CHE-Ranking

Das CHE-Hochschulranking ist nach Aussage des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), das seit 1998 das Ranking jährlich erstellt, das umfangreichste und detaillierteste Ranking für Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Von 1999 bis 2004 wurde es in Zusammenarbeit mit dem Magazin stern veröffentlicht. Seit 2005 kooperiert das CHE mit der Wochenzeitschrift DIE ZEIT, die die Ergebnisse auf ihrer Internetseite zur Verfügung stellt.

Vorrangiges Ziel des Rankings ist es dabei, Studieninteressierte über die Möglichkeiten und Bedingungen in einzelnen Studienbereichen oder an bestimmten Standorten aufzuklären. Ferner ist es aber auch erklärtes Ziel, durch Angebots- und Leistungstransparenz für Wettbewerb zwischen den Hochschulen zu sorgen und so die Profilbildung zu fördern.

Insgesamt sind in dem Ranking für 2006/07 35 Fächer gelistet. Laut CHE werden somit insgesamt mehr als drei Viertel aller Studienanfänger angesprochen.

Die einzelnen Fächer werden anhand von bis zu 30 Indikatoren gerankt, wobei Informationen über Studiengänge, Fachbereiche, Hochschulen und deren Standorte in das Ranking aufgenommen werden. Diese setzen sich dabei aus objektiven Kriterien (wie beispielsweise der Anteil ausländischer Studierender), aber auch subjektiven Meinungen (wie die Zufriedenheit der Studierenden) zusammen.

Durch die Vielzahl der Indikatoren entsteht so ein multidimensionales Ranking, das es dem Nutzer erlaubt, einzelne Kriterien stärker zu gewichten als andere, sodass ein an persönlichen Bedürfnissen ausgerichtetes Ranking entsteht.


Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE)

Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) wurde am 1. Mai 1994 von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der Bertelsmann Stiftung als gemeinnützige GmbH gegründet. Das CHE versteht sich dabei als „Reformwerkstatt“ für das deutsche Hochschulwesen. Als Ziel formuliert das CHE das Leitbild der „entfesselten Hochschule“, die autonom, wissenschaftlich, profiliert und wettbewerbsfähig sein soll. So fordert das CHE beispielsweise die Einführung von Studiengebühren und die freie Verfügbarkeit des vom Staat zur Verfügung gestellten Budgets.

Nicht zuletzt aufgrund der letztgenannten Forderungen sieht sich das CHE immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, eine „neoliberale“ Umgestaltung der Hochschulen anzustreben. Im Besonderen wird von Kritikern ein Zusammenhang zwischen der Arbeit des CHE und dem zunehmenden Einfluss der Wirtschaft auf staatliche Bildungseinrichtungen hergestellt, wobei hier vor allem auf die Nähe zum Medienkonzern Bertelsmann, der 75 Prozent des Jahresetats zur Verfügung stellt, verwiesen wird.


Methodik

Datenerhebung

Jeweils im Sommer findet laut CHE eine Befragung der Hochschulen beziehungsweise Fachbereiche statt, die in das Ranking aufgenommen werden sollen. Dabei würden durch Online-Fragebögen Informationen unter anderem zur finanziellen und personellen Ausstattung der Fachbereiche, aber auch allgemeinere Themen (wie beispielsweise die Öffnungszeiten der Zentralbibliotheken) erfragt werden. Die so ermittelten Daten würden anschließend von der CHE geprüft werden. Nachdem die Daten den einzelnen Fachbereichen und Hochschulen zur Prüfung oder ggf. zur Korrektur erneut vorgelegt werden, fließen sie anschließend in das Ranking des entsprechenden Jahres mit ein.

