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Wer haftet in der WG?

Die erste Hürde ist geschafft und der Mietvertrag für die WG unterzeichnet. Die Fragen hören damit aber längst nicht auf. Was passiert, wenn dein Mitbewohner seine Miete nicht bezahlt oder die Wohnung beschädigt? Muss der Vermieter zustimmen, wenn ein neuer Bewohner einzieht? Und warum haftet man auch, obwohl man längst nicht mehr in der WG wohnt?

Haftung bei Schäden in der WG

Die WG-Party war prima. Bis dein Mitbewohner ins Aquarium fiel. Nun ist der Holzfußboden im Eimer und muss für viel Geld ausgetauscht werden. Aber wer haftet dafür eigentlich?

Variante 1: Alle Bewohner sind gemeinsam Hauptmieter der WG
Sind alle WG-Mitbewohner Hauptmieter, so haften sie prinzipiell gemeinschaftlich. Das gilt aber nicht bei Beschädigungen der Mietwohnung. Vereinfacht kann man sagen, dass hier – sofern im Mietvertrag nicht anders geregelt – das WG-Mitglied allein haftet, das den Schaden verursacht hat.

Variante 2: Die WG als GbR ist Hauptmieter
Ist die WG "als solche" Hauptmieter und verursacht ein WG-Mitglied einen Schaden an der Mietwohnung, dann haftet die WG gemeinsam mit ihrem Gesellschaftsvermögen (zum Beispiel aus der Gemeinschaftskasse). Da dies in der Regel aber nicht ausreicht, haftest du mit deinen WG-Mitbewohnern zusätzlich persönlich. Diese persönliche Haftung könnt ihr nur unter Mitwirkung des Vermieters ausschließen.

Variante 3: Hauptmieter und Untermieter
Wenn du allein der Hauptmieter bist und deine WG-Mitbewohner Untermieter sind, haftest nur du gegenüber dem Vermieter. Bei Schäden an der Wohnung wirst du also für das Verhalten deiner Mitbewohner verantwortlich gemacht und bist selbst dafür verantwortlich, dir von ihnen den Schaden ersetzen zu lassen.

Variante 4: Jeder Bewohner hat einen eigenen Mietvertrag

In diesem Fall haftet jeder Bewohner allein für den Schaden, den er in seinem Zimmer oder in den gemeinschaftlich genutzten Räumen verursacht hat.

Wer haftet, wenn ein Bewohner seine Miete nicht bezahlt?

Nur weil du mit deinen Mitbewohnern Bad und Küche teilst, heißt das nicht, dass du auch für ihre Finanzen Sorge tragen musst? Falsch gedacht! Ob dich der Vermieter zur Kasse bitten kann, ist abermals abhängig von der WG-Konstellation.

Variante 1: Alle Bewohner sind gemeinsam Hauptmieter der WG
In diesem Fall greift die sogenannte gesamtschuldnerische Haftung. Der Vermieter kann von jedem beliebigen Mieter die Schulden in voller Höhe einklagen.

Variante 2: Die WG als GbR ist Hauptmieter
Auch hier gilt: Die WG haftet mit ihrem Vermögen für den Zahlungsausfall eines Bewohners. Kann ein Bewohner nicht zahlen, müssen die anderen einspringen.

Variante 3: Hauptmieter und Untermieter
Wenn der Hauptmieter seine Miete nicht bezahlt, kann sich der Vermieter nicht an die Untermieter wenden. Wird dem Hauptmieter aber aufgrund der fälligen Mieten gekündigt, dann droht den Untermietern der Rauswurf aus der Wohnung, obwohl sie selbst nicht vertragsbrüchig waren.

Zahlt der Untermieter nicht rechtzeitig, so muss der Hauptmieter dem Vermieter trotzdem die vollen Kosten bezahlen. Er trägt also das finanzielle Risiko für den Ausfall und muss für seine Untermieter geradestehen.

Variante 4: Jeder Bewohner hat einen eigenen Mietvertrag

Jeder Bewohner haftet für seine eigenen Mietkosten. Verletzt ein anderer seine Pflichten, hat das für dich keine Konsequenzen.

Mitbewohnerwechsel: Wer muss zustimmen?

Eine Wohngemeinschaft ist bereits bei ihrer Gründung darauf angelegt, dass es zu einem Mieterwechsel kommt. Muss der Vermieter vor jedem Mitgliederwechsel seine Zustimmung geben? Auch hier wird danach unterschieden, wer Hauptmieter ist. Ob du im Schadensfall auch nach dem Auszug haftest, hängt davon ab, ob der Vermieter dem Wechsel zugestimmt hat.

Variante 1: Alle Bewohner sind gemeinsam Hauptmieter der WG
Wenn alle WG-Bewohner den Mietvertrag unterzeichnet haben, können sie das Mietverhältnis auch nur gemeinsam kündigen. Will jemand vorzeitig gehen, müssen alle Bewohner gemeinsam den Vermieter bitten, diese Person aus dem Vertrag zu entlassen. Entsprechendes gilt, wenn ein neuer Bewohner in die WG aufgenommen werden soll.

