Partner von:

Planung, Finanzierung, Versicherung

In der Bibel steht das Sabbatjahr als Ruhejahr für das Ackerland. Nachdem ein Feld sechs Jahre lang bebaut wurde, liegt es im siebten Jahr brach. Heute wird der Begriff für eine Auszeit im Beruf verwendet. Angefangen hat diese Form der vorübergehenden Pause vom Arbeitsleben bei Wissenschaftlern in den USA, die ein Forschungsfreisemester nehmen konnten. Inzwischen erfreut sich das Modell weltweit großer Beliebtheit.

Sabbatical-Verträge sichern die Rückkehr

Für Beamte und Hochschulprofessoren sind die Möglichkeiten für eine Auszeit im Tarifvertrag geregelt. Auch in vielen anderen Berufen ist eine Auszeit mittlerweile denkbar. Doch wie man die freie Zeit ergattert, ist häufig Verhandlungssache. In der freien Wirtschaft wird mit einem so genannten Sabbatical-Vertrag schon vorher festgelegt, auf welcher Position man nach der Auszeit wieder einsteigt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz besteht kein gesetzlicher Anspruch auf eine Auszeit. Einige Unternehmen haben interne Regelungen aufgestellt, bei anderen hängt alles vom Verhandlungsgeschick des Arbeitnehmers ab.

100 Prozent Arbeit, 75 Prozent Gehalt

Bietet die Firma Arbeitszeitkonten an, kommt die Frage nach der Finanzierung oft gar nicht auf: Der Arbeitnehmer kann über mehrere Jahre Überstunden ansparen und sie dann nach Absprache mit dem Chef auf einmal in Anspruch nehmen. Vorteil: Das Einkommen bleibt konstant. Andere arbeiten zu 100 Prozent, lassen sich aber nur 75 Prozent ihres Gehalts auszahlen und wieder andere nehmen unbezahlten Urlaub. In Dänemark unterstützt der Staat das Sabbatjahr finanziell, die vorübergehend frei gewordene Stelle wird nach Möglichkeit durch einen Langzeitarbeitslosen besetzt. Der Mitarbeiter kann nach seiner Auszeit problemlos wieder auf der alten Position einsteigen, und dem vorher Arbeitslosen fällt der Widereinstieg ins Berufsleben leichter. In Finnland und den Niederlanden gibt es ähnliche Modelle.

Miete, Steuern, Versicherungen

Für die Finanzierung sollte man im Vorfeld seine Fixkosten (Miete, Steuern, Versicherungen) kalkulieren und sich überlegen, welche Auslagen man für die Auszeit benötigen wird. Je nach Vorhaben können die extrem variieren. Zusätzlich sollte man einen Puffer von idealerweise zwei bis drei Monatsgehältern für Unvorhergesehenes einplanen. Auch mit der Versicherung sollte man im Vorfeld sprechen. Was passiert mit der Renten- und Krankenversicherung, mit der Pflege-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung? Eine Pauschallösung gibt es hierfür nicht, da viele Faktoren eine Rolle spielen: Ist die Auszeit bezahlt oder unbezahlt? Wie viele Jahre ist man bereits in der Versicherung? Ist man gesetzlich oder privat versichert?

Planungszeit hängt vom Arbeitgeber ab

Auch die Zeit, die man zum Planen braucht, unterscheidet sich je nach Job und Arbeitgeber. Gerade bei großen Unternehmen gibt es häufig Programme, die eine Auszeit relativ schnell und ohne jahrelange Planung ermöglichen. In kleineren Betrieben ist das hingegen eher unüblich. Daher sollte hier der Arbeitnehmer frühzeitig mit dem Vorgesetzten über seine Pläne sprechen. Wichtig ist, sich vor dem Gespräch mit dem Chef darüber zu informieren, wie der Arbeitgeber zur Auszeit steht. Man sollte gute Argumente dafür sammeln, wie das Unternehmen von der langen Abwesenheit seines Angestellten profitieren kann.

nach oben

Du hast eine zündende Idee für einen Artikel auf e-fellows.net? Schreib für uns als Gastautor. Wir freuen uns auf deine Beiträge!

Verwandte Artikel

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren