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Promotion am Lehrstuhl

Der Großteil der Doktoranden arbeitet während der Promotion immer noch als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Lehrstuhl oder Institut. Inhaber von Drittmittelstellen arbeiten meist ebenfalls an der Hochschule, die Stelle wird aber zum Beispiel von der Deutschen Forschungsgemeinschaft oder von einem Unternehmen finanziert. 

Wissenschaftliche Mitarbeiter haben einige Vorteile. Sie...

  • sind eingebunden in Forschungsprojekte und arbeiten meist im Team mit Kollegen
  • haben damit Zugang zu wichtigen Informationen und sind in das Netzwerk an der Uni eingebunden
  • haben meist regelmäßigen Kontakt zu Doktorvater oder Doktormutter
  • können auf Ressourcen des Lehrstuhls zurückgreifen
  • können wichtige Erfahrungen sammeln, indem sie selbst Lehrveranstaltungen halten, an Kongressen teilnehmen oder mit dem Betreuer zusammen Bücher und Aufsätze verfassen.

Es gibt aber auch Nachteile. Wissenschaftliche Mitarbeiter...

  • arbeiten üblicherweise auf halben Stellen, also zum halben Gehalt bei meist voller Arbeitsbelastung
  • übernehmen oft viel Arbeit am Lehrstuhl, die Zeit kostet
  • haben in der Regel befristete Verträge, die oft schon vor dem realistischen Ende der Promotion auslaufen
  • sind in vielen Fällen stark von einer Person abhängig, die Doktorvater /-mutter und Chef in einem ist. 

Große Falle Abhängigkeit

Nicht jede Promotion führt zum ursprünglich geplanten Ziel. Und auch wer bereits eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter hat, muss noch einen langen Weg beschreiten. Der endet nicht immer mit einem Doktortitel. Hier sind die Abbruchquoten zwar nicht so hoch wie bei externen Promotionen neben dem Job. Dennoch gibt es eine Vielzahl von Gründen, die zum Abbruch oder zum Wechsel der Stelle führen. Oft liegt es dabei nicht an mangelnder Fachkompetenz des Doktoranden, sondern an der Schwierigkeit, berechtigte, eigene Interessen durchzusetzen. Die von vielen Doktoranden einseitig wahrgenommene Abhängigkeit, zum Beispiel gegenüber dem Doktorvater und Chef, spielt dabei eine große Rolle.

Ein Doktorand im Interview

Warum hast du dich für eine Promotion und die Mitarbeit am Lehrstuhl entschieden?

Ich habe mich für eine Promotion entschieden, weil ich den Wunsch hatte, mich mit einem – meinem – Thema intensiv und wissenschaftlich auseinanderzusetzen. Die besten Möglichkeiten dazu habe ich im akademischen Umfeld gesehen, besonders weil ich auch die Arbeit an einer Hochschule kennen lernen wollte. Diese Einschätzung stellte sich für mich als richtig heraus, weil einige externe Kollegen ihre Dissertation nur nebenbei vorantreiben können, da sie zu sehr in den Job eingebunden sind. Viele Aspekte der Arbeit am Lehrstuhl begünstigen meine Dissertation. Ich kann mich regelmäßig mit meinem Doktorvater austauschen und auf Wunsch auch mal eine kurze Auszeit nehmen um ein Kapitel zu schreiben. 

Ist dein Arbeitsaufwand außerhalb der eigentlichen Promotion sehr hoch?

Das kommt darauf an. Der Arbeitsaufwand der Lehrstuhlarbeit ist saisonal sehr hoch. Da ich im Prorektorat projektbezogen arbeite, kann ich mir meine Zeit einteilen, muss aber dennoch Deadlines einhalten. Dann ist es schwieriger, gleichzeitig bei der Dissertation am Ball zu bleiben. Es gibt aber auch Abschnitte, in denen ich mich nach Absprache voll meiner Promotion widmen kann. 

Welche Tipps hast du für angehende Doktoranden?

Wenn ihr die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem Themenkomplex sucht, entscheidet euch für eine interne Promotion. Die Möglichkeiten an der Hochschule, die eurem Promotionsvorhaben helfen können, solltet ihr von Anfang an nutzen. Sucht den regelmäßigen Austausch mit eurem Doktorvater, mit Kollegen und Forschern von anderen Hochschulen. Nehmt Feedback zu eurer Arbeit konstruktiv an, lasst euch aber nicht davon aus der Bahn werfen. Jeder hat mal eine kleine Krise, aus der man sich aber wieder herausarbeiten kann. Auch wenn euch am Anfang die Zeit für die Dissertation ewig vorkommen mag, macht einen Plan mit vielen kleinen Zielen, die ihr zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht haben müsst. Denn die Lehrstuhlarbeit kann viel Platz einnehmen und plötzlich promoviert ihr nur noch nebenbei.

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