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Was Nachwuchstalente vom Praktikum erwarten

Team Meeting Zusammenarbeit [Quelle: Unsplash.com, Štefan Štefančík]

Quelle: Unsplash.com, Štefan Štefančík

Über junge Leute wird oft geschimpft: Sie sind faul, wollen viel verdienen und wenig leisten – aber ist das wahr? Was die Generationen Y und Z von Unternehmen erwarten, was ihnen im Praktikum wichtig ist und wofür sie einstehen, zeigt der "Future Talents Report 2020".  

Eine Portion Nachhaltigkeit, bitte!

Sinnstiftende Arbeit ist einer der grundlegendsten Motivatoren im Joballtag – das ist das Ergebnis der Befragung "Future Talents Report 2020" des Beratungsunternehmens Clevis. Die Generation Y wünscht sich außerdem persönliche Erfüllung. Selbst wenn sie dafür auf einen Teil ihres Gehalts verzichten müsste.

Vertreter der Generation Z haben eine weitere Forderung an Unternehmen: Sie wollen einen sozialen und ökologischen Beitrag leisten. Weil soziale Themen eine hohe Medienpräsenz haben, raten die Macher der Studie Arbeitgebern auf Umwelt und Nachhaltigkeit zu setzen. Jeder sechste Befragte benennt sozialen Einfluss und Nachhaltigkeit als einen der drei wichtigsten Faktoren bei der Wahl des Arbeitsgebers. Zudem geben junge Talente an, sich eher erneut zu bewerben, wenn sie für ein umweltbewusstes Unternehmen arbeiten würden.

Future Talents Report 2020 [Quelle: Future Talents Report 2020]

Gut – aber nicht gut genug

Viele Praktikanten vermissen in ihrer Arbeit Umwelt- und Sozialbewusstsein. 40 Prozent der Unternehmen schneiden nur schlecht bis mittelmäßig ab. Besonders streng sind laut der Umfrage weibliche Talente sowie Studienteilnehmer aus den Sozialwissenschaften und der Psychologie. Unternehmen in der öffentlichen Verwaltung und dem Bereich Medien und Marketing schneiden sehr schlecht ab. Die Unternehmen, die Elektrotechnik- und Maschinenbaustudenten beschäftigen, kommen dagegen verhältnismäßig gut davon.

Zufriedenheit-mit-Umwelt-und-Sozialbewusstsein  [Quelle: Future Talents Report 2020]

Vorsicht vor Greenwashing

Der mediale Hype von sozialen Themen schlägt sich unmittelbar auf die Arbeitswelt nieder. Im Vergleich zu bisherigen Umfragen zeigen die Teilnehmer mehr Umwelt- und Sozialbewusstsein.

Die Generationen Y und Z stehen aber nicht nur für ein neues Bewusstsein, sondern auch dafür, besonders kritisch zu sein. 91 Prozent sehen Transparenz als wichtigen Teil der Unternehmenskultur. Mit leeren Worten, denen keine Taten folgen, lassen sie sich nicht abspeisen.

Future Talents Report 2020 [Quelle: e-fellows.net]

 

Erfolg vs. Work-Life-Balance

Heutige Praktikanten wollen nicht um jeden Preis Karriere machen. Ihre Work-Life-Balance ist ihnen wichtiger. Jüngere Generationen sind weniger bereit, Abstriche zu machen. Sie möchten flexibel arbeiten. Die Kehrseite der ständigen Erreichbarkeit: Trotz freierer Arbeitszeiten steigt das Stresslevel.

Relevanz von Erfolg vs. Work-Life-Balance [Quelle: Future Talents Report 2020]

Der Befragung zufolge überwiegen jedoch die Vorteile: So sind Praktikanten, die etwa flexibel im Homeoffice arbeiten dürfen, zufriedener und binden sich eher an das Unternehmen.

Auch beim Thema Karriere und Work-Life-Balance klaffen die Branchen weit auseinander: In den Branchen Beratung, Wirtschaftsprüfung und Recht sowie in den Branchen IT, Internet und Telekommunikation haben mehr als die Hälfte die Option, von zu Hause aus zu arbeiten. In der öffentlichen Verwaltung sind es hingegen nur 3 Prozent.

Homeoffice = bezahlte Freizeit?

Ist Homeoffice nicht möglich, liegt das oft am Arbeitgeber, der vielleicht an den Selbstständigkeit und Arbeitshaltung der Praktikanten zweifelt. Diese Sorge ist laut Report nicht berechtigt. 44 Prozent geben an, regelmäßig Überstunden zu leisten. 77 Prozent wären grundsätzlich bereit dazu.

Geleistete Überstunden [Quelle: Future Talents Report, Canva, e-fellows.net]

Männer bleiben öfter daheim

Weibliche Nachwuchstalente sind seltener als Männer im Homeoffice. Dieses Ergebnis gilt unabhängig von der Branche, dem Arbeitsbereich oder des Studienfachs.

Die Erklärung der Autoren der Studie: Männer fordern Homeoffice offensiv ein und werden als arbeitswilliger wahrgenommen, weil sie mehr Überstunden leisten als Praktikantinnen. Dieser Elan wird Männern auch zu Hause zugesprochen.

Wer hat die Nase vorn?

Die Studie zeigt auch, welche Unternehmen ein gutes Markenimage haben, also wie gut oder schlecht ihre Außenwahrnehmung ist. Die Konzerne BMW, Bosch und Daimler belegen die ersten drei Plätze.

Top Ten beim Markenimage

  1. BMW
  2. Bosch
  3. Daimler
  4. Audi
  5. Miele
  6. Adidas
  7. Siemens
  8. Schaeffler
  9. Porsche
  10. Deutsche Lufthansa

Quelle: Clevis Future Talents Report 2020

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