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Punkten mit der digitalen Identität

Arbeiten am Computer [Quelle: Pixabay.com, Autor: Firmbee, Bearbeitung: e-fellows.net]

Quelle: Pixabay.com, Firmbee

Jedes zweite Unternehmen überprüft Bewerber in sozialen Netzwerken. Das hat der Digitalverband bitkom ermittelt. Für Job-Suchende liegt darin eine große Chance: Wer seine digitale Vita perfektioniert, kann den potenziellen Arbeitgeber schon vor dem ersten Gespräch für sich einnehmen. Stellt man hingegen Informationen und Fotos unbedacht ins Netz, wird es gefährlich – denn das Internet vergisst nichts.

Es ist ein schmaler Grat, auf den sich Bewerber heutzutage begeben. Denn neben Google, Unternehmens-Websites und Online-Jobportalen verwenden Personaler zunehmend auch soziale Netzwerke, um potenzielle Mitarbeiter anzusprechen und/oder genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Grenze zwischen Beruflichem und Privatem verschwimmt dadurch mehr und mehr. Welche Chancen und Gefahren birgt das? Und wie behältst du die Kontrolle im digitalen Kosmos?

Wenn du im Internet unterwegs bist, musst du dir zwei Dinge bewusstmachen. Erstens: Du hinterlässt Spuren. Und zweitens: Es kann sehr schwer sein, diese Spuren zu löschen. Das Einzige, was hilft, sind Umsicht und Gelassenheit.

Profile vor unerwünschten Blicken schützen

"Zu spät kommen ist eine Lebensphilosophie", "Strafzettel sind billiger als Parkscheine" und "Mein Lieblingsbier ist das nächste": Wer in solchen Gruppen Mitglied ist, sollte sein Profil in sozialen Netzwerken tunlichst vor ungewünschten Blicken verbergen. Denn der Personaler liest mit, und was als Scherz gemeint ist, kann schnell zum K.O.-Kriterium werden: Mehr als jeder siebte Personaler hat nach dem Online-Check bereits Bewerber aussortiert. Grund dafür sind meist Widersprüche zu den Bewerbungsunterlagen. Ein stimmiges Bild ist deshalb auch in sozialen Netzwerken das A und O.  

Außerdem ist es ratsam, wenn du deine Privatsphäre-Einstellungen beispielsweise bei Facebook regelmäßig überprüfst und genau festlegst, wer welche Inhalte zu sehen bekommt. Das gilt auch für Kommentare sowie für Verlinkungen auf Fotos. Als Handlungsempfehlung kann eine Formel gelten, die die Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen und Hanne Detel im Buch "Der entfesselte Skandal. Das Ende der Kontrolle im digitalen Zeitalter" formuliert haben:

Handle stets so, dass dir die öffentlichen Effekte deines Handelns langfristig vertretbar erscheinen. Aber rechne damit, dass dies nichts nützt.

Im Kern geht es also darum, eine Form der Selbstpräsentation zu wählen, die gleichermaßen professionell und authentisch ist. Immer mehr Menschen unterhalten deshalb zwei Facebook-Profile – eines, von fremden Blicken abgeschirmt, für den privaten Bereich; ein anderes, öffentlich zugängliches, für die geschäftliche Präsentation. Durch diese Trennung lässt sich steuern, was der Personaler sehen soll und was nicht, welche Facetten der Person ins rechte Licht gerückt werden und welche (weitgehend) im Verborgenen bleiben.

Soziale Netzwerke für die Jobsuche nutzen

Fast jeder Jobsuchende setzt heute das Internet ein. Gerade für medienaffine Bewerber bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, sich von der Masse abzuheben – angefangen bei der eigenen Bewerber-Webseite über Visual CVs bis hin zur Videobewerbung. Im Zeitalter von Vitamin B ist es auch nicht verwunderlich, dass immer mehr Bewerber auf soziale Netzwerke setzen. Vor allem Portale wie Xing oder LinkedIn dienen häufig als digitale Visitenkarte.

