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Promotion am Graduiertenkolleg

Im Zuge von Studiengebühren, Exzellenzinitiative und Bologna-Reform hat sich auch die Promotionslandschaft in Deutschland weiterentwickelt. Wer direkt an der Uni promovieren möchte, muss nicht auf den Lehrstuhl zurückgreifen. Auch die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Graduiertenkollegs oder die Graduiertenschulen der Exzellenzinitiative sind sehr gute Alternativen. Beide sind Teil einer Entwicklung, die die "strukturierte Doktorandenausbildung" zum Ziel hat. Sie zeichnet sich aus durch ein interdisziplinäres Forschungsprogramm und ein eigens auf das jeweilige Kolleg zugeschnittene Studienprogramm. Der undefinierte Status des Doktoranden an den Unis wurde abgeschafft, die Betreuung verbessert. Die Doktoranden sind nun eingebunden in ein Forschungs- und Lernsystem und können sich untereinander austauschen. Auch die Abhängigkeit von Doktorvater oder Doktormutter reduziert sich so.

Was ist ein Graduiertenkolleg?

Graduiertenkollegs sind Einrichtungen der Hochschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Als Doktorand promoviert man dort innerhalb eines von mehreren Hochschullehrern getragenen Forschungsprogramms. Dabei ist man als Doktorand angestellt oder erhält ein Stipendium. Die Genehmigung und Teilfinanzierung der Graduiertenkollegs erfolgt durch die DFG, die Organisation und Auswahl der Doktoranden liegt bei den Hochschulen vor Ort. Oft beinhalten Graduiertenkollegs Lehrveranstaltungen, Seminare und Workshops für ihre Teilnehmer. Eine Übersicht zu den aktuellen Graduiertenkollegs gibt es auf der Website der DFG.

Die Graduiertenschulen der Exzellenzinitiative

Im Jahr 2002 stellte die DFG in einer Erhebung fest, dass die Doktoranden in den Kollegs trotz der Fortschritte einiges zu bemängeln hatten:

  • die Betreuung war immer noch nicht ausreichend
  • die im Kolleg vereinten Forschungsinteressen sind zu heterogen
  • durch die geringe Teilnehmerzahl findet zu wenig Austausch statt

Die Graduiertenschulen der Exzellenzinitiative haben die Anregungen der Umfrage aufgegriffen und sich andere Schwerpunkte gesetzt. Von den Graduiertenkollegs unterscheiden sich sich vor allem in folgenden Punkten:

  • sie sind prinzipiell auf Dauer angelegt
  • sie dienen der Universität zur Profilbildung (Stichwort Leuchttürme)
  • die finanzielle Förderung ist großzügig und konzentriert sich auf einige Universitäten
  • es gibt kaum Vorgaben von außen, die Hochschulen konnten ihrer Kreativität bei der Entwicklung von Forschungsthemen freien Lauf lassen

Zu den Graduiertenschulen hat die DFG ebenfalls eine Übersicht erstellt.

Warum hast du dich für die Promotion in einem Graduiertenkolleg entschieden?

Das Stipendium für das Graduiertenkolleg hatte mir mein Chef angeboten. Ich habe zugeschlagen, da ich die Interdisziplinarität des GraKos - so die lapidare Abkürzung - sehr spannend fand. Außerdem interessierte mich die Aufgabenstellung, die mit der Stelle verbunden war.

Welche Vorteile hat für dich die Promotion im Graduiertenkolleg?

Vorteile eines GraKos sind vor allem der Austausch mit anderen Doktoranden über die Fachgrenzen hinweg. Das reduziert natürlich das Fachidiotentum erheblich. Außerdem konnte ich in dem Seminar, in dem wir uns regelmäßig trafen, mein Wissen stark erweitern. Gut fand ich auch die prinzipielle Aufgeschlossenheit aller Beteiligten für gegenseitige Hilfestellungen. Dazu gehört beispielsweise der kurze Dienstweg statt ellenlanger Anträge und Formulare. Außerdem konnte ich spontan Kooperationen mit anderen Leuten gründen, ohne dass sich die Professoren lange darüber beratschlagen mussten.

Gibt es auch Nachteile?

Für die Seminare geht natürlich Zeit drauf, und nicht immer passten die Referate zum Thema meiner Promotion. Außerdem war nicht jede Kooperation, die wir mit Eifer begannen, ein Erfolg. Und das kostet Nerven. Aber echte Nachteile kann ich so nicht erkennen.

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