Weil das sehr kompliziert ist, kann man mit dem Vermieter vereinbaren, dass der Vertrag nicht bei jeder Mieterrotation neugeregelt werden muss. Das birgt für den Vermieter aber die Gefahr, dass er am Ende nicht mehr weiß, wer gerade in der WG wohnt. Deshalb wird er darauf bestehen, dass ihm ein Aus- oder Einzug in jedem Fall mitgeteilt wird.

Variante 2: Die WG als GbR ist Hauptmieter
Ein Mitgliederwechsel innerhalb der WG hat keinen Einfluss auf das Verhältnis zum Vermieter. Das bedeutet, dass nicht der Vermieter, sondern alle WG-Mitglieder dem Einzug eines neuen WG-Mitglieds zustimmen müssen. Der Vermieter kann sich aber im Mietvertrag die Zustimmung zu einem Mieterwechsel vorbehalten. Tut er das nicht, so kann ihm unter Umständen (etwa, weil der neue WG-Mitbewohner die Miete nicht zahlen kann) ein Kündigungsrecht aus wichtigem Grund gegenüber der WG zustehen. Seine Zustimmung zu einem neuen WG-Mitglied darf er aber nur verweigern, wenn dafür ein sachlicher Grund besteht.

Variante 3: Hauptmieter und Untermieter
Wohnräume dürfen nur nach Zustimmung des Vermieters untervermietet werden. Hat der Vermieter eine generelle Erlaubnis gegeben, hat er keinen Einfluss auf den Bewohnerwechsel. Häufiger ist aber der Fall, dass der Vermieter nur diese eine Untervermietung genehmigt hat. Dann kann der Hauptmieter das Untermietverhältnis zwar beenden, muss sich aber eine neue Erlaubnis holen, bevor er wieder einen Untermieter aufnimmt.

Variante 4: Jeder Bewohner hat einen eigenen Mietvertrag
Möchte ein WG-Mitglied ausziehen, kündigt es seinen Vertrag unter Einhaltung der gesetzlichen Frist. Um die Nachmietersuche kümmert sich der Vermieter. Die Bewohner, die in der WG verbleiben, können sich also meistens nicht aussuchen, wer bei ihnen einzieht.

Auch nach dem Auszug haftest du

Nach deinem Auszug aus der WG unterliegst du unter Umständen einer (Nach-)Haftung – nämlich dann, wenn du einer der Hauptmieter warst oder die Wohnung an die WG als GbR vermietet wurde.

Variante 1: Alle Bewohner sind gemeinsam Hauptmieter der WG
Seid ihre mehrere Hauptmieter, und du ziehst ohne Zustimmung des Vermieters aus, so wirst du dadurch nicht automatisch von der Haftung befreit. Schließlich steht dein Name im Mietvertrag. Ohne Zustimmung des Vermieters haftest du weiterhin für alle Verbindlichkeiten, die während deiner WG-Zugehörigkeit entstanden sind und nach deinem Auszug fällig werden. Ziehst du hingegen mit Zustimmung des Vermieters aus der WG aus, so haftest du nur noch für solche Verbindlichkeiten, die während deiner WG-Zugehörigkeit entstanden sind und vor deinem Auszug fällig werden.

Variante 2: Die WG als GbR ist Hauptmieter
Ist die WG "als solche" Hauptmieter, so richtet sich die Haftung des ausziehenden WG-Mitglieds danach, ob sich der Vermieter im Mietvertrag die Zustimmung zum Mieterwechsel vorbehalten hat oder nicht. Wenn nein, haftet das austretende WG-Mitglied auch nach seinem Auszug weiter. Dies jedoch nur bis zu dem Zeitpunkt, in dem der Vermieter vom Auszug Kenntnis erlangt. Hat sich der Vermieter hingegen die Zustimmung zum Einzug eines neuen WG-Mitglieds vorbehalten, scheidet eine Nachhaftung des ausziehenden WG-Mitglieds aus.

Haftet der neue Mitbewohner für seinen Vorgänger?

Auch bei der Haftung des einziehenden WG-Mitglieds muss danach unterschieden werden, wer Hauptmieter ist.

Variante 1: Alle Bewohner sind gemeinsam Hauptmieter der WG
Nach den allgemeinen Grundsätzen der Vertragsübernahme müsstest du als einziehendes WG-Mitglied selbst für solche Mietverbindlichkeiten einstehen, die vor deinem Einzug entstanden sind. Allerdings dürfte die Zustimmung des Vermieters zu deinem Einzug so zu verstehen sein, dass du für Altschulden nicht haftest. Es besteht für dich also nur eine Haftung für ab deinem Einzug begründete Mietverbindlichkeiten.

Variante 2: Die WG als GbR ist Hauptmieter
Ist die WG "als solche" Hauptmieter, richtet sich die Haftung des einziehenden WG-Mitglieds wieder danach, ob sich der Vermieter im Mietvertrag die Zustimmung zum Mieterwechsel vorbehalten hat. Wenn nein, haftet das eintretende WG-Mitglied auch für Mietverbindlichkeiten, die vor seinem Eintritt begründet wurden. Wenn ja, scheidet eine Haftung des neuen WG-Mitglieds für Altschulden aus.

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