Auch wenn Personaler zunehmend im Netz nach potenziellen Mitarbeitern suchen, solltest du keine zu großen Hoffnungen auf Social Media setzen: Laut einer Stellenerhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung für das Jahr 2016 werden gerade einmal ein Prozent der Stellen über soziale Netzwerke besetzt. Über Online-Jobportale findet hingegen jeder fünfte einen Job. Trotzdem lohnt es sich, auch bei Twitter, Facebook und Co. auf eine seriöse Selbstdarstellung zu achten – schon alleine, um böse Überraschungen im Vorstellungsgespräch zu vermeiden. Denn jedes zweite Unternehmen überprüft die Profile ihrer Bewerber in sozialen Netzwerken. Dabei achten Personaler vorwiegend auf fachliche Qualifikationen und Äußerungen.

Aktivität in Blogs und Optimierung für die Suchmaschine

Wer sich profilieren und für Vertreter seines Fachs interessant sein möchte, kann in Blogs aktiv werden. Je länger er sich mit einem Thema befasst, zu einem Thema bloggt und twittert, desto eher wird er als Experte auf seinem Gebiet wahrgenommen. Das bleibt auch Personalern nicht verborgen. Genauso wichtig ist es, die eigenen Profile so zu pflegen, dass sie von der Suchmaschine gefunden werden.

Wissen, wo sich die Zielgruppe aufhält

Neben der bewussten Selbstpräsentation ist es entscheidend, dass du die richtige Bühne für deine Darstellung wählst. Online-Plattformen wie Xing und LinkedIn werden beispielsweise überwiegend für geschäftliche Kontakte genutzt. Der Umgang ist formeller als auf Facebook. Das zeigt sich bei der Auswahl des Profilbildes ebenso wie bei der Darstellung des Profils. Auch die Nutzungserwartungen sind verschieden: Wer auf Xing oder LinkedIn ist, möchte sich vernetzen, möchte seine Ware, seine Dienstleistung verkaufen. Deshalb werden Einträge auf Xing oder LinkedIn von Unternehmen auch häufiger ausgewertet als Bewerberprofile in eher privat ausgerichteten Netzwerken.

Facebook bedient beispielsweise den Wunsch nach Entspannung und Teilhabe. Die Menschen wollen sich in erster Linie locker austauschen und erfahren, was Bekannte tun. Eben diese Unterschiede solltest du auch bei deiner Selbstpräsentation beachten. Dem Personaler des Wunschunternehmens eine Freundschaftsanfrage bei Facebook zu senden, ist unangebracht; eine freundliche Nachricht bei Xing hingegen kann der Beginn eines verheißungsvollen Kontakts sein.

Die Grenzen zwischen privaten und beruflichen Netzwerken verschwimmen zwar zunehmend – Facebook wird zum Beispiel bereits von vielen Arbeitgebern zur Unternehmenspräsentation genutzt –, solange sich Facebook aber nicht als berufliches Netzwerk etabliert hat, sollte man die eher private Ausrichtung respektieren und auf andere Kontaktwege zurückgreifen.

Unerwünschte Effekte einkalkulieren und souverän bewältigen

Wie auch die Experten im Expertenforum "Networking & Reputation Management" festgestellt haben, wird überlegte Aktivität in sozialen Netzwerken immer wichtiger. Bei aller Vorsicht lässt sich jedoch nicht vollständig ausschließen, dass unerwünschte Bilder und Nachrichten über die eigene Person den Weg ins Netz finden – und im Extremfall tausendfach gelesen, geteilt, kommentiert oder bearbeitet werden.

All das klingt erschreckend, ist aber letztlich eine unabwendbare Tatsache. Deshalb sollten wir tun, was die Personaler tun: den eigenen Namen in Google eingeben. Haben wir unsere Profile professionell gepflegt, wird unter den ersten Treffern in der Suchmaschine das zu finden sein, was wir von uns zeigen möchten. Werden unerwünschte Inhalte oder missglückte Fotos angezeigt, kann man diese – wenn auch mit großer Mühe – entfernen oder zumindest in den Hintergrund drängen lassen. Manchmal genügt dazu eine kurze Nachricht an einen Blogbetreiber, eine Meldung an Facebook oder Google. In schwerwiegenderen Fällen ist es sogar empfehlenswert, eine Agentur für Online Reputation Management einzuschalten, die den Fleck von der virtuellen weißen Weste entfernt.

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