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Wenn die Arbeit auch im Urlaub (an)ruft

Urlaub, Erholung, Ausblick, Hotel [Quelle: unsplash.com, Autor: Evan Kirby]

Quelle: unsplash.com, Evan Kirby

"The person you have called is temporarily not available" war gestern – heute wird erwartet, dass du auch im Urlaub für den Chef erreichbar bist. Jüngere Arbeitnehmer wehren sich jedoch dagegen. 

Abends noch ein paar Mails lesen – okay. Aber muss das wirklich auch im Urlaub sein? Viele Berufstätige in Deutschland schaffen es auch während ihres Urlaubs nicht die Arbeit liegen zu lassen. Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom waren 70 Prozent im Sommerurlaub 2019 für ihren Chef, ihre Kollegen und Kunden erreichbar – sechs Prozent mehr als im Vorjahr!

Am häufigsten sind Kurznachrichten aus der Arbeit: 65 Prozent der Befragten sind dienstlich via WhatsApp, SMS oder iMessage zu erreichen. Etwas weniger (58 Prozent) nehmen den Hörer ab und mehr als jeder Vierte (26 Prozent) ruft während seines Urlaubs sogar die beruflichen E-Mails ab.

Sind der Beruf und das Privatleben noch trennbar?

In der Vergangenheit habe es zumindest unter den Arbeitnehmern eine deutliche Trennung zwischen Beruf und Privatleben gegeben, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Heute hingegen verschwimmen die Grenzen: Laut Rohleder genießen viele Arbeitnehmer Vertrauensarbeitszeit und erledigen auch von ihrem Arbeitsplatz aus private Dinge. Im Umkehrschluss seien sie dafür jedoch auch bereit im Urlaub dienstlich erreichbar zu sein.

Wer Berufs- und Privatleben nicht klar trennen kann, bei dem steigt jedoch der Stress. Das ergibt auch eine Studie der Uni Freiburg. Rohleder sieht deshalb die Unternehmen in der Pflicht auf gute und funktionierende Vertretungslösungen zu achten.

Nicht mit mir!

Vor allem jüngere Arbeitnehmer setzen bewusst Grenzen: So geben 36 Prozent der 16- bis 29-Jährigen an, in ihrem diesjährigen Sommerurlaub nicht erreichbar zu sein. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind nur 25 Prozent nicht erreichbar. In der Altersgruppe zwischen 50 bis 64 Jahren sind es dann immerhin wieder etwas mehr mit 29 Prozent. "Eine rechtliche Verpflichtung zur Erreichbarkeit besteht in den meisten Fällen nicht", betont Bitkom-Hauptgeschäftsführer Rohleder.

Der Wandel der Arbeitskultur stellt die Unternehmen vor Herausforderungen. Laut Rohleder müssen Mitarbeiter nicht mehr mit langem Vorlauf Urlaub einreichen und Urlaubssperren wegen dienstlicher Belange sind die Ausnahme. Das könne umgekehrt jedoch bedeuten, dass man auch während seines Urlaubs ein Auge auf ein laufendes Projekt haben müsse – gerade in kleinen Unternehmen. Wichtig sei, dass Vorgesetzte mit ihren Mitarbeitern Absprachen zur Erreichbarkeit treffen, die der individuellen Situation am besten entsprechen, so Rohleder.

*befragt wurden 1.003 Bundesbürger ab 16 Jahren, darunter 339 Berufstätige, die einen Sommerurlaub machen. Die Fragestellung lautete: "Sind Sie im Sommerurlaub in diesem Jahr beruflich per E-Mail, telefonisch oder per Kurznachricht erreichbar?"

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