieg in die Beratung eine ideale Vorbereitung und ein gutes Sprungbrett für mich.  

Während meines Studiums absolvierte ich fünf Praktika in den unterschiedlichsten Bereichen und entdeckte dabei, dass mir das praktische Arbeiten im Job viel mehr Spaß macht als das theoriebasierte Lernen an der Uni. Deswegen entschied ich mich bewusst gegen einen Masterstudiengang und für eine "erweiterte Ausbildung" durch eine Tätigkeit als Management-Berater. In diesem Job habe ich für einige Jahre die Lerninhalte aus den Accounting-, Finance-, und Marketing-Vorlesungen praktisch angewendet.

Was haben dir die drei Jahre in der Managementberatung gebracht, sowohl beruflich als auch persönlich?

Die drei Jahre waren sehr lehrreich, da ich vor allem in drei Bereichen viel Neues gelernt habe:

  • Fachliches Fundament: Ich arbeitete insgesamt an 14 Projekten mit. Jedes Projekt hatte einen anderen thematischen Schwerpunkt, in den ich mich jeweils einarbeiten musste. Bereits in kürzester Zeit habe ich sehr viel gelernt, um auf Augenhöhe mit Kunden und den Projekt-Stakeholdern diskutieren zu können.
  • Strukturiertes Arbeiten: Beratungsprojekte zeichnen sich meiner Einschätzung nach durch eine außerordentlich strukturierte Arbeitsweise aus. Nach einigen Projekten und durch die Zusammenarbeit mit Senior-Beratern begann ich, Muster in der Struktur zu erkennen. Nach drei Jahren ist strukturiertes Denken ein Teil von mir, etwas, das ich auch in privaten Situationen – manchmal zum Leidwesen meines Umfelds – anwende.
  • Umgang mit Menschen: Als Berater interagierte ich während der Projektarbeit sehr eng mit den unterschiedlichsten Interessengruppen. Dazu zählen beispielsweise unsere Kunden, unsere Partner, meine Teammitglieder und externe Dienstleister, wie Experten oder Mentoren. Durch den Austausch mit diesen verschiedensten Interessengruppen habe ich in den letzten Jahren viel gelernt.

Du bist Mitgründer von Properas, einer Firma, die Start-ups bei der Finanzierung hilft. Warum hast du der Unternehmensberatung den Rücken gekehrt?

Mein Anspruch an die Tätigkeit als Berater war die bereits angesprochene "erweiterte Ausbildung". Auch wenn der Lerneffekt in der Beratung nie ganz verschwindet und ich auch bei meinem dreißigsten M&A-Projekt noch viel dazulernen würde, merkte ich, dass die Lernkurve flacher wurde und ich mich nicht mehr so stark wie zu Beginn gefordert fühlte. Da ich während meines Studiums Erfahrung mit Inkubatoren und Acceleratoren sammelte, entschied ich mich dazu, diesen Bereich näher zu fokussieren und mit meiner eigenen Gründung daran anzuknüpfen.

Könntest du dir vorstellen, eines Tages wieder in die Unternehmensberatung zurückzukehren?

Ja, auf jeden Fall. Ich blicke sehr positiv auf meine Jahre als Berater zurück. Ich habe tolle Erfahrungen gemacht, viele Herausforderungen gemeistert und unzählige interessante Menschen kennengelernt. Sollten sich in Zukunft spannende Möglichkeiten ergeben, wäre eine Rückkehr für mich in jedem Fall denkbar!

Vor kurzem bist du nach China gezogen, um zu gründen und das lokale Venture-Capital-Ökosystem zu erkunden. Wieso China?

Schon während meiner Schulzeit wusste ich, dass China in meiner Karriere eine Rolle spielen würde und begann, Chinesisch zu lernen. China ist mittlerweile einer der wichtigsten wirtschaftlichen und politischen Akteure der Welt. Speziell im Venture-Capital-Bereich tut sich dort momentan unglaublich viel. Da mich dieser Bereich interessiert und fasziniert, möchte ich gerne Teil dieser Dynamik sein.

Inwiefern unterscheiden sich deine jetzigen Aufgaben von der Arbeit in einer Unternehmensberatung?

Grundsätzlich überwiegen die Unterschiede, was aber nicht bedeutet, dass es nicht auch transferierbare Fähigkeiten gibt, die mir jetzt zugutekommen. Vor allem das strukturierte Arbeiten hilft mir, in der eher sprunghaften und sehr schnelllebigen Start-up-Umgebung den Überblick zu behalten. Auch die sozialen Kompetenzen auf zwischenmenschlicher Ebene sind wichtig, da meine Aufgabe in meinem neuen Karriereabschnitt vor allem darin besteht, mit Menschen zu sprechen und diese zu überzeugen. Darüber hinaus kann ich einige fachliche Kenntnisse, vor allem aus M&A-Projekten, in das Start-up-Umfeld übertragen.

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