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Von Zombies und anderen Liebesmonstern

Junge Frau bei einem Date [Quelle: unsplash.com, Kinga Cichewicz]

Quelle: unsplash.com, Kinga Cichewicz

War die Liebe früher einfacher oder hat nur niemand zwanghaft nach griffigen Labels für das Anbahnen, Aufrechterhalten oder Beenden von Beziehungen gesucht? Damit du in jedem Fall mitreden kannst, haben wir die wichtigsten Begriffe des modernen Datings für dich zusammengetragen.

A wie "ABC-Dating": Dating kann auf Dauer eintönig werden. Wenn du es leid bist, immer im selben Hipster-Café auf den Traumpartner zu hoffen, bringst du beim ABC-Dating schon vor Beziehungsbeginn Abwechslung in dein Liebesleben: Triff deinen neuen Love Interest fürs erste Date in einem Autohaus, fürs zweite im Botanischen Garten und für das dritte … vielleicht am Chiemsee?

B wie "Bumpel": "Darf ich vorstellen: Mein Bumpel Ben!" – so eine Aussage ist dir noch nie untergekommen? Könnte daran liegen, dass der Begriff "Bumpel" der etwas ordinärere Ausdruck für "Friends with Benefits" oder "Freundschaft Plus" ist. Er setzt sich zusammen aus "bumsen" und "Kumpel".

B wie "Benching": Wer hinter "Benching" ein trautes Verweilen auf einem Sitzmöbel in einem wunderschönen Park vermutet, wird leider ganz und gar unromantisch überrascht sein. Denn beim "Benching" landest du auf der sprichwörtlichen Ersatzbank, wenn sich dein Dating-Partner seiner Gefühle nicht ganz sicher ist. Er/sie lässt den Kontakt zwar nie ganz einschlafen – für etwas Dauerhaftes bist du ihm/ihr allerdings nicht gut genug.

B wie "Breadcrumbing": "Breadcrumbing" ist "Benching" für Fortgeschrittene. Denn auch hier möchte sich einer von beiden nicht festlegen. Im Gegensatz zum sporadischen Kontakthalten des Benching werden beim Breadcrumbing allerdings immer wieder flirtive Köder ("Brotkrumen") ausgeworfen, die beim Gegenüber falsche Hoffnungen wecken.

C wie "Cuffing": Die Tage werden kürzer, die Abende auf dem Sofa länger. Umso trauriger, wenn bei der fünften Folge deiner Lieblingsserie niemand neben dir einpennt: Die "Cuffing Season" hat begonnen! Für die kalte Jahreszeit suchst du dir jemanden, den du zumindest vorübergehend an dich ketten kannst ("cuffs" = Handschellen).

D wie "Drafting": Auch der Cuffing-Partner will mit Bedacht gewählt sein. Daher empfiehlt es sich, schon gegen Ende des Sommers mit dem "Drafting" zu beginnen und zeitnah Kandidaten zu daten, um die ideale Version für Herbst und Winter zu finden.

F wie "Freckling": Den Sommer über kannst du dir deinen "Freckling"-Partner warmhalten. Wer kennt sie nicht – die Liebe, die nur die luftig-leichten Monate des Jahres überlebt? Sobald dann wieder "Cuffing Season" ist, verabschieden sich die Gefühle allerdings wie die Sommersprossen ("freckles") deiner charmanten Liebschaft.

G wie "Ghosting": Deiner Meinung nach läuft alles super. Wolke 7 erweist sich für dein Date aber irgendwann als wenig tragfähig. Und dann hat er/sie leider nicht den Mumm, dir das ganz genauso mitzuteilen. Stattdessen verschwindet die Person, die du gerade noch für die nächste Familienfeier eingeplant hast, sang- und klanglos aus deinem Leben. Deine WhatsApp-Nachrichten und Anrufe bleiben unbeantwortet. Eigentlich kein Wunder – wie soll ein Geist schließlich ein Smartphone bedienen?

G wie "Gatsbying": Nein, dein Date verwandelt sich hierbei leider nicht in Leonardo DiCaprio. Was die schauspielerische Leistung angeht, gibt er sich aber ähnlich viel Mühe. Er überlegt, mit welcher Lebensgeschichte er dich besonders beeindrucken könnte, und startet dementsprechend eine große Inszenierung in den sozialen Medien, um deine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen – ganz ohne dich direkt zu kontaktieren. Deine Zuneigung in Form von kalten, leblosen Daumen reicht ihm völlig aus.

H wie "Hyping": Hypes sind bekanntlich schnell vorbei. Wenn du zum Hyping-Opfer wirst, ergeht es dir ähnlich. Dein Partner feiert dich für eine Weile und päppelt – möglicherweise nach der letzten gescheiterten Beziehung – sein Ego etwas auf. Doch schneller als du "Ich liebe dich" sagen kannst, ist die Romanze auch schon wieder vorbei. Er/sie ist jetzt bereit für seine/ihre nächste "richtige" Beziehung. Du warst leider nur der Lückenbüßer.

J wie "Jumping Dinner": Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Warum also nicht bei einem gemütlichen Abendessen mit neuen Gesichtern nach der Liebe des Lebens suchen? Beim Jumping Dinner bekochst du mit einem dir zugeteilten Kochpartner andere Foodies in deiner Stadt – und lässt dich im Gegenzug auch bekochen. So lernst du innerhalb kurzer Zeit zwölf neue Leute kennen. Praktisch: Die Dinner finden in Privatwohnungen statt. Wenn die Chemie bei jemandem stimmt, kannst du also gleich einziehen.

