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Digitale Helfer im Personalbüro

Computer, Code, Programmierer, IT [Quelle: unsplash.com, Autor: Artem Sapegin]

Quelle: unsplash.com, Artem Sapegin

Die Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) oder die Industrie 4.0 sind ohne Big-Data-Analysten oder Robotik-Experten undenkbar. 700.000 solcher Tech-Spezialisten werden in den kommenden fünf Jahren nach einer Studie von McKinsey und Stifterverband zusätzlich gebraucht.

Bei der Rekrutierung werden Unternehmen aber nur erfolgreich sein, wenn sie die Digitalisierung auch in ihre Personalabteilungen einziehen lassen, zeigt der zweite Teil der McKinsey-Auswertung, für die gut 600 Unternehmen befragt wurden.

Zwei Trends haben die Berater ermittelt: Neben formalen Abschlüssen werden informelle Kenntnisse wichtiger. So kann etwa ein Bewerber auch ohne Uni-Diplom ein guter Programmierer sein. Und zweitens macht die Kandidatensuche längst nicht mehr an der Landesgrenze halt, da die Teams zunehmend international zusammengesetzt sind. Digitale Helfer werden deshalb im Personalbüro häufiger gefragt sein. "Unsere Strategic Talent Sourcers machen den ganzen Tag nichts anderes, als Netzwerke wie LinkedIn und Xing nach Talenten zu durchforsten", sagt Kathrin Pawelke von Finleap, einem Berliner Unternehmen, das Gründung und Markteintritt von Fintech-Unternehmen unterstützt. Bewerber werden unter anderem in Live-Coding-Sessions getestet, in denen sie einen Programmiercode entwickeln müssen.

Nutzt derzeit nur knapp jedes siebte der von McKinsey befragten Unternehmen solche digitalen Auswahltests und Spiele, so will in fünf Jahren gut jedes vierte darauf zurückgreifen. Fast jedes zweite plant dann digitale Vorstellungsgespräche, die heute schon in 28 Prozent der Firmen Alltag sind. 35 Prozent wollen spätestens 2023 auch Bewerberprofile bei Plattformen wie LinkedIn oder Portfolium, wo auch Arbeitsproben eingestellt werden können, durchforsten. Aktuell machen das 23 Prozent.

McKinsey hat hochgerechnet, dass in fünf Jahren rund 280.000 Einstellungen von Akademikern über Online-Tools vorgenommen werden, die digital Kompetenzanalysen erstellen. Das persönliche Vorstellungsgespräch verliert an Bedeutung, bleibt aber weiter wichtigstes Element im Einstellungsprozess. Die Digitalisierung ermögliche den Personalern vor allem, mehr Kontextinformationen über Bewerber zu sammeln, heißt es in der Studie.

Auch die Qualifizierung gewinnt aber an Bedeutung, weil künftig von immer mehr Beschäftigten zumindest digitale Grundfertigkeiten verlangt werden. Weiterbildung setzt früher ein und begleitet das Arbeitsleben systematischer als früher, hat die Umfrage ergeben. Auch kommen verstärkt Onlineformate zum Einsatz – beim IT-Konzern IBM etwa die digitale Plattform "Your Learning". Mitarbeiter finden dort passende Schulungsangebote, können Kurse bewerten oder eigene Lehrangebote einstellen, wenn sie den Qualitätskriterien entsprechen.

"Es ist etwas anderes, ob Sie für eine Schulung komplett zwei Tage aus dem Unternehmen rausgehen oder wählen können, morgens in der S-Bahn auf Ihrem Smartphone eine Lerneinheit zu absolvieren", sagt Lutz Marten, IBM-Bildungsexperte und Führungskraft im Bereich Learning für Europa, den Mittleren Osten und Afrika. Laut der McKinsey-Studie wird das Weiterbildungsvolumen weiter zunehmen – von heute 3,7 Tagen pro Mitarbeiter und Jahr auf fünf Tage.

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