Partner von:

Die besten Tipps gegen "Aufschieberitis"

Mädchen schläft auf Buch Motivation erschöpft lernen bis zum Umfallen (© Jenko Ataman - fotolia.com)

© Jenko Ataman - fotolia.com

Die Klausurenzeit steht wieder an – da fällt dir ein, dass du doch dringend deinen Kleiderschrank ausmisten müsstest. Oder du könntest endlich wieder ins Fitnessstudio. Oder deine Bierdeckelsammlung sortieren. Jedes Mittel ist dir recht, um die lästige Lernerei von dir fortzuschieben. Autorin Kristina Folz hilft weiter.

"Das mache ich morgen. Oder übermorgen. Oder doch lieber nächste Woche…" Kennst du das? Dann leidest du – wie viele andere Studenten – an "Aufschieberitis". Dieses Phänomen, fachsprachlich "Prokrastination" genannt, kann viele Gründe haben. Dazu zählen:

  • mangelnde Motivation,
  • Probleme bei der Aufgabe,
  • das Gefühl der Überforderung,
  • zu viele Ablenkungsmöglichkeiten.

Trick: Salami-Taktik

Vielen Studenten hilft die "Salami-Taktik". Das heißt: Die Probleme werden scheibchenweise angegangen. So wirkt kein Aufgabenberg unüberwindlich. Schreibe dir eine To-do-Liste, die aus vielen kleinen Einzelaufgaben besteht. Anstatt "Buch von Mustermann lesen", schreibst du einfach "Kapitel 1 von Mustermann lesen", "Kapitel 2 von Mustermann lesen" und so weiter. Dadurch wird die To-do-Liste zwar länger, aber die einzelnen Punkte kannst du viel schneller abhaken. Das motiviert ungemein.

Gönne dir immer wieder Pausen von zwei bis 20 Minuten. In dieser Zeit lädst du deinen Energiespeicher wieder auf. In dieser Zeit solltest du lüften, dich bewegen und etwas geistig Nicht-Anstregendes machen. Denn das Gehirn braucht Pausen, um danach umso konzentrierter zu arbeiten. Anstatt Sudokus zu lösen, könntest du dich nett unterhalten oder spazieren gehen. Im Internet surfen oder fernsehen sind auch nicht geeignet, denn die Versuchung, hängenzubleiben, ist groß.

Abwechslung macht munter

Wenn dein Arbeitsplan das zulässt, ist es sinnvoll, immer wieder unterschiedliche Aufgaben zu erledigen. Lies also nicht alle acht Kapitel von Mustermanns Buch hintereinander. Dann wirst du von Kapitel acht nicht allzu viel behalten. Stattdessen kannst du zwischen zwei Kapiteln ein Seminarprotokoll schreiben, Vokabeln pauken, Mindmaps erstellen oder was auch immer du erledigen musst. Beginne den Tag mit einer weniger anspruchsvollen Arbeit, denn das Gehirn braucht einige Minuten, um warmzulaufen.

Stecke dir Etappenziele und belohne dich dafür, wenn du eines erreicht hast. Entspanne bei einem Fruchtsmoothie, einem heißes Bad, einer Runde Joggen oder einem Kaffeklatsch – was immer dir Freude bereitet. Das entschädigt nicht nur für bisherige Mühen, sondern macht auch Lust auf mehr.

Reden, reden, reden

Manchmal sorgt auch ein inhaltliches Problem dafür, dass wir keine Lust zum Weiterarbeiten haben. "Wenn ich nicht weiß, wie ich Problem X lösen soll, kann ich auch nicht weitermachen", lautet die Argumentation. Sicher kann es helfen, einen Tag Abstand von der Arbeit zu nehmen. Aber deswegen solltest du nicht den Kopf in den Sand stecken. Suche stattdessen den Kontakt zu deinen Kommilitonen und sprich mit ihnen über dein Problem. Vielleicht gibt dir jemand einen entscheidenen Hinweis zur Lösung. Auch Tutoren, wissenschaftliche Hilfskräfte oder Dozenten können dir wertvolle Tipps geben. Auf die Schnelle kannst du im Internet nach Rat suchen.

Ablenkung durchs Internet

Für die meisten Studenten sind Facebook und Co. Hauptgrund fürs Aufschieben. Der Wunsch, Mails und What’sApp-Nachrichten gleich zu lesen und zu beantworten, ist dann besonders groß, wenn die Alternative nicht sehr verlockend ist.

Versuche, dir "Nichterreichbarkeitstage" einzurichten. Du kannst deinen Freunden mitteilen, dass du beispielsweise montags keine Nachrichten abrufst und auch nicht ans Telefon gehst. Das klingt krass – und anfangs ist die Versuchung groß, doch mal schnell den Facebook-Account zu checken. Auf Dauer nimmt es dir aber den Druck, dauernd reagieren zu müssen.

All diejenigen, denen die Umsetzung schwerfällt, können sich technischen Beistand holen. Viele kostenlose Add-ons und Programme bieten die Möglichkeit, bestimmte Seiten für einen festgelegten Zeitraum zu blockieren, beispielsweise für Windows "Mind the Time" (Firefox) und "Block Site" (Chrome) oder die Selfcontrol-App für iOS und Linux. Weitere Tipps findest du in dem kostenlosen E-Book "Studi-SOS Bachelorarbeit", das du ohne Anmeldung herunterladen kannst.

Wenn Aufschieben zum Problem wird

In manchen Fällen ist Aufschieberitis allerdings mehr als nur der innere Schweinehund. Sie sorgt dafür, dass sich Betroffene ihrem Alltag nicht mehr gewachsen fühlen. Wenn es dir auch so geht, solltest du unbedingt Hilfe suchen. Die FU Berlin und die Uni Münster haben bereits spezielle Angebote (Sprechstunden und Coaching für Betroffene). Ansonsten ist die Psychologische Beratungsstelle (PBS) deiner Hochschule eine geeignete Anlaufstelle. Ein kostenloser und anonymer Test auf der Homepage der "Prokrastinations-Ambulanz" der Uni Münster zeigt dir, ob du betroffen bist.

nach oben

Im e-fellows.net wiki kannst du dein Wissen teilen und von den Erfahrungen anderer Stipendiaten profitieren.

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentar (1)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

  1. Jakob Mangold

    Toller Artikel

    Das Aufschiebe-Problem kennt jeder. Ich benutze z.B. das Safari Add-On "WASTENOTIME". Das sperrt ausgewählte Seiten nach einem definierten Zeitfeister. Ich habe es so eingestellt, dass Facebook automatisch nach 10 Minuten pro Tag gesperrt wird. So verliere ich nicht den Kontakt zu Freunden, bleibe aber fokussiert...

Das könnte dich auch interessieren