Ferner bemüht sich das CHE, auch Forschungsleistung in seine Beurteilung einfließen zu lassen, indem es auf so genannte bibliometrische Analysen zurückgreift. Dabei werden lediglich Forschungsergebnisse berücksichtigt, die nach außen dokumentiert sind, wobei Veröffentlichungen in internationalen Fachzeitschriften deutlich stärker gewichtet werden als andere Formen der Veröffentlichung, wie beispielsweise in Sammelbänden oder elektronischen Medien. Das CHE weist dabei explizit darauf hin, dass die Ergebnisse der einzelnen Fachbereiche in der Regel nicht miteinander verglichen werden können. Grundsätzlich sei man jedoch bemüht, die Teilnahme an der „fachwissenschaftlichen Forschungskommunikation“ angemessen zu bewerten.

Erhebung von Urteilen

Um ebenfalls subjektive Eindrücke in das Ranking einfließen zu lassen, werden im Rahmen der Erstellung des Rankings Befragungen von Lernenden und Lehrenden vorgenommen. So wird hier nach der Reputation in Studium und Lehre oder dem Grad der Praxisorientierung des Studium gefragt. Ferner enthält der Fragebogen (http://www.che-ranking.de/cms/?getObject=66&getLang=de) aber auch Fragen zur aktuellen Wohnsituation der Studierenden oder den überwiegend genutzten Verkehrsmitteln.


Vorteile des Rankings

Das CHE weist bei der Beurteilung des eigenen Rankings daraufhin, dass es in vier Bereichen, die bei der Erstellung maßgeblich sein sollen, vielen anderen Rankings überlegen sei:

  1. So wird darauf verwiesen, das Ranking sei strikt fachbezogen. Im Sinne der Zielvorgabe des CHE, die Profilbildung der Hochschulen zu fördern, wird darauf hingewiesen, dass jede Hochschule über ausgebildete, starke Fachbereiche, aber auch über schwächere Fachbereiche verfüge. Somit würde eine fächerübergreifende Beurteilung der Hochschulen nur unzureichende Erkenntnisse über Stärken und Schwächen zulassen.
  2. Darüber hinaus soll das Ranking mehrdimensional sein, das heißt, dass keine vorgegebene Gewichtung der Indikatoren vorgenommen wird. Es wird darauf verwiesen, dass es für eine Gewichtung keine theoretischen und empirischen Grundlagen gäbe. Da jeder einzelne unterschiedliche Prioritäten habe, sei es unmöglich, für die heterogene Gruppe der Studienanfänger allgemeingültige Gewichtungskriterien festzulegen.
  3. Zudem würden in das Ranking die Meinung verschiedener relevanter Personengruppen eingehen. So würden durch die Tatsache, dass nicht nur eine bestimmte Gruppe (zum Beispiel Studierende) nach ihrer subjektiven Meinung befragt würden, ein differenziertes Bild der Leistungen der Hochschule gezeichnet werden.
  4. Außerdem stellt das CHE heraus, dass die Einteilung der Hochschulen nicht auf einzelne Rankingplätze, sondern in Rankinggruppen erfolgt. Damit soll sichergestellt werden, dass nicht minimale Unterschiede im Zahlwert einzelner Indikatoren zu Missinterpretationen führen können.

Sehr gute Noten bekommt das CHE-Ranking darüber hinaus auch von renommierten Institutionen, wie dem Educational Policy Institute und der European University Association.


Kritik

Jedoch stoßen insbesondere die subjektiven Urteile, die mit in das Ranking einfließen, immer wieder auf Kritik. So führen Kritiker an, die Befragung der Studenten führe zu keiner Aussage über die absolute Qualität des Studienangebots, sondern nur zu einer relativen. So könnten Fachbereiche mit Studenten mit einer vergleichsweise niedrigeren Erwartungshaltung, die allerdings erfüllt werden, besser abschneiden als Fachbereiche, in denen Studenten mit einer hohen Erwartungshaltung an das Studium herangehen. Außerdem sei auch die Befragung der Hochschullehrer zu kritisieren, da fragwürdig sei, inwiefern ein Externer ein Urteil über die Leistung eines Fachbereichs an einer anderen Hochschule abgeben könne. Weitere Kritikpunkte am CHE-Ranking sind zudem, dass die Wertung der Publikationen wenig objektiv sei und die an die Studenten versendeten Bögen suggestive Fragen beinhalten würden.

Weblinks