L wie "Love Bombing": Anders als der "Hyper" meint es der "Love Bomber" RICHTIG ernst mit dir. Nach kürzester Zeit plant er/sie eure gemeinsame Zukunft und will am liebsten gleich bei dir einziehen. Für weitere soziale Kontakte deinerseits hat er/sie keinerlei Verständnis. Möchtest du trotzdem weiterhin deine Freundschaften pflegen, geht er/sie in die Luft und bestraft dich anschließend mit extrem abweisendem Verhalten. Darauf folgt zwar wieder eine Phase der grenzenlosen Liebe. Allerdings ist es nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Explosion bevorsteht.

M wie "Mingle": Der typische Mingle (Kofferwort aus "mixed" und "Single") ist der-/diejenige, der in der Grundschule bei der in Schönschrift verfassten Frage "Willst du mit mir gehen?" die Option "vielleicht" gewählt hat. Auch heute möchte er/sie sich nicht endgültig auf einen Beziehungsstatus festlegen. Bei Dates kann er/sie dabei zwar enorm verliebt wirken. Ganz offiziell seid ihr aber kein Paar.

N wie "Netflix and Chill": Wenn dich dein Date fragt, ob du mit ihm/ihr bei einer Runde Netflix chillen möchtest, dann verwendet er/sie damit einen mittlerweile weit verbreiteten Code für: Lust auf Sex? Schade eigentlich für die ganzen Briefmarkensammlungen, die heute niemand mehr herzeigen will.

O wie "Orbiting": "Orbiting" beginnt wie "Ghosting". Nach einigen erfreulichen Dates lässt der/die andere plötzlich nichts mehr von sich hören. Doch während beim "Ghosting" die Geschichte damit auch schon zu Ende ist, beginnt beim "Orbiting" hier ein weiteres Kapitel. Denn der/die andere verschwindet nicht gänzlich von der Bildfläche, sondern nimmt weiter an deinem Leben teil – allerdings nur in den sozialen Medien via Likes oder verzichtbaren Kommentaren.

P wie "Pheromon-Party": Es gibt Zeitgenossen, die Konzepte wie die Liebe ausschließlich mit biochemischen Prozessen erklären. Darauf bauen die "Pheromon-Partys" auf: Singles bringen ein T-Shirt mit, das sie zuvor drei Nächte lang getragen haben. Um sämtliche Ausdünstungen gut zu konservieren, kommt die Klamotte tagsüber in einen Plastikbeutel – und dann ab ins Gefrierfach. Bei der Party hat das gute Stück schließlich seinen großen Auftritt: Markiert mit einer Nummer wird es den anderen anwesenden Nasen zum Schnüffeln vorgeworfen. Sobald man die Fährte einer olfaktorisch ansprechenden Person aufgenommen hat, wartet man darauf, dass auf einer großen Leinwand das Foto zur jeweiligen Nummer auftaucht. Wenn dann auch optisch alles passt, steht einem Date nichts mehr im Weg.

R wie "Ringle": Ringles ("Romantic Singles") lassen sich von Dating-Trends wie "Drafting", "Cuffing" und "Freckling" nicht aus der Ruhe bringen. Sie warten auf die ganz große Liebe – und bleiben lieber alleine, bevor sie sich auf müde Kompromisse einlassen.

S wie "spornosexuell": Für den spornosexuellen Mann ist es richtig schwer, in seinem Terminkalender neben Fitnessstudio und Online-Shopping beim Amphetamin-Anbieter seines Vertrauens noch Zeit fürs nächste Date freizuschaufeln. Klappt es dann doch einmal, darf sich die Angebetete über ein Gegenüber freuen, das aussieht, als hätte es nach seiner letzten Teilnahme bei den Olympischen Spielen vom Sport ins Porno-Metier gewechselt.

S wie "Speed Hating": Was verbindet mehr als abgrundtiefe Abneigung? Eben. Das "Speed Hating" folgt – wie sein netterer Bruder, das "Speed Dating" – dem Prinzip: Innerhalb von vier Minuten lernen sich zwei Singles kennen und hoffen auf ein Match. Das übergeordnete Thema sind aber nicht laaaangweilige Themen wie Beruf, Hobbys oder Beziehungspräferenzen, sondern der Hass auf jemanden oder etwas – der dann zwei Herzen vor lauter Wut im gleichen Rhythmus schlagen lässt.

T wie "Tindstagramming": Männer haben von Küchenpsychologen gelernt: Wenn eine Frau "nein" sagt, meint sie manchmal eigentlich "ja". Dieser Weisheit folgen sie beim "Tindstagramming". Wenn sie bei Tinder von einer für sie attraktiven Dating-Kandidatin auf die falsche Seite des Touchscreens verbannt wurden, heißt das noch LANGE NICHT, dass da nichts zu machen wäre. Frohen Mutes geht es also weiter zu Instagram, wo sie die Unwillige mit einer netten Nachricht bedenken. Oder auch gleich mehreren.

Z wie "Zombieing": Dating-Zombies sind dein schlimmster Albtraum. Zu Beginn eurer Beziehung ist alles eitel Sonnenschein. Doch irgendwann verabschieden sie sich wie ein Ghost aus deinem Leben – nur um einige Zeit später wie ein veritabler Untoter wiederaufzutauchen. Ohne irgendeine Erklärung.

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