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Bildung rentiert besser als Aktien

Universität, Studentenrückgang, Hörsaal [Quelle: pixabay.com]

Quelle: pixabay.com

Der Erfolg im Leben hängt vor allem von dem ab, was wir können. Deswegen ist Bildung eine der besten Investitionen in die eigene Zukunft.

Vor langer Zeit herrschte die Überzeugung, Kinder seien die beste Altersvorsorge. Das galt vor allem zu einer Zeit, als wirtschaftlicher Erfolg vor allem das Ergebnis menschlicher Arbeit war. Mit der Verwendung von Sachkapital (Maschinen und Anlagen) im Zuge der Industrialisierung wuchs bei vielen Menschen die Überzeugung, dass die Beteiligung am Sachkapital etwa in Form von Aktien die beste langfristige Form der Altersvorsorge ist. Das Plädoyer für die Aktie besitzt noch heute Gültigkeit, aber die durch die digitale Revolution beförderte allmähliche Transformation von Industriegesellschaften in dienstleistungsorientierte Wissensökonomien lässt viele Fachleute die Vermutung äußern, dass die Renditen auf Sachkapital in den kommenden Jahrzehnten niedriger ausfallen dürften als in der jüngeren Vergangenheit. Das außerordentlich niedrige Zinsniveau wirkt wie ein Vorbote einer solchen Zeit.

Während Sachkapital also eher überreichlich vorhanden sein wird, könnte allein der demographische Wandel in der Zukunft qualifizierte Arbeitskraft knapp und damit teuer werden lassen – denn die Computerisierung und Robotisierung unserer Gesellschaften dürfte in erster Linie standardisierte Arbeit wegfallen lassen. Dies gilt für jüngere wie für ältere Arbeitnehmer. Durch die Einstellung einer hochqualifizierten jüngeren Arbeitskraft sichert sich ein Unternehmen Zugang zu dem jeweils modernsten Fachwissen, das an Universitäten gelehrt wird. Dafür verfügen ältere Arbeitnehmer, die sich im Laufe ihres Berufslebens weitergebildet haben, nicht nur über viel praktische Erfahrung, sondern auch über ein hohes Maß an spezifischem Wissen, das für ihre Tätigkeit notwendig ist.

Was bedeutet das in Zahlen?

Hochqualifizierte Arbeitskraft hat aber in aller Regel eine sehr gute Bildung zur Voraussetzung, die in der Kindheit in der (Vor-)Schule beginnt und sich als berufliche Aus- und Weiterbildung fortsetzt. Diese Zusammenhänge sind natürlich weder neu noch unbekannt, aber ihre Bedeutung wird häufig unterschätzt. Schon seit Jahrzehnten schätzen Fachleute sogenannte Bildungsrenditen. Sie geben an, in welchem Maße sich eine gute Bildung in Gestalt höherer Einkommen gegenüber einer schwächeren Bildung niederschlägt. Eine Vielzahl von Untersuchungen aus den vergangenen Jahrzehnten kommt für die Industrienationen auf Bildungsrenditen zwischen 6 und 10 Prozent im Jahr.

Wer besser ausgebildet ist, verdient in aller Regel mehr Geld. Besonders wichtig: Dieser Effekt wirkt sehr langfristig – meist über das gesamte Berufsleben und in Gestalt höherer Altersbezüge für besser gebildete Menschen auch über den Eintritt in den Ruhestand hinaus. Hinzu tritt, dass Menschen mit höherem Einkommen mehr sparen können als Bezieher kleinerer Einkommen, so dass der unterschiedliche Bildungsstand nicht nur die Verteilung der Arbeitseinkommen beeinflusst, sondern auch die Verteilung der Vermögen.

Was bedeutet das in Zahlen? Vor ein paar Jahren hat Heiko Stüber vom staatlichen Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ausgerechnet, dass ein deutscher Akademiker in seinem gesamten Arbeitsleben auf ein durchschnittliches Einkommen von mehr als 2,3 Millionen Euro kommt. Das sind etwa 1,2 Millionen Euro mehr als Menschen ohne Berufsausbildung. Diesen Berechnungen liegt die Annahme zugrunde, dass ein Akademiker im Durchschnitt mit 26 Jahren in den Arbeitsprozess eintritt. Wer nach der mittleren Reife eine Berufsausbildung absolviert, bezieht zwar schon viel früher Arbeitseinkommen. Aber die Gehaltsunterschiede sind so groß, dass der Akademiker diesen Nachteil im Laufe seines Arbeitslebens mehr als wettmacht.

Größter Beitrag zum Wirtschaftswachstum

Das sind freilich Durchschnittswerte. Wer am Markt vorbei studiert, wird möglicherweise auch mit Doktortitel sein Leben lang wenig Geld verdienen. Umgekehrt können Handwerksmeister, die keinen Hochschulabschluss besitzen, aber in ihrem Beruf erhebliche spezifische Kenntnisse besitzen, sehr viel Geld verdienen. Und natürlich hängt beruflicher Erfolg auch von der Einstellung der Menschen und ihren sozialen Fähigkeiten ab. Vor allem aber muss ein Beruf Spaß machen. Nicht jeder Mensch würde als Akademiker glücklich, und daher soll dieser Beitrag auch kein Plädoyer für den sogenannten "Akademisierungswahn" sein. Nicht jeder muss studieren, aber die finanziellen Rahmenbedingungen von Bildungs- und Berufsentscheidungen lassen sich auch nicht leugnen.

Die daher erhebliche Bedeutung der Bildungsrenditen ist von großer Bedeutung für heutige und künftige Eltern, aber im Grunde auch für jeden Berufstätigen, der sich weiterbilden will. Gleichwohl: Auch wenn die Bedeutung beruflicher Aus- und Weiterbildung nicht unterschätzt werden sollte, zeigen viele Untersuchungen eine überragende Bedeutung der schulischen Bildung für den weiteren Lebenslauf. Natürlich finden sich immer auch Beispiele für Menschen, die aus bescheidenen Anfängen eine große Karriere aufgebaut haben, aber dies sind eben Ausnahmen und nicht die Regel.

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