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Mehr Beschäftigte klagen über Stress

Stress Arbeit Burnout Überforderung [Quelle: Pexels.com, energepic.com]

Quelle: Pexels.com, energepic.com

Einer Untersuchung des DGB zufolge verzichten viele Beschäftigte auf Pausen oder gehen krank zur Arbeit. Das hat Folgen, für Akademiker und Niedrigqualifizierte.

Beschäftigte in Deutschland leiden zunehmend an Stress, weil die Arbeitsintensität zugenommen hat. Das stellt der DGB-Index "Gute Arbeit" fest. Demnach nehmen 60 Prozent der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den vergangenen zwölf Monaten eine Verdichtung ihrer Tätigkeit wahr. Die repräsentative Studie wird vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) seit 2007 jährlich durchgeführt.

Die mehr als 6.000 Befragten haben den Eindruck, dass von ihnen verlangt wird, in der gleichen Zeit eine höhere Arbeitsmenge zu bewältigen. Gut 53 Prozent gaben an, dass sie sehr häufig oder oft bei der Arbeit gehetzt sind und ihre Aufgaben unter hohem Zeitdruck verrichten müssen. Mehr als 80 Prozent sagten, dass es in ihren Jobs ein Missverhältnis von Menge und Zeit gebe. 19 Prozent stellen keine Überlastungen fest. Im Vergleich mit den Befragungen der Vorjahre zeigt sich gerade bei diesem Thema wenig Veränderung, während Beschäftigte in Deutschland zumindest das Thema Arbeitsplatzsicherheit, aber auch Einkommen seit einigen Jahren etwas besser bewerten.

57 Prozent aller Befragten sagten, dass sie im Job regelmäßig über ihre eigene Leistungsgrenze gehen müssten, die Hälfte arbeitet weniger sorgfältig und fast jede und jeder Zweite (49 Prozent) verzichtet nach eigenen Angaben regelmäßig auf die vorgeschriebene Pause. 27 Prozent der Befragten gaben zudem an, dass sie unbezahlte Überstunden machten und immerhin jede und jeder Fünfte erzählte, dass er oder sie zu Hause häufig noch weiterarbeiten.

Digitalisierung, die oft für Arbeitsverdichtung verantwortlich gemacht wird, spielt nur in einigen Branchen eine Rolle, zeigt die Studie. Der Fachkräftemangel sowie Unternehmen mit zu knappen Personaldecken werden als mögliche Gründe genannt. Der Studie zufolge entsteht Arbeitsintensivierung deswegen mit am häufigsten. Besonders betroffen seien dabei die Branchen Erziehung und Unterricht, Gastgewerbe und das Gesundheitswesen – wie etwa Pflege.

Krank durch zu viel Arbeitslast

Eine quantitative Überforderung – es stehen zu viele Aufgaben für die zur Verfügung stehende Zeit an – erlebt gut ein Viertel der Befragten. Auffällig dabei ist, dass vor allem Menschen in akademischen Jobs mit komplexen Tätigkeiten davon berichten. 35 Prozent derjenigen, die in IT- und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufen arbeiten, nehmen eine zu großen Arbeitsmenge wahr. Hier kommt es oft wegen einer indirekten Leistungssteuerung zu einer Arbeitsintensivierung, stellt die Studie fest: Fast drei Viertel der Befragten berichten von langfristigen Zielvereinbarungen, die ihre Arbeitsmenge steuern würden. Das führt anscheinend dazu, dass die Beschäftigten häufiger Erholungspausen ausfallen lassen, um die Ziele und die häufig damit verbundenen finanziellen Anreize zu erreichen. 

Doch egal, wodurch die hohe Arbeitslast verursacht wird: Klar ist, dass sich solche Arbeitsbedingungen langfristig negativ auf die Gesundheit auswirken. 58 Prozent derjenigen, die regelmäßig zu viel Arbeit haben, fühlen sich leer und ausgebrannt, mehr als jeder Zweite kann abends nicht mehr abschalten. Mehr Menschen fallen heute im Job wegen Stress aus. Die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Störungen ist von 2008 bis 2018 um 64 Prozent angestiegen. Nach den Muskel- und Skeletterkrankungen rangieren die psychischen Erkrankungen bei den Arbeitsunfähigkeitstagen nun an zweiter Stelle.

In der Umfrage schätzten 13 Prozent ihren Gesundheitszustand als schlecht oder sehr schlecht ein. Je nach Alter, Branche und Qualifikationsniveau zeigen sich aber erhebliche Unterschiede: Vor allem Ältere fühlen sich häufiger nicht mehr gesund, bei den über 55-Jährigen hält sich nur die Hälfte für fit.

Besonders schlechte Gesundheitswerte geben sich aber auch Menschen, die in Helfertätigkeiten oder als Angelernte arbeiten. In niedrig qualifizierten Jobs sagen selbst viele Jüngere, dass ihr Gesundheitszustand nicht gut sei – und machen oft die Arbeitsbedingungen dafür mitverantwortlich. Bei Menschen, die im Reinigungsgewerbe tätig sind, gibt nur jeder und jede Dritte an, keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu haben. Bei Personen, die in Sicherheitsberufen arbeiten, sind es 44 Prozent. Dagegen sagen auch sehr viele über 55-Jährige, die in akademischen Berufen arbeiten, dass sie einen guten Gesundheitszustand hätten.

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