Robo-Advisor: Vor- und Nachteile der digitalen Anlagehelfer
- Dominik Wenzelburger
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Das erste Gehalt ist da – und plötzlich stellt sich die Frage: Solltest du dich selbst in die ETF- und Aktienwelt einarbeiten oder lieber alles automatisch erledigen lassen? Robo-Advisor versprechen professionelles Investieren ohne Börsenwissen. Doch halten die digitalen Helfer, was sie versprechen?
Was genau ist ein Robo-Advisor?
Bei einem Robo-Advisor handelt es sich um eine digitale Vermögensverwaltung. Nach der Anmeldung beantwortest du zunächst einige Fragen zu deiner finanziellen Situation, deinen Anlagezielen und deiner Risikobereitschaft. Auf Basis dieser Angaben erstellt der Anbieter des Robo-Advisors ein passendes Portfolio. In den meisten Fällen investieren Robo-Advisors zu einem großen Anteil in börsengehandelte Indexfonds, sogenannte Exchange Traded Funds (ETFs). Diese bilden ganze Märkte oder Regionen ab und sorgen für eine breite Streuung des Kapitals. Anschließend übernimmt der Robo-Advisor die laufende Verwaltung des Portfolios. Dazu gehören beispielsweise die Überwachung der Anlagestruktur und regelmäßige Anpassungen, damit das Risiko dem ursprünglich gewählten Profil entspricht.
Dominik Wenzelburger ist Gründer des Finanzblogs depotstudent. Seit dem Jahr 2018 berichtet er dort über seine Erfahrungen rund ums Thema Geldanlage und gibt Tipps und Tricks, worauf du besonders achten solltest. Auf seinem Blog findest du Testberichte zu Finanzprodukten, Ratgeberartikel zu Aktien, ETFs und anderen Assets sowie Anleitungen zur konkreten Umsetzung.
Die Vorteile von der Geldanlage mit Robo-Advisor
1. Geldanlage ohne Zeitaufwand
Wer sich auf Studium oder Karriere konzentrieren möchte, hat oft nicht ausreichend Zeit, um sich intensiv mit Kapitalmärkten zu beschäftigen. Genau hier setzen Robo-Advisor an. Die Einrichtung dauert meist nur wenige Minuten. Danach läuft die Geldanlage weitgehend automatisiert. Du musst weder einzelne Wertpapiere auswählen noch regelmäßig überprüfen, ob dein Portfolio noch ausgewogen ist.
2. Breite Streuung reduziert das Risiko
Viele typische Anfängerfehler entstehen durch eine zu starke Konzentration auf einzelne Aktien oder aktuelle Börsentrends. Statt auf wenige Einzelaktien oder ETFs zu setzen, investieren Robo-Advisor in zahlreiche Unternehmen, Branchen und Länder gleichzeitig. Dadurch sinkt das Risiko, dass die Entwicklung einzelner Unternehmen das gesamte Vermögen stark belastet. Fällt eine Aktie deutlich im Wert, hat das auf ein breit gestreutes Portfolio oft nur geringe Auswirkungen.
3. Emotionen bleiben außen vor
An der Börse sind Emotionen häufig ein schlechter Ratgeber. Steigen die Kurse stark, investieren viele Menschen überhastet. Fallen die Märkte, verkaufen sie oft aus Angst genau zum falschen Zeitpunkt. Robo-Advisor treffen ihre Entscheidungen dagegen nach festen Regeln. Der Algorithmus reagiert nicht auf Schlagzeilen oder kurzfristige Stimmungsschwankungen.
Die Grenzen der Geldanlage mit Robo-Advisor
1. Pauschale Risikoprofile
Ein Algorithmus kann zwar Risikoprofile berechnen, kennt aber nicht alle persönlichen Lebensumstände. Dadurch können deine individuelle Besonderheiten wie Immobilienbesitz, Schulden, Kredite etc. nur eingeschränkt berücksichtigt werden. Außerdem lassen sich eigene Präferenzen (Nischen-ETFs oder bestimmte Aktion) nur sehr selten umsetzen. Stattdessen bist du an die vorgegebenen Strategien und ETF-Auswahl des jeweiligen Anbieters gebunden.
2. Keine aktive Marktanalyse
Auch ein professionell zusammengestelltes Portfolio verliert an Wert, wenn die Aktienmärkte insgesamt fallen. Die Digitalisierung ändert nichts daran, dass jede Geldanlage mit Risiken verbunden ist. Marktrisiken lassen sich auch mit einem Robo-Advisor nicht ausschalten. Hinzu kommt, dass Robo-Advisor meist starr auf bestimmte, vorher definierte Regeln reagieren, anstatt sich flexibel auf unerwartete Krisen oder makroökonomische Veränderungen einzustellen.
3. Zusätzliche Kosten
Natürlich sind Robo-Advisor günstiger als traditionelle Vermögenverwaltungen, die ihr Geschäftsmodell auf besonders vermögende Kund:innen ausgerichtet haben. Trotzdem liegen die Gebühren zwischen 0,5 und 1,2 Prozent des angelegten Vermögend pro Jahr. Wer sich sein Aktien- oder ETF-Portfolio selbst zusammenstellt, kann also einiges an Geld sparen. Dazu gehört jedoch Selbstdisziplin und ein gewisses Verständnis für die Börse.
Selbst investieren oder Robo-Advisor nutzen: Für wen ist was geeignet?
Ob ein Robo-Advisor die richtige Wahl ist, hängt vor allem von deinen persönlichen Zielen ab. Wenn du möglichst wenig Zeit investieren möchtest und eine einfache, professionelle Lösung für den langfristigen Vermögensaufbau suchst, kann ein Robo-Advisor eine sinnvolle Option sein. Du profitierst von einer breiten Streuung, automatischer Verwaltung und einem strukturierten Anlageprozess. Einen Vergleich verschiedener Robo-Advisor findest du bei depotstudent.
Wenn du allerdings bereit bist, dich mit Aktien- oder ETF-Investments auseinanderzusetzen, kannst du ein ähnliches Portfolio auch selbst aufbauen. In diesem Fall sparst du die zusätzliche Verwaltungsgebühr und behältst die volle Kontrolle über deine Geldanlage.