Gute Jobchancen: Absolventen dieser Unis können bei Personalern punkten
- Anneke Fuchs und Maya Rencken
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Ob du deinen Wunschjob ergatterst, hängt von vielen Faktoren ab: Einer davon ist die Uni, an der du deinen Abschluss gemacht hast. Hier erfährst du, welche Universitäten bei Personaler:innen weltweit ein besonders hohes Ansehen haben.
Du studierst genau an der Uni, die erst kürzlich einer öffentlich bekannten Person den Doktortitel aberkannt hat. Was bedeutet das jetzt für deine Jobchancen? Wandert deine Bewerbung jetzt eher auf den Stapel der Absagen? Und vor allem: Durch ein Studium an welcher Uni erhöhst du deine Chancen, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden und den Job zu bekommen? Das hat jüngst eine Studie untersucht.
Die Studie
Welche Uni weltweit die Top-Absolvent:innen ausbildet, wurde in der Global Employability University Ranking and Survey (GEURS) ermittelt. Die jährlich von Trendence im Auftrag von Emerging durchgeführte Studie ist die einzige, die Personalmanager:innen befragt. Ihre Ergebnisse werden zudem besonders häufig von Personaler:innen zurate gezogen.
2026 bewerteten 12.350 qualifizierte Personalmanager:innen aus 31 Ländern mit mindestens fünf Jahren Erfahrung, die jährlich mindestens fünf neue Absolvent:innen einstellen, die Unis. Dabei konnte jede:r Manager:in zehn Stimmen an die Universitäten verteilen, welche die besten Absolvent:innen ausbilden. Dabei wurden 35 Kriterien zugrunde gelegt. Herausgekommen ist ein Ranking aus 250 Universitäten.
Top 10 weltweit
An der Spitze des GEURS-Rankings 2026 finden sich die folgenden Universitäten:
- Massachusetts Institute of Technology (MIT) – USA
- Stanford University – USA
- California Institute of Technology (Caltech) – USA
- University of Cambridge – UK
- University of Oxford – UK
- University of California, Berkeley – USA
- Harvard University – USA
- National University of Singapore – Singapur
- Imperial College London – UK
- ETH Zurich – Schweiz
2026 hat das Massachusetts Institute of Technology (MIT) seine Spitzenposition verteidigt, während die Stanford University und das California Institute of Technology ihre Plätze im Vergleich zu 2025 getauscht haben.
In den Top 10 finden sich insgesamt fünf Universitäten aus den USA: MIT, Stanford, Caltech, California und Harvard. Die Ivy-League-Universitäten Princeton und Yale haben es 2026 allerdings nicht mehr in die Top 10 geschafft Princeton belegt nur Platz 14 und Yale sogar nur Platz 22. Im Vergleich sind beide um 8 bzw. 10 Plätze abgestürzt.
Aus dem Vereinigten Königreich findet sich "Oxbridge", die renommierten Universitäten Cambridge und Oxford, in den Top 10. Neben diesen bekannten Spitzenreitern platzieren sich noch eine asiatische und eine europäische School in den Top 10, nämlich die National University of Singapore und die ETH Zurich.
Top 10 in Deutschland
Auch wenn sie sich nicht in den internationalen Top 10 befinden, schneiden viele deutsche Universitäten im GEURS-Ranking gut ab:
- Technische Universität München (TUM) – Platz 13 international
- Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) – Platz 54 international
- Technische Universität Berlin (TU Berlin) – Platz 59 international
- Humboldt-Universität zu Berlin (HU Berlin) – Platz 68 international
- Karlsruher Institut für Technologie (KIT) – Platz 70 international
- Universität Heidelberg – Platz 71 international
- Frankfurt School of Finance and Management – Platz 73 international
- RWTH Aachen – Platz 103 international
- Universität Hamburg – Platz 121 international
- Universität Mannheim – Platz 125 international
Die Top-4-Unis in Deutschland sind laut GEURS Universitäten aus München und Berlin – die Technische Universität München ist seit Jahren der Spitzenreiter. Wie im internationalen Ranking spiegelt sich auch hier die hohe Nachfrage nach MINT-Expertise wider. Neben vier technischen und fünf breit aufgestellten Universitäten findet sich die wirtschaftliche Frankfurt School of Finance and Management unter den Top-Unis in Deutschland.
Top-Unis in Österreich
- Universität Wien – Platz 105 international
- Technische Universität Wien (TU Wien) – Platz 167 international
Top-Unis in der Schweiz
- ETH Zurich – Platz 10 international
- École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) – Platz 27 international
- Universität Zürich (UZH) – Platz 74 international
- UNIL (Université de Lausanne) – Platz 116 international
- Universität Basel – Platz 120 international
- Universität Bern – Platz 131 international
- Universität St. Gallen – Platz 169 international
Darauf legen Personaler:innen Wert
Doch was sind nun die Kriterien, die für Personalmanager:innen bei Bewerber:innen besonders wichtig sind? Laut der GEURS-Studie sind dies Spezialisierung, die Fähigkeiten von Absolvent:innen, ihre akademischen Leistungen, Arbeitserfahrung, soziales Engagement und Führungsqualitäten sowie Internationalität. Die Studie 2026 brachte Spezialisierung als den wichtigsten Faktor für Neueinstellungen hervor, gefolgt von den Fähigkeiten von Absolvent:innen wie etwa digitalen Skills.
Die Personaler:innen legen zudem Wert auf die Qualität der Forschung an den jeweiligen Universitäten: Diese sollen ihren Studierenden den neuesten Forschungsstand vermitteln und ihre Lehrpläne an Trends aus der Wirtschaft ausrichten, um sie so bestens auf ihre Karriere vorzubereiten.
Positiv auffallen können Absolvent:innen auch mit sozialem Engagement und Führungsqualitäten. Sie sollen beweisen, dass sie gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und an der Transformation von Unternehmen mitwirken wollen. Besonders wichtig war dies Personalmanager:innen aus Brasilien, Indien, China und Südafrika, vier der BRICS-Staaten.
Auch Soft Skills bleiben weiterhin bedeutsam: Insbesondere Teamfähigkeit und eine kooperative Einstellung sind wichtige Einstellungskriterien. Das knüpft ebenfalls an die soziale Verantwortlichkeit an, die von Bewerber:innen erwartet wird. Auch Zeitmanagement, Vertrauenswürdigkeit und logisches Denkvermögen zählen zu den wichtigen Kriterien.
Die Fähigkeiten, die Personaler:innen am wenigsten von Absolvent:innen erwarten, sind unter anderem Kreativität, Autonomie und öffentliches Reden.
Die Uni ist nicht alles
Personalmanager:innen schauen also nicht nur darauf, an welcher Uni du deinen Abschluss erworben hast – vielmehr gehen sie davon aus, dass die renommierten Universitäten die gesuchten Fähigkeiten wie digitale Skills oder Teamfähigkeit besonders fördern.
Die Campus-360-Studie von Trendence im Auftrag von Emerging zeigte, dass Personaler:innen am meisten Wert auf praktische Erfahrungen legen: 68 Prozent der darin befragten Personaler:innen halten einschlägige Berufserfahrung für den wichtigsten Faktor. Im Idealfall könnten sie Uni-Absolvent:innen dadurch gleich als Professionals einsetzen. Darüber hinaus schauen 56 Prozent auf den Studienschwerpunkt und nur 30 Prozent auf die Abschlussnote. Das Schlusslicht ihrer Kriterien bilden mit nur 18 Prozent außeruniversitäre Aktivitäten.