Arbeiten neben dem Studium: Was Studierende bei Nebenjobs beachten müssen
- Elena Alferi
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WG-Zimmer, Mensa, Semesterbeitrag: Der Studi-Alltag zieht dir dein Geld aus der Tasche? Dann wird es Zeit für einen Nebenjob. Wir verraten, was du beachten solltest und wie du den passenden Job findest.
Das Wichtigste in Kürze
- Als Student:in darfst du während der Vorlesungszeit bis zu 20 Stunden pro Woche neben dem Studium arbeiten. In den Semesterferien ist mehr möglich.
- Die Einkommensgrenze liegt bei 603 Euro (Minijob-Basis Stand 2026) bzw. 565 Euro (sonstige Nebenjobs Stand 2026) pro Monat. Verdienst du mehr, musst du dich selbst krankenversichern.
- Für BAföG-Empfänger:innen gilt: Bis zu 603 Euro (Stand 2026) darfst du anrechnungsfrei dazuverdienen.
Welcher Nebenjob passt zu dir?
Bevor du dir einen Nebenjob suchst, solltest du dir überlegen, welches Ziel du damit verfolgst. Möchtest du möglichst schnell und einfach Geld verdienen? Oder ist es dir vor allem wichtig, erste Erfahrung in deinem Berufsfeld zu sammeln?
Nebenjobs, die schnelles Geld liefern
- Nachhilfe: Du warst in der Schule gut in Mathe, Physik oder Französisch? Dann solltest du dir überlegen, Nachhilfe zu geben. Dabei stärkst du deine kommunikativen und pädagogischen Fähigkeiten. Außerdem ist die Bezahlung gut: Je nach Erfahrung und Fach bekommst du schnell bis zu 30 Euro die Stunde.
- Kellner:in oder Barista: Den Job als Barista oder Kellner:in kannst du oft auf Minijob-Basis ausüben (603 Euro im Monat plus Trinkgeld) und er ist perfekt mit deinem unregelmäßigen Vorlesungsplan vereinbar. Außerdem knüpfst du schnell soziale Kontakte – zum Beispiel in einer fremden Stadt.
Nebenjobs, die deine Karriere pushen
Werkstudierendenstellen: Du willst nicht nur Geld verdienen, sondern auch etwas für deine Karriere tun? Dann solltest du dich nach Werkstudierendenstellen umsehen. Viele Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen bieten dir die Möglichkeit, neben deinem Studium relevante Berufserfahrung in genau deinem Bereich zu sammeln. Dabei knüpfst du relevante Kontakte für deine berufliche Zukunft und hast oftmals die Chance, direkt nach dem Studium in diesem Unternehmen zu starten. Bis zu 20 Euro pro Stunde sind für dich drin – je nach Bereich, Erfahrung und Unternehmensgröße.
Nebenjobs, die dein Wissen erweitern
Studentische Hilfskraft: Während des Studiums kannst du als Hilfskraft an deiner Hochschule arbeiten. Deine Aufgaben reichen von Verwaltungstätigkeiten über Klausuraufsicht bis zur Vorbereitung von Lehrveranstaltungen. Du arbeitest eng mit Dozierenden zusammen und erweiterst so dein Wissen. Der Verdienst ist meist nicht besonders üppig. Du hast Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde. Ob du mehr bekommst, hängt vom Bundesland und der Hochschule ab.
Nebenjobs, die dir maximale Flexibilität bieten
- Content Creator: Du liebst Social Media und bist sowieso ständig online? Dann solltest du dir überlegen, als Content Creator zu arbeiten. Das heißt nicht, dass du dir deinen eigenen Account aufbauen musst. Stattdessen kannst du auch kleine Aufträge als UGC-Creator für Unternehmen übernehmen. Die Videos werden meist mit 100 bis 200 Euro pro Video vergütet. Deine Zeit kannst du dir flexibel einteilen, solange du die Deadline des Kunden einhältst.
- Kundenservice: Einen Job im Kundenservice kannst du oftmals vollständig aus dem Homeoffice ausführen. Du beantwortest E-Mails, nimmst Anrufe entgegen oder betreust den Live-Chat eines Unternehmens. Vorteil: Feste Schichten sorgen für planbare Arbeitszeiten, gleichzeitig sparst du dir den Arbeitsweg. Die Bezahlung liegt häufig knapp über dem Mindestlohn, mit etwas Erfahrung oder Fremdsprachenkenntnissen kannst du auch mehr verdienen.
- Baby- und Hundesitting: Wenn du gerne Zeit mit Kindern oder Tieren verbringst, ist Baby- oder Hundesitting ein unkomplizierter Nebenjob. Du arbeitest meist auf Stundenbasis und kannst Einsätze flexibel an deinen Stundenplan anpassen – etwa abends oder am Wochenende. Für Babysitting sind 13 bis 20 Euro pro Stunde üblich, Hundesitting liegt oft etwas darunter.
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Häufige Stolpersteine: Das musst du bei Stundenzahl und Verdienst beachten
Beim Nebenjob im Studium gelten klare Regeln – und die solltest du kennen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden:
- 20-Stunden-Regel: Während der Vorlesungszeit darfst du maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten. Überschreitest du diese Grenze dauerhaft, verlierst du deinen Status als Werkstudent:in und musst voll sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden. Dann musst du dich auch selbst krankenversichern. In den Semesterferien darfst du mehr arbeiten.
- Minijob-Grenze: Der klassische Minijob liegt aktuell bei 603 Euro monatlich (Stand 2026). Bleibst du darunter, zahlst du keine eigenen Beiträge zur Sozialversicherung.
- Krankenversicherung: Überschreitest du die Minijob-Grenze regelmäßig oder arbeitest mehr als 20 Stunden pro Woche, musst du dich selbst krankenversichern. Die beitragsfreie Familienversicherung greift dann nicht mehr.
- BAföG-Freibetrag: Wenn du BAföG bekommst, darfst du 603 Euro im Monat dazuverdienen, ohne dass es angerechnet wird. Verdienst du mehr, wird dein BAföG gekürzt. Zeig jeden Verdienst, auch wenn er unter dem Freibetrag liegt, beim zuständigen Studentenwerk an.
- Steuern: Erst ab einem Jahreseinkommen über dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro im Jahr (Stand 2026) zahlst du Einkommensteuer. Falls du darüber liegst und dir Lohnsteuer abgezogen wird, kannst du sie dir meist über die Steuererklärung zurückholen.
Steuererklärung: So holst du am meisten raus
Selbstständig machen als Student:in
Ein Nebenjob muss nicht immer eine Anstellung sein – viele Studierende arbeiten auf selbstständiger Basis. Das kann sich besonders lohnen, wenn du spezielle Fähigkeiten mitbringst, etwa im Bereich Design, Programmierung, Nachhilfe oder Social Media. Solange du nicht mehr 565 Euro im Monat verdienst, kannst du in der Familienversicherung bleiben.